Monthly ArchiveFebruary 2011
Rezensionen &Tonträger Marius on 27.02.2011
Draven – Mirror
Ein buntes Sammelsurium, das da schon zusammengekommen ist: Songs von der Band fanden sich beispielsweise bei Playstation-Games und auf Red Bull-DVDs (wie der X-Fighter Freestyle Motocross-Veröffentlichung), nebenher durfte die Band aber auch – um an dieser Stelle mal musikalischer zu werden – für die Chemical Brothers, N.E.R.D., HIM, Lovebugs und andere eröffnen. Mit 14 Jahren Verankerung im Musikgeschäft kann sich die Band aus Bern definitiv als eine feste Konstante in der Schweizer Musiklandschaft nennen. Und wenn man nun fragt, womit sie das kann, so hört man sich einfach das neue Album Mirror an und sagt: Mit Recht! Continue Reading »
Rezensionen &Tonträger Tristan on 27.02.2011
Pacific 231 – 1983-98 Compendium
Seit 20 Jahren ist das Noise-Projekt Pacific 231 aktiv, auch wenn das Projekt in den 90ern fast zehn Jahre still stand und man sich auch in der Folgezeit eher rar machte. Für diese Veröffentlichung wurden die Archive geöffnet und zutage kam Material, für das man einige Tage benötigt, um es durchzuhören. Und da es in den 80ern nur auf Tonbändern aufgenommen wurde, musste das Ganze noch gehörig aufbereitet werden, um auf den heutigen Stand zu kommen. Für die finale Zusammenstellung wurde das Material nochmal in zwei Teile geteilt: Auf der ersten CD findet man ausschließlich Aufnahmen, die im Studio entstanden, auf der anderen Live-Aufnahmen des Projektes. Continue Reading »
Rezensionen &Tonträger Marius on 26.02.2011
Beady Eye – Still Speeding, Different Gear
Was haben Liam Gallagher, Andy Bell, Gem Archer und Chris Sharrock gemeinsam? Doofe Frage, klar. Alle haben mal bei Oasis gespielt. Und das sogar zur gleichen Zeit. Nun sind sie Beady Eye – auch zur selben Zeit. Und doch scheint das bemerkenswert zu sein, denn wenn man die Interviews liest, die Liam Gallagher den großen Feuilletons gab (oder besser: zu geben versuchte), steht die Behauptung im Raum, dass das reiner Zufall sei. Fragen zu Oasis sind da dann auch strikt verboten. Es soll ja schließlich um Beady Eye gehen, die als fünften Mann mit Jeff Wootton (beispielsweise Live-Bassist bei den Gorillaz) mit ins Boot geholt haben und nun auf Still Speeding, Different Gear wirklich very british klingen. Continue Reading »
Rezensionen &Tonträger Dennis on 26.02.2011
Mizzle – Sixpack EP
Manchmal ist es so, dass man nach drei Titeln extrem genervt ist, aber manchmal kann man von einer EP gar nicht genug bekommen und bedauert, dass sie mit sechs Titeln so kurz ist. Sixpack von Mizzle ist so ein Beispiel, die Band um Bassist und Sänger Caspar van Beugen holt zum großen Rundumschlag aus. Düstere Songs vorgetragen von einer sehr markanten Stimme, die sich einem in die Gehörgänge gräbt und dort verweilt. Eine Hymne wie Hi Ho hat man lange nicht mehr gehört. Aber auch die anderen, leider nur fünf Stücke, versprechen Großes und werden auch nach dem soundsovielten Hören nicht langweilig. Eine melancholische Grundstimmung angereichert mit überraschenden musikalischen Wendungen. Continue Reading »
Rezensionen Tristan on 25.02.2011
Violent Evolution: Die offizielle Kreator-Biographie
Dass Kreator eine unbestrittene Größe im Thrash Metal sind, steht wohl außer Frage: Über 25 Jahre hat die Band die Musik mitgeprägt und sich zu einer internationalen Größe etabliert. Dass dieser Aufstieg am Anfang sogar relativ einfach gefallen ist, wird in der Biographie Violent Evolution mehr als deutlich, auch wenn das Buch mit einer ganz anderen Phase der Band beginnt. Nämlich mit dem Tiefpunkt der Band um die Jahrtausendwende, die erst mit dem Album Enemy of God aufhören sollte, um dann an die Anfänge der Band anzuknüpfen, in denen das Leben und vor allem Aufwachsen in der damaligen Zeche-Stadt Essen sehr gelungen beschrieben wird. Continue Reading »
