Monthly ArchiveSeptember 2008
Rezensionen & Tonträger Dennis on 30.09.2008
Jun Miyake - Stolen From Strangers
Wenn Weltmusik der neue heiße Scheiß ist, dann könnte Jun Miyake eigentlich der neue Superheld des „Genres“ werden. Wird ihm wohl aber nicht vergönnt sein, dazu fehlen Wuschelhaare und Indie-Gitarre. Was aber da ist, sind wundervolle, komplexe Songs, mit denen der Jazz-Trompeter aus Japan einen Bogen spannt zu Noise-Experiment-Meister Arto Lindsay und Jazz-Legende Chet Baker, hin zu fast Piazolla-mäßigen Bossa Nova-Ausflügen und wieder zurück nach Europa, genauer gesagt Bulgarien – mit dem epischen Bulgarian Symphony Orchestra. Continue Reading »
Neuigkeiten PR on 30.09.2008
BLIND auf großer Deutschland-Tour
Mit ihrem Debütalbum haben Blind gleich eingeschlagen, zwei Singles, die sich in den Charts tummeln und die Band spielt, spielt, spielt, und kein Ende in Sicht. Ob auf großen Bühnen mit den Toten Hosen oder in kleinen intimen Clubs. Mehrere ausverkaufte Clubs auf der letzten Tour und ein umjubelter Festivalsommer beweisen: Blind geben immer alles! Und das rockt! Das letzte Festival ist gerade erst gespielt und schon stehen die Jungs in den Startlöchern für den zweiten Teil ihrer BREAK AWAY TOUR 2008. Im Oktober und November geht es mit 16 Shows wieder quer durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Lest hier die Tourdaten! Continue Reading »
Konzertberichte Marius on 29.09.2008
Dornenreich - 25.09.2008, Leipzig Moritzbastei
Nachdem sie die Veranstaltungstonne der Moritzbastei zuletzt zum Wave Gotik Treffen 2007 mit ihrer Anwesenheit beehrten und dabei längst nicht jedem interessierten Zuseher Platz in dem relativ kleinen Konzertraum bieten konnten, gab es zumindest für die Leipziger und diejenigen aus der näheren Umgebung am 25.09.2008 nun eine zweite Chance, Dornenreich in Duo-Besetzung (Eviga und Inve) live zu erleben. Nach einem (bald an dieser Stelle zu lesenden) Interview mit Eviga zeigte sich bald eine lange Schlange am Einlass und das teilbestuhlte Konzert sollte dann auch pünktlich um 21:00 Uhr beginnen. Continue Reading »
Rezensionen & Tonträger Marius on 29.09.2008
Woven Hand - Ten Stones
Na okay, als den großen Optimisten kannte man David Eugene Edwards in musikalischer Hinsicht eigentlich noch nie. Sei es nun mit 16 Horsepower oder mit Woven Hand: Ein düsterer Einschlag war immer irgendwie zu hören, obgleich die Musik weit entfernt vom Depressivsein oder ähnlichem war. Davon entfernt ist sie auch auf dem neuen Werk Ten Stones erneut. Aber dennoch: Vor allem bei den ersten Hördurchläufen stellt man fest: Wow, diesmal ist es dann doch ganz schön dunkel geworden. Und doch reiht sich das Album nahtlos in die Bandgeschichte ein, denn auch auf diesem findet sich wieder dieses magische, beschwörende Element, das David Eugene Edwards seinen hohen Wiedererkennungswert gibt. Continue Reading »
Rezensionen & Tonträger Marius on 29.09.2008
Curse - Freiheit
Da haben wir ihn mal wieder. Einen dieser seltenen Momente: Eine HipHop-Rezension auf Alternativmusik.de. Und hier bewegen wir uns fernab von aufgesetztem Proleten-Rap und Gossensprache, sondern kommen zu einem der großen Intellektuellen des Genres, der schon in der Vergangenheit immer wieder mit durchdachten Texten und Tiefgang zu beeindrucken wusste. Dies tut er auch auf seinem neuesten Album wieder, wodurch er auch viele Gäste für seine Stücke gewinnen konnte, bei denen Marius Müller-Westernhagen und Silbermond nur zwei von den zu nennenden sind, die sich im Laufe des Albums zu Wort melden. Continue Reading »
Rezensionen & Tonträger Tristan on 28.09.2008
Woog Riots - PASP
