Dornenreich hatten auf dem diesjährigen Wave Gotik Treffen allen Grund zum Feiern: So durften sie gleich zwei Konzerte spielen und beide waren so gut gefüllt, dass nicht jeder einen Platz erhalten konnte, sondern viele Hörer aus Platzgründen nicht mehr rein gelassen werden konnten. Nachdem sie am Sonntag in der Krypta des Völkerschlachtdenkmals spielten, fand sich am Montag vor dem Soundcheck für den Auftritt in der Moritzbastei eine passende Zeitlücke, um im nahe gelegenen Restaurant „Augustus“ bei einem kühlen Getränk mit Eviga über das Festival an sich, Inspirationen, Träume, Hörspiele und Konzerte zu sprechen. Was es dabei zu erfahren gab, gibt es im vorliegenden Interview zu lesen.

Marius: Zu Beginn erst einmal eine Frage zum Festival… Ihr spielt in diesem Jahr gleich zwei Auftritte hier. Wie kam es dazu, dass ihr gleich zweimal auftretet?

Eviga: Das ist jetzt eine gute Frage… Also ursprünglich hatten wir das mal vorgeschlagen, ob man nicht mal in der Krypta spielen könnte, aber dann hat die Festivalleitung einen anderen Vorschlag bezüglich der Spielortes gebracht. Schließlich haben beide Seiten die beiden Spielorte so passend gefunden, dass wir uns mit dem Veranstalter geeinigt haben, dass wir – wenn wir schon so weit anreisen – vielleicht zwei Konzerte spielen könnten. Und so kam es dazu.

Marius: Inwiefern unterscheiden sich die beiden Auftritte? In der Krypta kann man ja denk ich von was anderem ausgehen, als das in der Moritzbastei der Fall sein wird.

Eviga: Ja, schon. Wir haben das Programm schon ein wenig auf die verschiedenen Orte abgestimmt. Wir werden heute in der Moritzbastei schon was ändern. Zum Beispiel werden wir drei ganz neue Stücke spielen, die überhaupt noch nicht live gespielt wurden, von unserem kommenden Album „In Luft geritzt“. Manche besonders intimen und dynamischen Stücke werden wir nicht spielen, da die Publikumslautstärke heute wohl vernehmbarer sein wird als gestern. Das hängt alles sehr von der Lokalität ab.

Marius: Ist es dann auch akustisch oder ist es verstärkt?

Eviga: Wir spielen immer verstärkt, da unsere Stücke erhebliche Dynamik, will meinen, extreme und oft unmittelbare Wechsel zwischen ruhevollen und lauten Abschnitten aufweisen, was sich nicht für alle Spielorte in gleicher Weise eignet.

Marius: Wie kamt Ihr dazu, in diesem Jahr jetzt wieder akustische Sets zu spielen? Soweit ich mich erinnere, ich das letzte Mal 2001 gewesen, damals auf der Tour mit Tenhi und :Of The Wand And The Moon:…

Eviga: Ja, das ist lange her, stimmt. Das war eine großartige Erfahrung damals. Menschlich und künstlerisch war das was ganz Besonderes und Bereicherndes und das wollten wir schon länger wieder machen, aber Tenhi werden ja auch erst heuer wieder auf die Bühne zurückkehren – nach einer längeren Live-Pause. Mit Of the Wand and the Moon hätte es im März beinahe wieder ein Konzert gegeben. Leider passte der Termin für Of the Wand and the Moon aber schlussendlich doch nicht und so mussten wir dieses Vorhaben auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Aber ich habe wieder einen guten Kontakt zu Kim von Of the Wand and the Moon und ich denke, dass wir bald wieder gemeinsam spielen werden.

Marius: Wie groß ist Eure Besetzung denn derzeit?

Eviga: Zwei Mitglieder – Inve und ich.

Marius: Bei der CD stand bei „Durch den Traum“ soweit ich weiß ja sogar nur einer…

Eviga: Ja. „Durch den Traum“ wurde von mir allein abgeschlossen, ehe Inve/Thomas Riesner, der ja schon auf „Her von welken Nächten“ Geige spielte, wieder zu Dornenreich stieß und ein festes Mitglied wurde.

Marius: Mal wieder zum Festival… Welche Wichtigkeit messt Ihr zum einen der Veranstaltung Wave Gotik Treffen an sich bei und wie seht Ihr dabei den Stellenwert Eurer zwei Auftritte?