Rezensionen &Tonträger Tristan on 25.02.2011
Demian Clav – Wisteria Lodge
Wer die Geschichten von Sherlock Holmes kennt, wird der Name Wisteria Lodge bestimmt ein Begriff sein: Es handelt sich dabei um ein Anwesen, um welches sich eine Geschichte des Meisterdetektivs dreht. An diese lehnt sich das aktuelle Demian Clav-Album an. Sie präsentieren ein düsteres Album, das auch der Soundtrack zu einem Film Noir aus der Stummfilm-Ära hätte sein können, wobei man sich genre-mäßig zwischen Folk, klassischen Orchestern, Rockmusik und elektronischer Musik bewegt. Alles, um eine düstere und melancholische, aber gleichzeitig mysteriöse und fast schon romantisch-verträumte Grundstimmung zu erzeugen. Continue Reading »
Rezensionen &Tonträger Marius on 25.02.2011
Fugo – avant 93:43
Wollte da jemand sein Opus Magnus aufnehmen? Da macht man nichtsahnend das Band um die vermeintliche CD ab und wundert sich: Auf einmal zerfällt das Bündel in drei Teile. Alles CDs. Also eben nicht eine CD, sondern drei. Die 93:43 im Titel sind eben auch kein Zufall, sondern beschreiben die Länge des Albums – obgleich die Sekundenangabe variieren kann. In drei gleiche Teile zu jeweils sechs Songs aufgeteilt, spielen Fugo hier das, was sie als other music definieren, was ihr Genre sein soll. Für eine erste Einordnung sei hier schon einmal erwähnt: Fugo sind in Kürze als Support-Act von …And You Will Know Us By The Trail Of Dead unterwegs. Continue Reading »
Rezensionen &Tonträger Tristan on 25.02.2011
Millipede – Powerless
Dass absolute Talfahrten im Leben zu kreativen Höchstleistungen animieren können, beweist das IDM-Projekt Millipede von Don Hill eindrucksvoll: Dieses entstand in einer sehr schweren Zeit, die er und seine Familie in den letzten anderthalb Jahren durchgemacht hat. Einer Phase, die aus Niederschlägen, dem Versuch, wieder aufzustehen und dem Gefühl, kurz davor zu stehen, endgültig aufzugeben und sich zu verkriechen, gekennzeichnet war. Und wie es der Albumtitel Powerless andeutet, thematisiert das Album genau diese Zeit, was schon an den Songtiteln erkennbar ist, die schleichend das Unheil bringen, aber am Ende doch neue Hoffnung schöpfen lassen. Continue Reading »
Rezensionen &Tonträger Martin on 24.02.2011
Ghost of Tom Joad – Black Musik
Ex-Muff-Potter-Gitarrist Dennis Scheider beweist mit seinem Label Richard Mohlmann Records ein unglaubliches Gespür für gute Musik. Die leider schon aufgelösten Miyagi, die blutjungen Durchstarter Beat!Beat!Beat! und nicht zuletzt Ghost of Tom Joad sprechen dafür. Letztere bringen mit Black Musik nun schon das dritte Album in gut drei Jahren heraus. Nach polternder Indiedisco und Post-Punk auf dem Debüt No sleep until Ostkreuz und geschmeidigem Indie-Pop auf Matterhorn sind Ghost of Tom Joad nun im New Wave angekommen. Das ist eigentlich die logische Konsequenz und klingt richtiger denn je. Da verzeiht man solch ein Cover doch gerne.. Continue Reading »
Rezensionen &Tonträger Marius on 23.02.2011
Rumer – Seasons Of My Soul
Elton John und Jools Holland sind ihr beispielsweise schon verfallen, ihr Album hat gleich als Debüt den dritten Platz der britischen Charts erreicht und die Presse ist begeistert. Die Rede ist von Sarah Joyce alias Rumer, einer britischen Sängerin pakistanischer Abstammung, die nach dem großen Erfolg in Großbritannien nun auch hierzulande Fuß fassen möchte. Mit Seasons Of My Soul liefert sie uns elf Kompositionen, die allesamt in ruhigeren Fahrwassern angesiedelt sind und sowohl soulig mit einem gewissen Lounge-Charakter anmuten als auch Einflüsse aus Singer/Songwriter mit einfließen lassen. Was die Vorab-Single Slow schon zeigen konnte, funktioniert auch auf Albumlänge. Continue Reading »
