Alte Schätze Marius, 12.06.2009
Attrition – The Hand That Feeds
Wie schreibt man eine Einleitung zu einer CD von Attrition? Diese Frage stellt sich bald wirklich, denn seit Mitte 2007 ist Martin Bowes nun dabei, den Back-Katalog seines Projektes aufzuarbeiten, was bei mehr als zwei Jahrzehnten eine ganze Menge von Veröffentlichungen mit sich bringt. Und wer so lange Musik macht, kennt natürlich auch so einige in der Szene. Kein Wunder also, dass es da auch Wünsche nach Remixen gibt. 2000 war es dann soweit: Mit The Hand That Feeds erschien eine Remix-Zusammenstellung von Attrition. Diese erscheint nun im Reigen der Wiederveröffentlichungen des Back-Katalogs neu und ist – wie auch so einige der Re-Releases zuvor – um einen Bonustrack ergänzt.
Sind Attrition ja auch an sich eine sehr vielseitige Band, lassen sich durch die verschiedenen Remixe noch andere Facetten abgewinnen. Dies lässt sich am besten anhand einiger Beispiele aufzeigen…
Cosmetic Citizen im Stromkern Remix beispielsweise unterlegt die sirenenhaften Frauengesänge und den düsteren Gesang von Martin Bowes mit einem tanzbaren Beat, der mit hohem Tempo nach vorne prescht und dabei deutlich auf die Tanzfläche drängt. Dennoch bleibt hier eine deutliche Eigenständigkeit der Attrition-Klänge bestehen.
IAE hingegen im In The Nursery-Remix offenbart getragene Neoklassik-Klänge gepaart mit dunklem Elektro. Die Dramatik von In The Nursery mit perkussiven Trommelschlägen trifft auf die dunklen Klangsphären Martin Bowes und stellen eine gute Kombination dar.
White men talk im Morbus Kitahara-Remix wiederum paart den Elektro von Attrition mit einem ordentlichen Schuss Gothic Rock. Zwar ist die Basis nach wie vor der Elektro, aber durch ein echtes Schlagzeug und hintergründige verzerrte Gitarren sowie die Synthie-Sphären ist hier ein nicht zu verachtendes Stück Gothic Rock elektronischer Prägung entstanden.
Auch die weiteren Stücke stehen den bisher erwähnten in nichts nach. Andere Namen, die sich hier für Remixe verantwortlich zeichnen, sind unter anderem Dance Or Die, Chris n’ Cosey, New Mind, Attrition selbst, dazu kommen einige Techno- und Drum’n’Bass-DJs. Für Vielseitigkeit ist also gesorgt. Und das, ohne dass Attrition sich dabei selbst verleugnen würden. Kurzum: Abermals eine gelungene Attrition-Wiederveröffentlichung.
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Homepage: www.attrition.co.uk
MySpace: www.myspace.com/danteskitchen

Text: Marius Meyer