Alte Schätze Marius, 25.11.2005
R.E.C. – R.E.C.
Wenn man sich anfänglich erst einmal alleine die Beteiligten dieser CD, die 1994 erschien, anschaut, sieht man eine vielversprechende Mischung: Teile von Project Pitchfork als (düstere) elektronische Parts, Teile von Love Like Blood für den (Gothic-) rockigen Part und Martin Sprissler, der für die “lyrischen” Elemente sorgt. Dieser ist auch für seine endzeitig angehauchten Lesungen bekannt und fügt sich gut ins das Gesamtkonzept ein.. Nebem dem Joy Division-Cover A Means To An End finden sich auf der CD elf eigene Stücke so wie ein zusätzlicher Remix.
Die Musik klingt in etwa so, wie man es sich bei dieser Konstellation der Beteiligten vorzustellen hat: Sehr abwechslungsreich. Wahlweise rockig oder tanzbar, gelegentlich auch beides. Diese Abwechslung spiegelt sich auch im Gesang wieder, denn sowohl Yorck Eisel (Love Like Blood) als auch Peter Spilles (Project Pitchfork) sind mal am Mikrofon anzutreffen. Zu den am ehesten fürs Tanzbein gedachten Stücken gehören wohl TV-Healers und Stale Air, die neben einem selten festzustellenden und auch über zehn Jahre später noch beispielhaften Grad an Innovation auch sehr auf die Tanzfläche zielen. Bei erstgenanntem wirkt die Stimme teils schon beinah hypnotisierend, da der Hall sehr stark ist. Vereinzelt geht es auch mal in eingängigere (beinah schon poppige) Gefilde, die dann aber jeweils nur einen kurzen Ausflug darstellt, nach dem sich schnell der härtere Gang wieder in den Vordergrund stellt. Diese Passagen erschließen sich dem Hörer eventuell erst nach mehrmaligem Hören. Wo sich die bisherigen Äußerungen eher auf die elektronischeren Stücke bezogen, kann man die rockigeren Stücke beinah als Kontrastprogramm bezeichnen, die sehr durch ihre verzerrten Gitarren gekennzeichnet sind. Das Stück Bull-Fighting hingegen kombiniert beide Aspekte des Gesamtwerks.
Betrachtet man die CD von der inhaltlichen Seite, so sind die Lyrics stark so gestaltet, wie sie bei beiden Bands zu dieser Phase generell ausfielen: Miss-Stände in der Gesellschaft werden angeprangert. Von einer Beschäftigung mit den Lyrics ist nicht unbedingt abzuraten (wie bei manch anderer Formation dieses Genres).
Insgesamt wurde mit dem Album ein leider sehr unbeachtet geblieber Meilenstein geschaffen, der auch heute noch sehr beispielhaft ist. Zu beziehen ist das Album zum Beispiel über Amazon – inzwischen zum sehr günstigen Preis: amazon.de
Links zu den Beteiligten:
http://www.love-like-blood.com – Love Like Blood
http://www.pitchfork.de – Project Pitchfork
http://www.kains-kinder.de – Martin Sprissler

Text: Marius Meyer