Eviga: Wir finden es sehr schön, dass wir wieder hier sein können nach langer Zeit. 2001 waren wir ja das letzte Mal hier. Ich denke, wir passen auch sehr gut zu dem Festival und in die Stadt rein. Leipzig atmet schon eine ganz besondere Atmosphäre und gerade das Völkerschlachtdenkmal ist eine wunderbare Spielstätte für unsere Musik und unsere Texte, die sich gestern in der Krypta des Denkmals in besonderer Weise entfalten konnte.

Marius: Im Zusammenhang mit dem WGT taucht ja immer wieder der Begriff „Szene“ auf. Seht Ihr Euch in irgendeiner Szene verankert? Wie steht Ihr zu dem Denken in Szenen allgemein?

Eviga: Das ist immer schwierig. Es ist ja bald schon so, dass jede Band ihr eigenes Genre zu definieren scheint, wenn man sich die Bezeichnungen in Rezensionen und Anzeigen bewusst ansieht und freilich ist jeder in gewisser Weise ein Kind seiner Zeit, doch persönlich denke und fühle ich, dass wir etwas machen, das sich letztlich jenseits aller Szene- und Genrebezeichnungen bewegt.

Marius: Ich hab in älteren Interviews gelesen, dass Ihr gerne mal wieder mit Tenhi spielen würdet. Nun ist es ja so, dass Ihr das in diesem Jahr beim Zwischenwelten-Festival in Koblenz so mehr oder weniger realisieren könnt. Was verbindet Euch mit Tenhi außer der Tour 2001? Es klingt sehr verbunden, wie Du Dich zu Tenhi äußerst.

Eviga: Das waren ganz ganz schöne Erfahrungen. Es waren wirklich gute Gespräche, die wir geführt haben, was ja nun nicht immer der Fall sein muss. Wir sind im Tourbus wirklich gut klargekommen und haben backstage sehr oft zusammen gejammed. Wir haben viel voneinander gelernt, gerade musikalisch. Das war eine sehr fruchtbare Sache. Wir haben ja davor auch schon Tourneen gespielt und gerade diese Tour mit Tenhi und :Of The Wand And The Moon: war ganz speziell stimmig und harmonisch. Deswegen erinnert man sich da gern zurück und möchte es vielleicht gerne noch einmal wiederholen in ähnlicher Form.

Marius: Spielt Ihr dann in Koblenz auch wieder ein akustik-Programm?

Eviga: Ja, schon. Das wird eine spezielle Mitternachtseinlage werden, die das Zwischenwelten-Festival – so hoffe ich – stimmungsvoll beenden wird. Wir freuen uns schon sehr darauf, da die Burg, auf der das Festival stattfindet einen fantastischen Rahmen bietet und der Veranstalter, den wir im Rahmen der letztjährigen Prophecy-Konzertnacht kennenlernten, ein wirklich engagierter Mensch ist.

Marius: Ist auch wirklich sehr schön da…

Eviga: Er hat uns auf besagter Prophecy-Konzertnacht in Zeltingen im letzten Herbst gesehen und es hat ihm selber so gut gefallen, dass wir dieses spezielle Konzert für das Zwischenwelten-Festival sofort gemeinsam planten.

Marius: Aus dem vergangenen Jahr stammt für mich die Information, dass Du seitdem bei Dornenreich alleinige künstlerische Autorität bist. Ist das noch aktuell? Du hast ja vorhin wieder von einer Zweierbesetzung gesprochen…

Eviga: Kurzzeitig war es so. Anfang 2006 war nur noch ich übrig von den drei Leuten der Anfangstage. Aber jetzt ist Thomas Riesner/Inve ein festes Mitglied und wächst immer weiter rein in das, was ich mit Dornenreich auszudrücken suche. Er bringt sich immer mehr ein, obwohl es im Augenblick schon so ist, dass ich die Grundstrukturen auf der Gitarre vorgebe und ihm auch viele Geigenmelodien bereits präsentiere und er es interpretiert, aber da wir immer mehr ein gemeinsames Spielgefühl entwickeln, ergänzt er meine Grundideen in stimmiger Art und Weise. Es fühlt sich einfach gut an, ihn in Dornenreich zu haben – künstlerisch wie menschlich.

Marius: Ist auf diese Weise zu erwarten, dass es in Zukunft ausgeglichener werden wird?

Eviga: Ich denk schon, im Moment entwickelt es sich so.