PASP. So lautet der Name des zweiten Albums der aus Darmstadt stammenden Woog Riots. PASP? Was soll das denn bitte bedeuten? Es steht für vier Begriffe mit denen wir im Alltag konfrontiert werden: People, Animals, Society und Places. Die CD ist dabei in diese Begriffe unterteilt: Beschäftigen sich die ersten vier Lieder mit den Menschen, geht es bei den nächsten drei um die Tiere, danach folgen vier Lieder die sich mit dem Begriff Gesellschaft beschäftigen und schließlich schließen drei Lieder über alltägliche Örtlichkeiten das Album ab. Die Musik kann dabei ganz eindeutig der Antifolk-Bewegung zugerechnet werden und strotzt nur so soundtechnischen Spielereien, bei denen synthetische und tanzbare Lo-Fi Klänge auf Gitarrenriffs aus dem Punkrock treffen und in harmonischer Weise männlicher und weiblicher Gesang abwechseln. Continue Reading »
Vorberichte Tristan on 28.09.2008
Nebelung - Live in Osnabrück
Nach ihrem beeindruckenden Auftritt auf dem WGT diesen Jahres sind Nebelung aus Bonn am 02.10. Live in Osnabrück zu sehen. Veranstaltungsort ist das DK-Dance, welches aus zwei Ebenen besteht: Im oberen Bereich eine Bar in schönem Ambiente und unten einem Bunker ähnelnden Keller mit Tanzfläche und Bühne, wo das Konzert stattfinden wird. Das Konzert wird um 21 Uhr beginnen und nach Beendigung des Konzertes wird noch ein „Dark Ambient Spezial“-Tanzabend stattfinden, auf dem Neofolk und Industrial gespielt werden. Kosten wird die Veranstaltung sechs Euro bei vorheriger Reservierung, acht Euro an der Abendkasse. Continue Reading »
Rezensionen & Tonträger Marius on 25.09.2008
Eatliz - Violently Delicate
Israel… Was fällt einem da ein? Palästina, Jerusalem, Genezareth, Alternative Rock. Wer sich jetzt wundert, wundert sich vermutlich zu Recht, denn Israel ist sicherlich für vieles bekannt, aber gilt nicht gerade als ein Mekka der Rockmusik. Mit Violently Delicate erscheinen nun Eatliz auf der Bildfläche in der Bestrebung, diesen Miss-Stand zu ändern. Das Sextett um Frontfrau Lee Triffon ist bei israelischen Rockfans seit Jahren hoch im Kurs, nun erscheint auch bei uns eine CD – und man kann der Gruppe wünschen, dass sie mit der Veröffentlichung ein wenig Aufmerksamkeit bekommt, denn ihr progressiver Alternative Rock ist wahrlich Musik, die sich hören lassen kann. Continue Reading »
Rezensionen & Tonträger Tristan on 24.09.2008
Van Canto - Hero
Wer bitte braucht schon Cover-Bands im Heavy Metal-Genre? Kann man sich gerne Fragen, denn Van Canto sind im Grunde nichts anderes. Denkt man aber an Apocalyptica, die zu Beginn nur Metallica-Lieder auf Cello coverten, kann das ganze durchaus interessant sein. Van Canto spielen aber keine Celli, sie spielen kein einziges Instrument. Denn Van Canto spielen A capella-Metal. Ja, richtig gelesen, denn hier werden bekannte Lieder des Metal-Genres A cappella nachgespielt – oder besser gesagt: nachgesungen. Nachdem das Sextett schon auf dem diesjährigen Wacken Open Air sowohl Fans als auch die Presse begeisterte, erscheint nun mit Hero ihr zweites Album, auf welchem aber auch selbst komponierte Lieder zu finden sind. Continue Reading »
Rezensionen & Tonträger Marius on 24.09.2008
Fettes Brot - Ich lass dich nicht los
Im Frühsommer besangen Fettes Brot in Erdbeben das menschliche Hinterteil und landeten damit einen ansehnlichen Video-Hit: 1700000 Klicks konnten sich da nicht irren. Nebenbei spielte die Band noch in der Größe einer Fußballmannschaft auf den großen Bühnen bis hin zum Nürburgring oder aber auch als Geburtstagsüberraschung zum Jubiläum des Haldern-Festivals im dortigen Spiegelzelt. Mit Pascal Finkenauer am Bord erscheint mit Ich lass dich nicht los nun die dritte Single aus dem Erfolgsalbum Strom und Drang, die neben dem Titeltrack auch mit lohnenswertem Bonus-Material aufwartet. Continue Reading »
