Interviews Marius, 29.08.2009
Interview mit Ria von Eisblume
Bereits, als mit Eisblumen die erste Single der Berliner Band Eisblume erschien, wurden sie kontrovers diskutiert. Obgleich Bodenski von Subway to Sally selbst die Band mochte und ihnen daher den Song zum Covern überließ (und im Anschluss auch Lyrics zum Debüt-Album beisteuerte), lässt sich nicht übersehen, dass Eisblume trotz – oder wegen – ihres großen Erfolges sehr unterschiedliche Reaktionen hervorrufen. Anlässlich der neuen Single und der kommenden Tour mit Lacrimosa fand sich die Möglichkeit, über diese und andere Themen mit Sängerin Ria einmal ein Gespräch zu führen. Viel Spaß bei der Lektüre!
Gleich zum Einstieg würde ich gerne wissen: Mit „Louise“ erscheint nun eine weitere Single aus eurem Album. Warum fiel die Wahl auf das Stück als neue Single?
„Louise“ ist mein ganz persönlicher Lieblingssong vom Album. Ich wusste von Anfang an, dieser Song muss als Single erscheinen. Auch an den Reaktionen der Fans habe ich gemerkt, dass die den Song lieben, auf Konzerten, auf meiner Internetseiten. Er beschreibt einfach meine Sehnsucht nach der ewigen Liebe.
Kannst du ein bisschen erzählen, worum es bei der Single geht? Also was das Stück erzählt und wovon es inspiriert ist?
Die Geschichte von „Louise“ ist inspiriert von Romeo und Julia. Es geht um eine Liebe zwischen einem Mann und einer Frau. Aus Angst, dass diese Liebe vielleicht nicht ewig währen könnte, bringt er beide um. Das ist natürlich sehr skurril, doch aber hochromantisch, weil es um die ewige Liebe geht, diese zu konservieren und daran festzuhalten.
Wenn du das Stück auf das Album im gesamten beziehst: Wie würdest du es da einordnen? In welcher Verbindung steht das Stück zum Album und wie repräsentiert es das Album?
Unser Album ist sehr unterschiedlich. Wir bewegen uns zwischen mystisch-sphärisch, rockig und sehr emotional. „Louise“ ist mein ganz persönlicher Lieblingssong. Die Geschichte ist unglaublich traurig-romantisch und auch das Video greift diese Emotionen hervorragend auf. Die anfängliche Ruhe, nur Piano und Gesang, die am Ende durch das Zusammenspiel von Orchester und Band zu einem bombastischen, hoch emotionalen Song entwickelt, erzeugt bei mir immer wieder Gänsehaut. Außerdem haben wir uns für die Singleauskopplung Unterstützung von dem belgischen Mädchenchor Scala geholt!
Pünktlich zur Single geht es dann auch auf Tour. Ich hab gesehen, dass ihr mit Lacrimosa auf Tour geht. Das mutet zunächst ungewöhnlich an. Wie kam es zu dieser gemeinsamen Tour?
Der Kontakt entstand über das Management von Cinema Bizarre, mit denen wir einige male zusammen aufgetreten sind und die auch mit Lacrimosa verbunden sind. Ich bin sehr gespannt, wie die Lacrimosa-Fans auf uns reagieren werden.
Ja, das passt gut zur nächsten Frage… Ich muss gestehen, dass mein Interesse für das Interview nach „Rock am Schloss“ in Sande wach geworden ist. Da hat man ja ziemlich gesehen, dass ihr auch ein bisschen polarisierend seid…
Ja, das sind wir. Das war allerdings unser erster Auftritt, der so polarisierend war. Es war ein Festival, wo unter anderem Torfrock gespielt haben…
Stimmt, das war sehr bunt zusammengewürfelt.
Wir haben anfangs wirklich sehr negative Reaktionen vom Publikum bekommen. So was haben wir noch nie erlebt. Wir haben eine Stunde gespielt und anfangs dachte ich: „Oh Gott, ich will am liebsten wieder runtergehen.“ Aber es hat sich total gewendet. Wir haben einfach die Bühne gerockt und die Leute so mitgerissen, dass wir sogar eine Zugabe gespielt haben
Hat eigentlich ganz gut funktioniert: Die am Anfang gebuht haben, haben am Ende auf einmal getanzt…
Ja, der Wandel war wirklich extrem. Aber gerade so ein Auftritt macht Spaß, wenn wir die Leute erst von uns überzeugen müssen und es auch schaffen! Ich mag Herausforderungen.