Marius: Wie empfindest Du es denn dann von der Arbeitsweise her? Ich mein, Du hast jetzt eine Weile allein gearbeitet und nun wieder mit Leuten zusammen. Wie empfindest Du da den Unterschied?

Eviga: Also in der Zeit, in der ich ganz allein war (Ende 2005/Anfang 2006), hab ich den Austausch mit anderen Musikern sehr vermisst. Ich mein, warum macht man Musik? Um sich selber mitzuteilen und sich auszudrücken, klar. Aber eben auch, um auf einer Ebene mit anderen Leuten wirklich tiefgehend zu kommunizieren. Mit einem anderen Menschen zusammen Musik zu machen ist etwas ganz Besonderes und ich bin sehr sehr glücklich, dass ich jetzt in Thomas Riesner einen wunderbaren Musiker und Menschen gefunden habe. Die meisten Sachen erarbeite ich im Moment noch selber für mich. Das ist klar, da ich von Anfang an in der Band war und die textlichen Konzepte erstelle. Daher laufen bei mir im Endeffekt alle Fäden zusammen. Allerdings bin ich immer glücklich, wenn von seiner Seite gute Ideen kommen – und das tun sie auch.

Marius: Mal wieder zu einer etwas allgemeineren Frage. Sie erscheint mir zwar immer recht abgegriffen, bei Euch aber doch lohnenswert. Mich würde mal interessieren, wo Du selbst Eure Musik einordnen würdest, wie Du Euch musikalisch und stilistisch einordnen würdest. Allein in der Presse-Info waren Ambient, Folk und Metal angegeben, was ja schon drei recht unterschiedliche Stile sind.

Eviga: Ja, das ist ganz ganz ganz schwierig. Wenn schon ein Genrebegriff fallen muss – und das muss er in unüberschaubaren Zeiten wie diesen – dann würde ich unsere Musik im Moment schlicht als leidenschaftlichen und mystischen Folk bezeichnen. Die Instrumentierung ist erdig, doch die Sehnsucht, „das Gefühl, dem kein Wort folgen kann“ ist erhebende, sehnsuchtsvolle und über das Physische hinausweisende Etwas, das immer im Unfasslichen mitschwingt.

Marius: Kommen wir zu Eurer Entwicklung. Bei der ersten Veröffentlichung ward ihr 16 Jahre alt. Würdest Du sagen, dass Deine eigene Entwicklung und die von Dornenreich sich in irgendeiner Weise gegenseitig beeinflusst haben? In welcher Weise würdest Du das beschreiben?

Eviga: Ja, da ist sicher eine wechselseitige Beeinflussung vorhanden. Zu Debüt-Zeiten, also bei der „Nicht um zu sterben“, da spürt man diesen jugendlichen „Sturm-und-Drang-Geist“, der sich unbedingt lautstark mitteilen will. Das hat sich dann immer weiterentwickelt. Die Musik und die Texte spiegeln durchaus authentisch meine Entwicklung als Mensch wider. Sicher in gewisser Weise küntlerisch gehöht, poetisiert, aber immer mit meiner menschlichen Entwicklung gekoppelt. Und rückwirkend hat die Musik auch mein alltägliches Leben beeinflusst. Die Musik, die uns ja gerade auch durch die Tourneen immer an ganz besondere Orte geführt hat und mit bestimmten Menschen in Kontakt gebracht hat. Die vielen Erfahrungswerte haben so auch mein alltägliches geprägt und beeinflusst.

Marius: Kamen dadurch dann auch die unterschiedlichen Zeitspannen zwischen den Alben? Ich mein, es waren ja über vier Jahre zwischen „Her von welken Nächten“ und „Hexenwind“, zum aktuellen Album „Durch den Traum“ waren es dann nur noch 12 Monate.

Eviga: Also, nach „Her von welken Nächten“ hatten wir das sehr ambitionierte Projekt im Kopf gehabt, dass wir eigentlich eine Doppel-CD machen wollten, die jetzt letztendlich als „Hexenwind“ und „Durch den Traum“ vorliegt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von „Hexenwind“ war „Durch den Traum“ eigentlich auch schon fertig aufgenommen von der Musik her. Es kamen dann noch der Großteil der Texte bzw. das Konzept für die CD, also der inhaltliche Rahmen. Nach „Hexenwind“ hab ich mir die Stücke für „Durch den Traum“ noch einmal angehört. Sie ließen mich nicht los. Ich hab wahnsinnig viel Leidenschaft da rein investiert in den Jahren zwischen „Her von welken Nächten“ und „Hexenwind“ und hab sehr viel getüftelt und sehr viel ausprobiert, das musste ich dann zu einem konstruktiven Ende führen, indem ich es auf allen Ebenen abschließe und veröffentliche.