Rezensionen & Tonträger Marius on 23.09.2008
All Ends - All Ends
Skandinavischer Metal mit Frontfrau. Na das ist ja mal was ganz Neues… Zumindest mag manch einer das jetzt spöttisch denken. Dabei ist das ziemlich unberechtigt, denn auch ohne Spott und Häme kann man sehen: Ja, das ist mal was ganz Neues. Na gut, vielleicht nicht die musikalische Neuerfindung des Rades, aber auf jeden Fall mal etwas ganz anderes als die Art und Weise dieser Musik, die man sonst so aus nördlichen Gefilden gewohnt ist. Und auch der Blick in die Niederlande ist trotz Frauengesang nicht ergiebig, denn auch hier finden sich keine großen Ähnlichkeiten. Kurzum: Weder Nightwish noch Within Temptation können hier in irgendeiner Weise Pate stehen. Man macht lieber was Eigenes. Da hat man was. Continue Reading »
Rezensionen & Tonträger Marius on 22.09.2008
Die Resonanz - Frei mit dir
Mit Die Resonanz erscheint eine weitere Band am seit Monaten sehr stark florierenden deutschsprachigen Indie-Rock-Himmel. Die aus Koblenz stammende Band verbindet modernen Gitarren-Sound mit packenden Melodien und konnte dank ihrer überzeugenden Live-Shows bereits diverse Open Airs spielen sowie Support-Slots für Größen wie Silbermond, Revolverheld, Die Happy, Madsen und die Donots spielen. Eine Menge Vorschusslorbeeren also für eine Band, die gerade erst mit ihrer allerersten Single in den Startlöchern steht. Continue Reading »
Rezensionen & Tonträger Tristan on 22.09.2008
Randy Piper’s Animal - Virus
Randy Piper - seines Zeichens Ex-Mitglied und Mitbegründer der legendären Metal-Band W.A.S.P. – ist zurück mit seiner eigenen Band Animal und deren neuestem Album Virus, welches am 26. September erscheinen wird und den aggressiven Sound des Erstlings Violent new Breed fortführt. Es bietet sehr geradlinigen Hard Rock alter Schule. Gute Voraussetzungen, um einzuschlagen, besonders wenn noch Cranberries’ Klassiker in einer Coverversion mit an Bord ist und als Produzent Chris Laney gewonnen werden konnte, der bei Animal außerdem an der Gitarre mitmacht sowie zusätzlich Teile des Gesangs beisteuert. Continue Reading »
Rezensionen & Tonträger Tristan on 21.09.2008
Blood Ceremony - Blood Ceremony
Es gab eine Zeit, in der Rockmusik noch richtig böse war. Sie verdarb die Jugend, war vom Teufel besessen und im Falle von Led Zeppelin konnte man sogar satanische Verse hören, wenn man die Alben abspielte. Zumindest konnte man derartige und ähnliche Vorurteile von Moralwächtern und ähnlichen hören. Was man wohl damals über die Band Blood Ceremony gesagt hätte, muss wohl noch schlimmer gewesen sein, stehen die Doom-Rocker doch ganz klar in der Tradition experimenteller und psychedelischer Rockmusik, sind aber deutlich morbider als ihre Vorbilder und Vorgänger, die man irgendwo zwischen Deep Purple, Black Sabbath, Jethro Tull, Santana und vielen anderen finden kann. Continue Reading »
Rezensionen & Tonträger Marius on 21.09.2008
Manda Rin - My DNA
„Ich suche eine CD von Bis.“ – „Von wo bis wo?“ Szenen dieser Art spielten sich tatsächlich einst auf der Suche nach einer CD der Gruppe Bis ab, bei der Manda Rin einstig aktiv war. Nach Ausflügen mit dataPanik ist es nun so weit: Mit My DNA erscheint das erste Solo-Album der ehemaligen Sängerin der Band mit dem Missverständnisse hervorrufenden Namen. Da wird bereits nach den ersten Tönen klar: Dies ist endlich mal wieder eines der Alben, auf die die Welt gewartet hat, ohne es überhaupt zu bemerken. Mitreißender Elektro-Pop wird dem Hörer dabei auf ungemein charmante Art und Weise auf die Ohren gegeben, der auf ganzer Albumlänge überzeugen kann. Continue Reading »
Rezensionen & Tonträger Marius on 20.09.2008
Jenny Lewis - Acid Tongue
