Rezensionen & Audiovisuell David, 12.03.2010
Knapp 13 Jahre ist es inzwischen her, dass John Denver bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen ist. 13 Jahre, in denen die Welt (zumindest jenseits Nordamerikas) zunehmend zu vergessen haben scheint, was den Mann aus New Mexico dereinst zu einem der wirklich originären Singer/Songwriter gemacht hat. Einem Musiker sogar, dessen Name heute fast schon stellvertretend für sein Genre steht wie der eines Bob Dylan, Ralph McTell, Neil Young oder auch Don McLean. Einer der tieferen Gründe für dieses „Vergessen“, dem das große Schaffen des John Denver sich in unseren Sphären inzwischen hingeben muss, ist dabei in nichts anderem als seinem Überhit Take Me Home, Country Roads zu suchen, der sich – vergleichbar etwa mit Über den Wolken von Reinhard Mey – jüngeren und nachwachsenden Generationen bedauerlicher Weise längst nur noch als platte Partyhymne erschließt. weiterlesen… »
Rezensionen & Tonträger Marius, 12.03.2010
Da schlägt man der werten Mitschreiberschaft nichts ahnend ein Thema vor, denkt sich eigentlich herzlich wenig dabei und dann das: Es dauert gar nicht lange und man wird erst einmal von zwei Seiten dafür ausgelacht. Schnell bemerkt: Da ist offenbar mal wieder ein Hype an mir vorbeigegangen. Cheryl Cole. Wenn man sich dann mal flott beliest, wird es schnell klar: Stimmt, irgendwie mal wieder was nicht bemerkt. Nämlich eine bekannte Showbiz-Persönlichkeit aus UK. Sängerin, Mode-Ikone, TV-Idol, Ehefrau von Chelsea-Fußballer Ashley Cole. Ein Mitglied der Gewinnerband aus der britischen Variante von Popstars. Zehn Top Ten-Hits am Stück in UK. Und all das einfach mal nicht bemerkt? Komisch. weiterlesen… »
Rezensionen & Tonträger Karo, 11.03.2010
Mit We Loyal steht eine Band in den Startlöchern, die an das Musikgeschäft herangeht, wie man das aus besseren Zeiten und vielleicht sogar aus eigenen Band-Erfahrungen gewöhnt ist: Drei junge Männer tun sich zusammen, schreiben Songs, treten fleißig bei Talentwettbewerben auf, nehmen alles mit, was man dabei an Preisen einsacken kann, und produzieren eine solide erste EP, die alle Erfahrungen ihrer erst knapp zweijährigen Karriere widerspiegelt. Und all das auf eigene Faust, ohne auf den schnellen Charterfolg zu schielen und andere für sich arbeiten zu lassen. Die fünf Tracks auf Obstacles sind ein Vorgeschmack auf das, was man in Zukunft von den fleißigen Schweizern erwarten kann. weiterlesen… »
Rezensionen & Tonträger Marius, 11.03.2010
In letzter Zeit kommt es immer häufiger vor, dass die österreichischen Nachbarn anklopfen und einem ihre Töne nahe bringen wollen. Zuletzt waren es Minze, die ihr Album So viel Zukunft, keine Zeit anpriesen, nun klopften die Linzer von Tensalomi an die Mailbox, um ihre neue CD Stay Stay mit einer Rezension bedacht auf der Seite zu sehen. Der Eindruck, der sich erhärtet, je mehr über die deutsch-österreichische Grenze in den Briefkasten kommt, ist, dass die Indie-Szene Österreichs offenbar weitaus mehr zu bieten hat, als man zunächst denken mag. Denn auch Tensalomi zeigen mit ihrem Album, dass man eigentlich viel zu selten mal bei den Nachbarn vorbeischaut… weiterlesen… »
Rezensionen & Tonträger Tristan, 11.03.2010
Hach wie schön, so was soll es also auch noch geben: Ein Debüt-Album, das eindeutig den härteren elektronischen Klängen düsterer Machart zuzuordnen ist, aber sich nicht in irgendwelchem stupidem Harsh Industrial-Gestampfe verliert und einen tatsächlich mal wieder positiv überrascht. Ja, mitunter gibt es noch solche Scheiben, wie Cedigest mit ihrem Erstlingswerk Walking in the Flesh beweisen. Es werden auf diesem die unterschiedlichsten Genre-Elemente zusammengefügt, teilweise auch jene, von denen man niemals geahnt hätte, dass diese überhaupt jemals zusammenpassen könnten. weiterlesen… »