Marius: Was mir bei „Durch den Traum“ aufgefallen, war sind die Titelnamen. Die Stücke haben alle keine Namen, sondern nur Nummern, was bei den Alben davor ja nicht der Fall war. Wie kam es zu dieser Durchnummerierung?

Eviga: Das hängt mit dem Konzept von „Durch den Traum“ zusammen: Traumerleben, in dem alles ineinander zu fließen scheint – Bewusstes und Unterbewusstes. Dieses Ineinanderübergehen von ganz intensiven Momenten, das fasziniert mich an Träumen sehr und ich wollte den Liedern keine Titel geben, da diese den Fluss und die Gleichberechtigung aller textlich und musikalisch ausgemalten Momente gestört hätten. Ich wollte also eher Stimmungsbilder entstehen und für sich stehen lassen. Deswegen sind die Texte auf eine sehr impressionistische Weise abgefasst – bildhaft und knapp.

Marius: Also in etwa so, dass es musikalisch auf die Dramaturgie dieser Träume abzielt?

Eviga: Ja, ganz genau. Das sind ganz intensive Bilder, die für sich aber gleichberechtigt nebeneinander stehen, immer in einem großen Fluss. Es sind ja durchaus viele verschiedene Momente in der Musik drin, aber es fließt trotzdem dahin. Es ist nicht so, dass die Teile nichts miteinander zu tun haben, der Fluss bleibt immer erhalten. Das ist mir sehr wichtig, das war auch bei „Hexenwind“ schon so.

Marius: So, dass es dann auch wirklich als Gesamtwerk angesehen werden soll?

Eviga: Ja, der Grundgedanke ist der, dass der Traum symbolisch für ein ganz eigenes Bewusstsein, in dem alles geeint ist, steht. Da steckt die Philosophie Schellings dahinter, für den alles Weltgeschehen eigentlich eine einzig fortlaufende Selbstbewusstwerdung von einem – in gewisser Weise – göttlichen Bewusstsein ist. Also, dass auch beispielsweise alle Gedanken und Taten eines Menschen Teil der Selbstbewusstwerdung eines göttlichen Bewusstseins sind. Das ist für mich persönlich ein wirklich tiefer und schöner spiritueller Gedanke. Im Grunde der Schönste, der mir bisher begegnet ist. Alles ist irgendwie geeint, also auch die ganzen Gegensätze, die schlimmen Sachen wie auch die schönen, die passieren. Der Mensch hat seine Individualität darin, aber trotzdem ist alles vereint und geeint in einem großen Fluss. Das find ich interessant, auch wenn man dazu keltische Gedanken und keltische Naturphilosophie betrachtet, dass zum Beispiel Gebirge auf einer ganz ursprünglichen Ebene einen Drang repräsentieren. Also dass sie sich erheben, aber auf einer unterbewussten Ebene. Oder auch der Gedanke, dass das menschliche Gesicht die intensivste Form der Naturpräsenz ist. All das spielt da rein. Ist aber natürlich immer schwierig, das ganz klar in einem Gespräch auf den Punkt zu bringen, denn es sind schon recht große Entwürfe, an denen ich mich da konzeptionell versucht hab und die letztlich auch nur das Album selbst anzudeuten vermag und gerade um diese Andeutung, das Umfassende, geht es.

Marius: Klingt auch sehr vielschichtig. Das fällt mir eben auch in der Musik immer auf, dass sie vielschichtig ist und auch komplex aufgebaut. Wie hat man sich da den Entstehungsprozess von so einem Stück vorzustellen?

Eviga: Die Basis ist immer Intuition. Im Grunde ist es so, dass ich mich mit meiner Gitarre hinsetze und schaue, was aus der Stille kommt. Das ist wirklich alles andere als rational, was da passiert. Auf eine gewisse Weise kommt dann immer etwas. So bleibt das auch für mich spannend und inspirierend, denn es passiert etwas mit mir. Es ist nicht so, dass ich da verkopft hingehe mit einer bestimmten Vorstellung. Das kommt dann erst, wenn es ans Arrangieren und Konkretisieren geht, das ist dann ein sehr bewusster Prozess. Die Stücke verändern sich ja immer weiter. Gerade jetzt in der neuen Konstellation mit Inve ist es so, dass sie sich von Probe zu Probe lebendiger werden. Es ist immer ganz wichtig für mich, dass die Stücke bis zum Schluss der Arbeiten empfänglich sind für lebendige Veränderungen.