Jenny Lewis? Falls es jetzt klingelt: Als Kinderstar war sie in verschiedenen Filmen zu sehen, es folgte eine ansehnliche Karriere mit Rilo Kiley, mit dem Titel Rabbit Fur Coat erschien im Jahr 2006 dann das erste Debüt-Album, das gut von der Hörerschaft angenommen wurde. Und weil das alles so schön war, gibt es das Ganze jetzt noch einmal. Nein, nicht als Re-Release, sondern ein komplett neues Album, das dieser Tage mit dem Titel Acid Tongue erscheint. Wer diese säurebehaftete Zunge seien soll, wird beim Hören des Albums jedoch glücklicherweise nicht klar, denn das Album ist überwiegend ruhig und harmonisch aufgebaut mit einer reichhaltigen Liste an Zutaten und Einflüssen. Continue Reading »
Rezensionen & Audiovisuell Marius on 20.09.2008
Within Temptation - Black Symphony
Ein durch und durch ambitioniertes Projekt, das muss man einfach so sagen: Für nur einen einzigen Abend holten sich Within Temptation das Dutch Metropole Orchestra ins Boot, buchten das Ahoy in Rotterdam und spielten somit für einen Abend ein über zweistündiges Set gemeinsam mit Orchester. Und das vor ausverkauftem Haus mit 15000 Zuschauern, die teilweise sehr weite Anfahrtswege in Kauf nahmen. Ein Abend, der also schon von der Grundsituation her etwas ganz Besonderes zu werden versprach. Dass er dies auch tatsächlich wurde, beweisen die niederländischen Gothic Metaller nun auf der Doppel-DVD Black Symphony, die neben dem Konzert auch noch allerhand attraktives Bonus-Material zu bieten hat. Continue Reading »
Rezensionen & Tonträger Marius on 20.09.2008
The Go Faster Nuns - In Traffic
Schweden soll sich warm anziehen – so der Info-Text zur neuen CD von The Go Faster Nuns. Davon ab, dass man sich in Schweden sowieso häufiger mal warm anziehen muss, ergibt diese Aussage musikalisch durchaus Sinn, denn klanglich sind die Bamberger durchaus nah an so manchem schwedischen Punk-Export, obgleich es diese Form von Musik auch an vielen anderen Orten gibt. Dreieinhalb Jahre Zeit für ein neues Album ist zwar eine relativ lange Zeit, schaut man sich aber mal die Liste an, mit denen die Band zwischenzeitlich unterwegs war, wird das verständlich: Electric Eel Schock, Therapy?, The Dwarves, gar The Damned – um nur einige zu nennen… Das entschuldigt dann auch die lange Wartezeit. Continue Reading »
Neuigkeiten PR on 19.09.2008
The Tim findet: Dein Freund sieht aus wie ein Mädchen
Er ist 1 Meter 62 groß und er will, dass Amerika sein Zimmer angreift. Er singt nicht wie Bob Dylan und er hat keine Ähnlichkeit mit Brad Pitt (zum Glück!). Aber er findet, dass dein Freund aussieht wie ein Mädchen. Sein Name ist The Tim, und seine Songs bewegen sich unbeschwert zwischen melodischem Rock mit Pophook und griffigem Pop mit Rockgefühl. Sein erstes Album heißt „Einszweiundsechzig“ (VÖ: 10.10.) und ist randvoll gestopft mit Songs, die mal fröhlich, mal nachdenklich, mal rotzig und mal mit einem Hauch Melancholie daherkommen. Aber selten ohne einen herzlichen Schuss Ironie und Lachen über sich selbst und die anderen. Continue Reading »
Rezensionen & Tonträger Dennis on 18.09.2008
TV On The Radio - Dear Science
2006 kam man kaum vorbei an dem Meisterwerk Return to Cookie Mountain, der Genre-Überwinder und politischen Aktivisten von TV On The Radio. Mit ihrem hochkomplexen Klangmonster setzten sie wie schon im Geniestreich Wolf Like Me angekündigt dazu an, unsere „mongrel minds“ wegzublasen. Und es gelang – zumindest bei denen, die sich die Zeit nahmen genau zuzuhören. So vorbelastet liegt verständlicherweise eine gewaltige Erwartungshaltung an das dritte Album Dear Science, (Komma beabsichtigt) vor. Statt jedoch eine Ebene höher zu schalten in Sachen dissonanter Klangopern mit Gospel- und Jazz-Elementen gehen TV On The Radio einen anderen Weg. Continue Reading »