Wenn man jetzt darauf aufbaut: Wie sehen da eure Erwartungen an die Lacrimosa-Tour aus?
Ich hoffe, wir können die Leute natürlich auch überzeugen. Es wird spannend, aber wenn selbst Tilo unsere Musik mag, dann werden seine Fans hoffentlich auch offen uns gegenüber sein – wir werden die Bühne auf jeden Fall rocken!
Wenn man sich das Publikum generell anschaut: Wie würdet ihr euer Publikum oder eure Zielgruppe definieren? Wer ist der typische Eisblume-Hörer?
Das ist wirklich schwer einzuordnen. Durch die animierten Videos haben wir natürlich viele sehr junge Fans angesprochen, aber auf den Konzerten und bei Festivals sind es doch auch viele „Erwachsene“, die unsere Songs mitsingen. Dadurch, dass wir eine junge Band sind, sprechen wir natürlich auch junge Menschen an, aber die anspruchsvollen Texte und auch die Musik sind nicht ausschließlich für dieses Publikum gedacht. Ich freue mich über jeden, der sich angesprochen fühlt und sich in unseren Songs wiederfindet.
Live war mir noch aufgefallen, dass ihr Oomph! gecovert habt. Was gefällt euch an Oomph!? Gibt es da eine persönliche Verbindung?
Eine persönliche Verbindung gibt es da nicht. Wir finden einfach alle den Song gut und dachten uns: „Spielen wir den mal live.“ Der macht Stimmung, das ist einfach ein cooler Song, der Spaß macht.
Kommt ja auch ganz gut an, wie ich das gesehen habe.
Es ist natürlich wieder polarisierend. Gerade die Leute, die am Anfang schon gegen unser Subway to Sally-Cover waren, die werden dadurch wieder angeheizt. Aber der Song rockt live und die Leute freuen sich wenn sie ihn hören, das zählt.
Das war also als reines Live-Cover geplant?
Ja, auf jeden Fall!
Du hast das junge Publikum gerade schon angesprochen. Seht ihr euch als ja doch ziemlich bekannte Musiker in irgendeiner Verantwortung?
Wir versuchen natürlich mit unserer Bekanntheit auf gewisse Dinge aufmerksam zu machen. Zum Beispiel beteiligen wir uns gerade bei Motor an der Aktion „Nazis aus dem Takt bringen“. Wenn wir irgendwie helfen können, machen wir das sehr gern.
Wie gesagt, ihr seid ja sehr bekannt… Wie ist das mit der Zukunft? Da kann schnell so was wie Druck entstehen, dass ein neues Album genau so erfolgreich sein müsste… Spürt ihr das irgendwie?
Natürlich gibt es immer gewisse Erwartungshaltungen, aber wir haben unser Album Anfang des Jahres veröffentlicht und haben auch noch ein wenig Zeit für das zweite. Mir persönlich ist wichtig, dass ich die Songs gut finde und sie etwas von mir erzählen.
Seid ihr schon dran an neuem Material?
Ja, wenn wir manchmal frei haben und zusammensitzen, halten wir unsere Ideen für neue Songs fest und lassen unsere Kreativität freien Lauf.
Das war es von mir fast schon mit Fragen… Zum Schluss würde ich gerne noch wissen, wie allgemein die nahen und fernen Pläne bei euch aussehen. Jetzt kommt ja die neue Single. Wie geht es danach weiter?
Klar, jetzt kommt die Single und unser Video. Das ist zum ersten Mal was ganz anderes, nicht animiert und komplett gedreht. Wir haben uns die Unterstützung von Christian Schwochow geholt, einem sehr guten Spielfilmregisseur, der ein wundervolles Video dazu gedreht hat. Ich freue mich auf die Reaktionen. Als nächstes steht im September die Lacrimosa-Tour an und den Winter werden wir dann sicher nutzen, um an neuen Songs zu arbeiten.
Vielen Dank!
Weitere Artikel
Rezension: Eisblume – Unter dem Eis
Homepage: www.eisblume.de
MySpace: www.myspace.com/eisblumemusic

Interview: Marius Meyer
Bilder: David Cuenca (1, 3, 4), Uiversal Music 2009 (2)
07 Nov 2009, 10:20 am 1.Sassi…
ich liebe den song “louise” ! er ist soo schön!
16 Feb 2010, 7:56 pm 2.lilly…
ich liebe die songs eisblumen,louise,leben ist schön, liebe heißt schmerz und so weiter und ich mag eisblume
07 Mar 2010, 7:08 pm 3.tuna…
ich liebe den song leben ist schön