Rezensionen &Tonträger David on 22.02.2011
Amplifier – The Octopus
Über Amplifier als Band, ihr neues Album The Octopus sowie die Begleiterscheinungen, die zu diesem Release führten, gäbe es so viel zu erzählen, dass man damit jeden virtuellen Scroll-Down-Balken problemlos auf Staubkorngröße zusammendrücken könnte. Gehen wir es daher über die bei Musikjournalisten so beliebten Vergleichsparameter an und stellen uns einfach vor The Mars Volta und Pink Floyd würden sich nachts in einem Aufnahmestudio in Manchester treffen, um mal was „spannendes“ zu machen. Das Ergebnis einer solchen erdachten Kollaboration entspricht etwa dem, was dem geneigten Hörer auf The Octopus begegnet. Continue Reading »
Rezensionen &Tonträger Tristan on 22.02.2011
Twisted Sister – Come out and Play
Hört man das Album Come out and Play, merkt man schnell, dass der Name im Grunde Programm des Albums ist. Denn dieses Album gehört eindeutig zu den verspieltesten Alben der Band-Geschichte und man merkt, wie groß die Spielfreude und der Enthusiasmus gewesen sein müssen, als dieses Album im Jahre 1985 entstanden ist. Dass einige der Lieder des Albums noch heute nicht nur live selbstverständlich gespielt werden, sondern auch in Metal-Discos selbstverständlich sind, sollte jedem noch einmal deutlich klar machen, dass man es bei Come out and Play mit einem Geniestreich zu tun hat, der in keiner Metal-Sammlung fehlen sollte. Continue Reading »
Rezensionen &Tonträger Martin on 22.02.2011
New Found Land – The Bell
Aus zwei mach vier – New Found Land haben ihre Mitgliederzahl verdoppelt. Mit ihrem zweiten Album The Bell meldet sich die Gruppe um Frontfrau und Wahlberlinerin Anna Roxenholt nach dem 2009er Debüt We All Die nun zurück. Roxenholt brilliert erneut mit ihrer Engelsstimme. Wie kann man sie bloß nicht mögen? Eigentlich unmöglich, sich von diesem Charme nicht breitschlagen zu lassen. Musikalisch ist The Bell eine grüne Wiese aus Melodien. Die Instrumente schießen wie Grashalme aus dem Boden: Tuba, Saxophon, Synthies und die üblichen Verdächtigen. Stückweise liegt es sich sehr bequem auf der Wiese mit Blick auf den unbeschwerten, blauen Himmel. Continue Reading »
Interviews Marius on 20.02.2011
Interview mit Stuntcat
Mit der eigenen Ehefrau in derselben Firma zu arbeiten, kann mitunter ein Herd für Ehekrisen sein. Nicht so bei Björn und Linda aus Dortmund. In diesem Fall heißt die Firma „Stuntcat“ und ist eine Band. Mit „You Look So Alien In Your Bloody Tuxedo” erschien kürzlich das Debüt-Album als Stuntcat. Der musikalische Weg der beiden aber ist schon länger. Wir gaben den Dortmundern im Interview die Gelegenheit, sich und ihre Musik ausgiebig vorzustellen und sprachen über die Band, die Postmoderne, Christoph Schlingensief und so einige andere Themen. Wir wünschen spannende Lektüre! Continue Reading »
Audiovisuell &Rezensionen &Tonträger Tristan on 19.02.2011
Rummelsnuff – Brüder/Kino Karlshorst
Wenn man es geschafft hat, die unterschiedlichsten Menschen mit seiner Musik anzusprechen, dann muss man wohl ein großer Künstler sein. Besonders, wenn man es schafft, die Schwulenszene und die Elektro-/Gothic-Szene genau so anzusprechen wie die Bierzelt- und Kirmes-Klientel, wie es Rummelsnuff mit seiner Mischung aus Chanson, Arbeiterliedern, Elektropop und Industrial inklusive einer sehr eigenen Art von Humor es bislang geschafft hat. An der gewohnt teils schrägen, teils bemerkenswerten Kombination dieser Elemente hat sich auch auf der neuen EP inklusive DVD nicht viel geändert, auch wenn unter den insgesamt fünf Liedern man dann doch eine oder andere Überraschung erlebt. Continue Reading »
