The Verve… Das ist ja an sich schon eine lange Geschichte. Inzwischen sind zwar längst nicht mehr existent, aber sie haben definitiv einen bleibenden Eindruck in der Musikgeschichte hinterlassen. Nach der „Bitter Sweet Symphony“ waren sie in aller Munde, was aber dabei komplett die ganze vorherige Laufbahn der Band in den Hintergrund stellte. Inzwischen ist Richard Ashcroft als Solokünstler erfolgreich und auch der Rest der Band hat sich neu orientiert (wie z.B. The Shining zeigen)…
Die hier vorliegende CD ist nicht in dem Sinne ein Album, sondern vielmehr eine Sammlung von B-Sides und Outtakes, die sehr gut in die damaligen Verve-Zeit passen, sie aber auch in einer anderen Art und Weise präsentiert. „No Come Down“ als Titel könnte fast schon systematisch sein. Die CD stammt aus der Zeit der Drogenexzesse der Band und man hört es ihr auch stark an. Auf jeden Fall kommen sie in dieser Phase scheinbar nicht von runter.
Der Hörer wird auf dieser Compilation auf eine psychedelische Reise entführt. Wer die „A Storm In Heaven“ besitzt, dürfte in etwa wissen, wie man sich das vorzustellen hat. Psychedelische Klanglandschaften dominieren das Bild, es ist ruhig und fließend. Der Opener „No Come Down“ hört sich gleich stark nach Drogen an. Es folgt ein USA Mix des Titels „Blue“, der die ursprüngliche Version ein wenig zu verbessern weiß, da er dem Song etwas mehr Struktur gibt.
Es folgen zwei acoustic-Versionen von Stücken. „Make It Till Monday“ zeigt sich dabei etwas klarer, die psychedelische Atmosphäre wird aber auch hier rübergebracht. Durch die akustische Gitarre nähert sich das Stück etwas mehr der ursprünglichen Song-Definition an, während „Butterfly“ immer noch genau so verspielt ist und auch hier eine Länge von über sieben Minuten aufweist. Die Verspieltheit wird auch hier durch ein Saxofon verstärkt.
Auch die sonstigen Stücke sind top. „One Way To Go“ weist am ehesten den Charakter eines Popsongs auf, da es eingängig ist und treibend. Die Live-Aufnahme von „Gravity Grave“ bietet letztendlich auch noch einen Einblick da rein, wie The Verve damals live klangen. Hierbei steht eine grandiose Bass-Linie im Vordergrund. Der Song ufert stark aus und weiß bei über neun Minuten durchaus zu glänzen.
Auf jeden Fall ein ganz wichtiges Dokument für den Musik-Interessierten. Es klingt noch weit entfernt von der Band, die sie einmal geworden sind (wobei festzuhalten ist, dass sie zu jeder Zeit grandios waren), ist extremst psychedelisch angehaucht und verbreitet eine sehr undergroundige Atmosphäre. Top!

Tracklist:
1. No Come Down
2. Blue (USA Mix)
3. Make It Till Monday (acoustic)
4. Butterfly (acoustic)
5. Where The Geese Go
6. 6 O’Clock
7. One Way To Go
8. Gravity Grave (Live Glastonbury 93)
9. Twilight

Homepage: http://www.theverve.co.uk

Bezugsmöglichkeiten:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B000000W5U/ref=pd_bxgy_text_2/028-9445482-3451750 – Import bei Amazon
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Text: Marius Meyer