Konzertberichte Marius, 10.03.2010
Wie beginnt man einen The BossHoss-Livebericht so, dass es nicht nach ausgelatschten Phrasen im Zusammenhang mit dieser Band klingt? Am besten, man versucht es nicht erst, denn auch an diesem Abend muss man sich wundern, wie weit diese Band es gebracht hat. Diese Band, die einst als Mode-Erscheinung tituliert wurde. Weit gefehlt, denn auch nach so vielen Jahren folgen die Cowboy-Hüte eifrig ihrer Lieblingsband – und es geht immer weiter nach oben: Denn auch, wenn man schon vor Jahren davon überzeugt war, dass hier mehr als eine Mode-Erscheinung vorliegt – dass das später mal mit gleich zwei Orchestern in Örtlichkeiten wie das Leipziger Gewandhaus führen wird, das konnte nun wirklich keiner ahnen. Dass das so gut funktioniert, vermutlich noch weniger… weiterlesen… »
Rezensionen & Tonträger Tristan, 10.03.2010
Negura Bunget ist nicht mehr. Zumindest nicht mit dem bisherigen Line-Up, seitdem Sänger und Gründungsmitglied Hupogrammos sowie Sol’Faur die Band verlassen haben. Bevor es mit der Band nun aber mit neuem Line-Up weitergehen wird, gibt es noch ein letztes Lebenszeichen, welches in Form von Maiestrit vorliegt. Dabei handelt es sich allerdings nicht um ein neues Album, sondern um eine Neuinterpretation des vor zehn Jahren erschienenen Măiastru Sfetnic, die laut der Band sowohl einen Schluss-Strich unter das bisherige Schaffen ziehen als auch einen Neuanfang der Band symbolisieren soll. weiterlesen… »
Rezensionen & Tonträger Tristan, 09.03.2010
Ne, was ist das wieder primitiv! So einen herrlichen Start in ein Album hat man wohl seit der Kings of Metal von Manowar selten gehabt. Denn genau wie jenes Album beginnt dieses mit dem Geräusch des Gaspedals eines Motorrades, allerdings diesmal in Verbindung mit einer Frauenstimme, die stöhnend „faster“ ruft und damit nach noch mehr Geschwindigkeit verlangt. Und schon steht man mitten im ersten Lied Hell Ridin’ des Albums und das macht einem die Einordnung direkt sehr einfach: Denn zu hören ist Rock and Roll ohne viel drum herum. Und wem die Gesangsstimme verdächtig bekannt vorkommt, der wird Bestätigung für seine Vermutung bekommen. weiterlesen… »
Rezensionen & Tonträger & Audiovisuell Marius, 09.03.2010
Immer und immer wieder passiert es: Da sind Bands unter uns, die man eigentlich kennen sollte, die es bereits weit gebracht haben, die ein gewisses Renommee für sich beanspruchen können… Und doch: Wenn man auf einmal die dazugehörige CD im Briefkasten findet, kann man mit dem Namen der Band erst einmal nichts anfangen. Aktueller Fall: Gazpacho. Mit Marillion haben sie bereits getourt, seit bald 15 Jahren veröffentlichen sie Platten und nun begegnet einem als Erstkontakt auf einmal ein Live-Album als Package aus zwei CDs und einer DVD – aufgenommen auf der legendären Loreley-Bühne im Rahmen des „Night of the Prog“-Festivals. Und die kunstvollen Rock-Klänge können auch schnell begeistern. weiterlesen… »
Rezensionen & Tonträger Marius, 07.03.2010
Manchmal ist es komisch, wo manche Bands bekannt sind – oder besser: Wo manche Bands (noch) nicht bekannt sind. Minze beispielsweise, eine 2004 in Wien gegründete Band, konnte sich in kürzester Zeit in die Herzen der Wiener Indie-Gemeinde spielen – und landete auch bei großen Musiker-Kollegen Achtungserfolge, wie Support-Auftritte bei Nena und Herbert Grönemeyer eindrucksvoll belegen können. Der Erfolg – und überhaupt die Kenntnisnahme – über die österreichische Grenze hinüber in hiesige Gefilde blieb dabei bisher aus. Eigentlich seltsam, denn Minze haben absolut das Potenzial, auch hier die Indie-Herzen zu erobern, wie sie nun auch auf ihrem neuen Album So viel Zukunft keine Zeit unter Beweis stellen. weiterlesen… »
