Alte Schätze Marius, 05.05.2008
Attrition – At the Fiftieth gate
Wer häufiger hier liest, dem wird auch der Name Attrition schon häufiger begegnet sein – der Grund ist ganz einfach: Neben dem aktuellen Album All mine enemys whispers ist Martin Bowes nach wie vor aktiv dabei, den Back-Katalog aufzuarbeiten. Dass dieser auch nach all den bereits erschienen Wiederveröffentlichungen noch für Überraschungen gut ist, beweist Martin Bowes nun mit dem Album At the Fiftieth gate, dem man zurecht eine Sonderstellung unter den Veröffentlichungen von Attrition zusprechen kann, da auf diesem Album wirklich so einiges anders ist als sonst, was verschiedene Aspekten verdeutlichen.
Ungewöhnlich ist dieses 1988 erschienene Werk bereits durch die Beteiligten: Julia Walter nahm 1987 – 1988 eine Auszeit von Attrition und arbeitete mit den Legendary Pink Dots zusammen. So kam es, dass Martin Bowes Kontakt zu seinem alten Freund dem Punk-Gitarristen Garry Cox aufnahm, der sich daraufhin bereitwillig aktiv an At the Fiftieth gate beteiligte. Und so kam es, dass Attrition diesmal deutlich in Richtung 80er Jahre Gothic Rock tendierten, wo die sonst so markante Elektronik am ehesten noch durch die Keyboard-Harmonien hervortritt, ergänzt durch einige Samples und Computer-Sequenzen.
Fiel nun im vorigen Absatz nun schon der Terminus des 80er Jahre Gothic Rocks, so ist im Grunde schon fast exakt umrissen, was die 70 Minuten At the Fiftieth gate musikalisch enthalten. Gothic Rock/Wave Rock der ganz klassischen Sorte mit weitestgehend prägnanten Songlängen von drei bis vier Minuten. Steckt man diesen musikalischen Großraum nun mit Bandnamen wie Chameleons, Sisters of Mercy, Mission und co. ab, so sind das sicherlich passende Referenznamen, die aber nicht darüber hinwegtäuschen sollten, dass Martin Bowes und Garry Cox hier ihre ganz eigene und vor allem eigenständige Vision von Gothic Rock verwirklicht haben, die zwar gänzlich anders klingt als das sonstige Oeuvre von Attrition, sich dort aber gut einfügt, als ein Album einer Gruppe, die stets ihr Ding macht.
Betrachtet man nun abschließend noch einmal dieses Album und den mehrfach angesprochenen 80er-Gothic-Rock-Referenzraum, so fällt eigentlich vor allem eines auf: Spricht man von dieser musikalischen Tradition, so fällt vor allem ein Album viel zu häufig unter den Tisch. Und dabei handelt es sich genau um dieses. Denn At the Fiftieth gate ist treibender Gothic/Wave Rock, der druckvoll nach vorne geht, eingängigen Gesang von Martin Bowes und diesen sehnend-melancholischen Touch bietet, der nur allzu gut in diese Zeit passt. Eine wirklich wichtige und lohnenswerte Wiederveröffentlichung!
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Homepage: www.attrition.co.uk
MySpace: www.myspace.com/danteskitchen

Text: Marius Meyer