Marius: Was beeinflusst Euch dabei bei Euren Stücken? Die Frage ist jetzt nicht nur musikalisch, sondern auch außermusikalisch zu verstehen. Was fließt in die Stücke rein? Jetzt beim aktuellen Album waren es ja die Träume. Wie ist das sonst?

Eviga: Das ist alles Mögliche. Die Wahrnehmung an sich von allem Möglichen, das einen irgendwie beeindruckt im Leben. Das kann ja vieles sein. So viele alltägliche Sachen. Oder tief beeindruckende Erlebnisse, die vielleicht selten stattfinden. Das ist wirklich sehr unterschiedlich.
Und musikalisch? Sicher, da haben wir Wurzeln in speziellen Ausprägungen von norwegischem Black Metal, aber wenn ich norwegischer Black Metal sag, dann mein ich auch wirklich Bands wie Ulver, Musik also, die immer was Geheimnisvolles in sich getragen hat.
Ansonsten inspirieren mich in hohem Maße Hörspiele, das sie für Sprache bzw. sprachliche Atmosphäre sensibilisieren

Marius: Was für Hörspiele sind das so?

Eviga: Hörspiele, Hörbücher. Ich bin ein großer Freund des Mediums Hörspiel. Die Edgar Allan Poe-Reihe zum Beispiel. Kennst Du die?

Marius: Nein. Edgar Allen Poe kenne ich selbstverständlich, die Hörspiele allerdings nicht. Da besteht für mich wohl Nachholbedarf.

Eviga: Also das ist fantastisch gemacht, sehr sehr hochwertig.

Marius: Was mir bei Euren Stücken immer wieder auffällt ist, dass teilweise wirklich starke Kontraste da sind. Es wechseln Gitarrenwände von einem Moment auf den anderen in gezupfte Gitarren, Tempowechsel gibt es auch gerne mal. Welche Rolle spielen diese Kontrastierungen für Euch?

Eviga: In gewisser Weise symbolisiert das alles die Gegensätze, die einem im Leben begegnen, durch die sich das Leben definiert. Das ist ganz wichtig und lässt die jeweiligen Seiten umso klarer zum Vorschein treten. Es macht nicht stumpf im Hörerleben. Ein stiller atmosphärischer Teil kann viel intensiver atmen und ist eindringlicher, wenn er auf einen exzessiveren Part folgt. Das hat einen ganz speziellen Reiz.

Marius: Das war es von mir auch schon fast. Ich würde nun gerne mal wissen, wie es um Pläne für neue Veröffentlichungen steht und wie es mit den Konzertplanungen aussieht. Was gibt es in nächster Zeit zu erwarten?

Eviga: Also wir haben vor, dass wir uns nach den Sommerfestivals (zum Beispiel Summer Breeze und Kaltenbach Open Air), wo wir in einer anderen Besetzung spielen werden, wohl an die Aufnahmen für die kommende CD „In Luft geritzt“ machen. Wir planen, sie im Frühjahr 2008 zu veröffentlichen.

Marius: Dann wieder über Prophecy Productions?

Eviga: Genau. Und im Oktober/November machen wir noch mal eine kleinere Deutschlandtournee zusammen mit Neun Welten und Elane. Da freuen wir uns schon sehr drauf. Für das nächstes Jahr kündigt sich bereits jetzt wieder einiges an, was Konzerte betrifft. Es ist zwar noch nichts spruchreif, aber ich denke, dass wir mit “In Luft geritzt” doch viele Konzerte geben werden.

Marius: Gibt es auf den Konzerten von den neuen Stücken dann schon was zu hören? Für hier hast Du das ja zum Beispiel schon gesagt. Wie sieht es mit Koblenz und so dann aus?

Eviga: Auf jeden Fall, ja. Je nach Entwicklungsstand werden wir die Stücke des kommenden Albums im Herbst präsentieren, will meinen, manche wohl immer noch ohne Texte und andere vielleicht schon mit Text.

Marius: Vielen Dank für das Interview!

Eviga: Danke Dir!

Homepage: www.dornenreich.com
MySpace: www.myspace.com/mehralsdasein
Label: www.prophecy.cd
Zwischenwelten-Festival: www.zwischenwelten.net

Interview: Marius Meyer
Bilder: PR