Rezensionen & Tonträger Tristan, 07.03.2010
Wer sich im Pagan und Folk Metal etwas auskennt, dem wird der Name Meri Tadic vielleicht schon einmal begegnet sein, ist die junge Dame ihres Zeichens doch Geigerin der Metal-Band Eluveitie. Mit ihrem Soloprijekt Irij widmet sie sich im Gegensatz zu Eluveitie rein dem Folk slawischer Machart. Passend dazu auch der Name Irij, der der slawischen Mythologie entlehnt ist und so viel wie „der Sitz der Götter“ bedeutet, also quasi der Olymp der Slawischen Götter. Allerdings steht er ebenfalls für das Hier und Jetzt in unserer Welt. In einer ähnlichen Ambivalenz geht es auch auf dieser CD zu: Zwischen reinen Instrumentalstücken und reinem Gesang schwankt die CD. Was bei der CD allerdings schnell deutlich wird: Hier wird leider zu wenig geboten. weiterlesen… »
Rezensionen & Tonträger Marius, 06.03.2010
Tom Lüneburger. Ist das ein Name, mit dem man die große Karriere anstreben kann? Es ist ja heutzutage immer ein mutiger Schritt, Alben einfach unter seinem eigenen Namen zu veröffentlichen, ohne sich ein cooles Pseudonym auszudenken und sich hinter Fassaden zu verstecken. Tom Lüneburger geht diesen Schritt. Nachdem sich myballoon im Jahre 2006 getrennt haben, hat er als Sänger ohne Band angefangen, inmitten einer für ihn schweren Zeit an Songs zu arbeiten. Alleine, nächtelang, wochenlang. Nur seine Gitarre und er. Vorerst. Denn bald kamen auch so die großen Bühnen wieder. Unterstützt von seinem Freund Christof „Stoffel“ Clemens am Piano beispielsweise vor einer fast fünfstelligen Menschenmenge im Vorprogramm von Bosse und Silbermond… weiterlesen… »
Rezensionen & Tonträger Tristan, 06.03.2010
Von dem amerikanischen Musikprojekt In Gowan Ring aus Portland/Oregon ist ja schon seit längerer nichts Neues mehr zu hören gewesen, zumindest nicht Form eines neuen Albums, was eigentlich sehr schade ist. Immerhin gibt es von Bobin Eirth noch ein weiteres Soloprojekt mit dem Namen Birch Book, mit welchem er seine Fans mit bereits zwei hervorragenden Alben begeistert hat. Das dritte Album A hand full of days schafft er es allerdings nicht nur wieder zu begeistern, nein, sondern fast, die Vorgänger komplett in den Schatten zu stellen und einen fast sprachlos zurück zu lassen. weiterlesen… »
Rezensionen & Tonträger Marius, 05.03.2010
In Strict Confidence kann man inzwischen wohl mit Fug und Recht zu den Urgesteinen des dunklen Elektros hierzulande zählen. Und das mit allen Vor- und Nachteilen. Inzwischen ist man ein etablierter und eingesessener Name, dessen Werdegang aufmerksam und mit Spannung verfolgt wird, gleichermaßen kommen aber auch bei jedem neuen Output wieder die unvermeidlichen „früher waren die besser“- und „hilfe, meine einstige Lieblingsband wird jetzt von Leuten, die ich gar nicht mag, gehört“-Stimmen. Davon ab ganz unvoreingenommen betrachtet, muss man konstatieren: Auf jeden Fall haben wir es hier mit einer Band zu tun, die sich über die Jahre stets weiterentwickelt hat und kaum mal Gefahr lief, dem Stillstand zum Opfer zu fallen… weiterlesen… »
Rezensionen & Tonträger Tristan, 05.03.2010
