Es gibt Bands, bei denen das Veröffentlichen einer Best Of volkommen sinnlos wäre. Zu viele und zu vielfältige Sachen haben jene Bands veröffentlicht, als dass sie sich auf einer oder zwei CDs zusammenfassen lassen würden. Daher bleibt nur eines übrig: Entweder man kapituliert direkt vor der Masse an Veröffentlichungen oder kämpft sich durch den kompletten Backkatalog einer Band. Letzteres ist bei Attrition mittlerweile wieder gut möglich, da die Band ihren gesamten Backkatalog nach und nach veröffentlicht. Neuste Veröffentlichung aus diesem ist Ephemera, welches im Jahr 1995 das erste Mal veröffentlicht wurde.

Im Vergleich zu den eher tanzbaren und Cold Wave-inspirierten Alben wie A tricky Business ist Ephemera ein fast reines Industrial-Ambient-Album, bei welchem gelegentlich E- Gitarren und rituelle Perkussion auftauchen und auf düstere Soundscapes treffen. Thematisch geht es dabei um Religion, Liebe, Hoffnung und Verzweiflung, wobei der Hörer in den überlangen Stücken (keiner ist kürzer als neun Minuten) tief eintauchen kann.

Das eigentlich Beeindruckende an dem Album ist, dass man sofort die Handschrift von Attrition wieder erkennt, wenn man mit deren sonstigem Schaffen vertraut ist. So ist es nicht nur gut, dass Ephemera wiederveröffentlicht wurde, nein: Es zeigt dazu auch die Vielseitigkeit einer leider heute häufig viel zu sehr unterschätzten Band.

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Homepage: www.attrition.co.uk
MySpace: www.myspace.com/danteskitchen

Text: Tristan Osterfeld