Vorberichte PR on 19.02.2011
Madsen: Im März auf Deutschlandtour
Am Ende wird alles gut. Das ist immer so, und das ist auch bei Madsen so. Dabei war schon im Frühjahr alles fertig und in den Startlöchern: Das Album Labyrinth war abgemischt, das Video zur Single war so gut wie abgedreht, die Tourdaten standen. Doch beim Videodreh zu Lass die Liebe regieren stürzte Sänger Sebastian Madsen aus fünf Metern Höhe ab und brach sich die linke Hand. Die Frühjahrstour musste komplett abgesagt werden. Trost spendete da den Fans alleine das vierte Album der Niedersachsen und die Hoffnung auf den Festivalsommer und die Nachholtermine. Continue Reading »
Rezensionen &Tonträger Marius on 19.02.2011
Blutengel – Tränenherz
Ich bin ein ehrlicher Mensch. Deswegen gebe ich zu: Als ich kürzlich Post erhielt und ausgerechnet das neue Album von Blutengel in den Händen hielt, musste ich ein bisschen lachen. Blutengel. Ausgerechnet. Nun ja. Aber da ich ja ein ehrlicher Mensch bin, gebe ich auch zu: Auf dem einen oder anderen alten Festival-Tape oder -Sampler findet sich dann doch immer mal ein Song von Blutengel mit eingebaut. So oder so: Jeder hat schließlich auch seine Chance verdient. Auch das neue Album von Blutengel. Also das Tränenherz mal in den CD-Player gelegt und gehorcht, was der umtriebige Chris Pohl mit seinem Vorzeige-Projekt dieses Mal so auf die Beine gestellt hat. Continue Reading »
Rezensionen &Tonträger Tristan on 18.02.2011
Val Denham & Ô Paradis – Transform Thyself
Da haben sich ja genau die richtigen getroffen, möchte man fast sagen: Ô Paradis aus Spanien, bekannt durch avantgardistische Musikkompositionen und Val Denham, eine Transgender-Künstlerin (sie wurde als Junge geboren und ist mittlerweile eine Frau) aus England, die schon mit der Industrial-Legende Throbbing Gristle zusammengearbeitet hat. Sie kommentieren ihr gemeinsames Werk wie folgt: “We wanted to make an album of real songs that would contaminate the listeners mind.” Damit sollte die Richtung des Albums schon mal klar sein. Ebenfalls genau so, dass man für diese Art von Kunst auch eine gewisse Ader haben muss. Continue Reading »
Rezensionen &Tonträger Tristan on 18.02.2011
Seven that Spells – Acid taking and sweet love making
Na wenn man da mal nicht mit der im Titel vorhandenen Substanz ordentlich nachgeholfen hat, um dieses Album zu machen. Anders jedenfalls sind die akustischen Eskapaden, auf die einen Seven that Spells auf ihrem neuen Album schicken, kaum zu erklären. Auch wenn man ähnliches von den Vorgängern auch nicht anders hätte sagen können. Der Unterschied ist nur: Mit Acid taking and sweet love making treibt man es echt auf die Spitze und lässt dem Hörer keine Chance, aus diesem akustischen Drogentrip zu entweichen. Zumindest nicht so lange, bis dieser dann irgendwann nach fünf Liedern und fünfzig Minuten später auch dann mal sein Ende erreicht hat. Continue Reading »
Neuigkeiten PR on 18.02.2011
Gil Scott-Heron trifft Jamie XX: We’re New Here
Im Februar 2010 veröffentlichte Gil Scott-Heron “I’m New Here”, sein erstes Studioalbum nach knapp eineinhalb Jahrzehnten. Die von XL-Recordings-Chef Richard Russel produzierte Platte wurde von Fans und Kritikern gleichermaßen gefeiert und bescherte dem “schwarzen Bob Dylan” und “Godfather of Rap” eine ungeahnte Wiederauferstehung. Auch für Jamie Smith aka Jamie xx waren die letzten 18 Monate eine außergewöhnliche Zeit. Der kometenhafte Aufstieg seiner Band The XX wurde 2010 gekrönt durch den Gewinn des Mercury Prize für das von ihm produzierte Debütalbum. Continue Reading »