In diesem Jahr jährt sich Todestag von Jimi Hendrix zum vierzigsten Mal. Und wie es der Zufall so will, wurden erst vor kurzem unveröffentlichte Lieder in seinem Nachlass gefunden. Der Zufall, dass auf einmal unveröffentlichte Aufnahmen oder ganze Alben auftauchen, scheint sich in der letzten Zeit ja häufen, denkt man auch an das neue Falco-Album The Spirit never dies. Wie dem auch sei, haben wir es hier mit Liedern zu tun, die zwischen Electric Ladyland von 1968 und dem leider niemals vollendeten First Rays of the rising Sun zu tun. Valleys of Neptune soll mit diesen Liedern nun die Lücke zwischen diesen beiden Alben schließen. Und ob es nun Zufall ist, dass ausgerechnet jetzt diese Scheibe kommt oder nicht: Sie schließt nicht nur eine Lücke, sondern sie weiß auch zu überzeugen. weiterlesen… »
Rezensionen & Tonträger Tristan, 05.03.2010
Rastos de Sangue e fragmentos da Tradicao ist der zweite der Teil der The Empty Circle-Reihe und widmet sich den Traditionen der Habichtsinseln (oder auch Azoren, eine Inselgruppe zwischen Nordamerika und Portugal, die dem portugiesischen Staat angehört) sowie ihrer aus Portugal stammenden Vorfahren. Im Gegensatz zum Vorgänger ist hier aber kein Dark Ambient mit schamanischem Unterton zu hören. Stattdessen ist Rastos de Sangue e fragmentos da Tradicao ganz klar dem traditionellem Folk zuzuordnen. Und schafft es dabei deutlich mehr zu begeistern als sein Vorgänger. weiterlesen… »
Rezensionen & Tonträger Tristan, 05.03.2010
Da fällt mir nur ein Wort zu ein: Unterirdisch! Aber ausnahmsweise ist dieses Wort positiv gemeint. Denn genau dort wird man auf There is a fountain filled with blood hingeführt – ins Unterirdische. Abtauchen in den von Blut triefenden Brunnen heißt es also. Und nein: Hier haben wir es nicht mit irgendeinem Vertreter des Krach-Metals zu tun. Für den Titel ungewöhnlich streift Simulacra durch die Welten des Dark Ambients. Hauptmotiv ist dabei der blutgefüllte Brunnen als ein Symbol für den Tod, was dann wiederum ganz genre-typisch passt, streift man ja hier durch Welten, an denen der Tod an jeder Ecke wartet. weiterlesen… »
Konzertberichte Marius, 04.03.2010
Quizfrage zu Beginn: Was haben 2raumwohnung mit Jan Weiler, Max Goldt und Jan Plewka gemeinsam? Richtig: Sie alle treten in der Reihe „Sturm & Klang“ (Untertitel: „Young Urban Culture in der Kulturetage“) Oldenburg auf, Ziel ist, mit dieser Reihe junges Publikum in die Oldenburger Kulturetage zu locken. Schaut man sich den massiven Erfolg von 2raumwohnung an, hat man hier einen potenziell guten Paten dafür gefunden – das zeigt auch die hohe Anwesenheit von 650 Zuschauern an diesem Abend. weiterlesen… »
Rezensionen & Tonträger Marius, 04.03.2010
Timid Tiger. Das ist auch so einer dieser Namen, der immer wieder durch die Musikwelt geisterte, den man hier und da vernahm, der immer irgendwie präsent war, aber dann leider doch wieder in irgendwelchen hinteren Hirnwinkeln verschwand. Zu Unrecht, muss man sagen. Denn wenn man sich das neue Album Timid Tiger and the Electric Island anhört, muss man sich eingestehen: Die Jungs haben wirklich was drauf. Nach einigen Umbesetzungen hat man hier offenbar zu einer Formation gefunden, mit der die Arbeit eine Menge Spaß macht. Zumindest hört sich der Indie-Rock des Quintetts auf diesem Album eindeutig danach an. weiterlesen… »
Konzertberichte Marius, 03.03.2010
Der Tour-Abschluss Jochen Distelmeyers, der ihn nach einer mehrtägigen Pause in die Oldenburger Kulturetage führte, fand dort in der Reihe „Voices“ statt. Wie der Name schon sagt, geht es bei dieser Konzertreihe des lokalen Veranstalters um Stimmen – genauer gesagt ist das Ziel hier, Künstler einzuladen, deren Stimme ihr herausragendes Instrument und Markenzeichen ist. Dass Jochen Distelmeyer hier bestens aufgehoben ist, zeigt schon ein flüchtiger Blick auf das inzwischen große Œuvre Distelmeyers, das von den verschiedenen Epochen und Inkarnationen Blumfelds nahtlos in das aktuelle Solo-Werk übergeht. weiterlesen… »
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