The Murder of my Sweet sind eine noch sehr junge Hard Rock-Band, die es mit ihrer Debüt-Single bereits in die Charts ihres Heimatlandes Schweden geschafft hat und deren erstes Album Divanity schon sehr bald in den Läden sein wird. Da die Band mit diesem Album ein großartiges Werk hervorgebracht hat, war es für uns Grund genug, der Sängerin Angelica Rylin einige Fragen über die Band, die Faszination für Film Noir und andere Dinge zu stellen.

Fangen wir mal mit den üblichen Fragen an: Da ihr ja eine noch sehr junge Band seid, wäre es schön, wenn du dich und die Band kurz vorstellen würdest.

Also: The Murder of my Sweet ist eine schwedische Band. Wir kommen alle aus Stockholm und spielen Hard Rock, der stark von Film-Soundtracks beeinflusst ist. In unserem Klang finden sich auch noch andere Einflüsse und ich denke, dass wir in Vergleich zu anderen Bands mit weiblichem Gesang einen sehr wiedererkennbaren Klang haben.
Die Band wurde schon 2006 gegründet. Mit dabei waren Daniel Flores, Daniel Palmqvist, Johan Niemannd und Andreas Lindahl. Allerdings war die Band erst komplett, als ich im Herbst 2007 dazugekommen bin.

Wie bist du denn dann dazugekommen? Und wie habt ihr euch dann kennen gelernt?

Das ist eine ganz spannende Geschichte, wie ich dazugestoßen bin. Aber erstmal zu den anderen: Daniel Flores hat die anderen Musiker ausgewählt, zum einen, weil er mit den anderen gut befreundet ist, zum anderen, weil sie ihre Instrumente richtig gut beherrschen. Er hatte schon mit der dänischen Band Zool zusammengearbeitet und darüber Andreas Lindahl kennengelernt. Daniel Palmqvist war ein alter Freund von ihm und hat auch schon in seinem Studio „Sound vs. Science“ mit ihm zusammengearbeitet. Johan kennt Daniel von seiner anderen Band Mind’s Eye. Naja, und ich scheine einen guten Ruf in Stockholm zu haben, denn ein Freund von Daniel hat mich empfohlen und Daniel hat dann entschieden, mich anzurufen. Danach habe ich die erste Strophe von „Kiss of Death“ vorgesungen – und dann war klar, dass ich in die Band gehöre.

Wie seid ihr denn auf euren Bandnamen gekommen? Und was bedeutet er?

Wir wurden da von einem Film Noir aus dem Jahr 1944 inspiriert. Dieser heißt „Murder, my sweet“. Wir sind alle große Film-Fans, besonders vom Film Noir, und deswegen dachten wir, es wäre eine gute Inspirationsquelle: Die Dramen, Liebe, Hass und zusätzlich fanden wir die Kombination der beiden Gegensätze Mord und Liebe sehr spannend. Da wir uns aber nicht einfach nach dem Film benennen wollten, wurde dann „Murder of my Sweet“ daraus. Er ist auch als Statement zu verstehen, da er die unterschiedlichen in unserer Musik vorkommenden Elemente sehr schön charakterisiert. Außerdem denke ich, erregt er Aufmerksamkeit.

Als ich eure CD gehört habe, dachte ich mir: Leute, die so ein Debüt veröffentlichen, können das nicht einfach so, sondern müssen schon vorher Musik gemacht haben. Was habt ihr denn vor The Murder of my Sweet gemacht?

Naja, eigentlich bin ich nur zeitweise in der Musikbranche tätig gewesen und arbeite ansonsten in einem Juweliergeschäft. Ich habe vorher nur aus Spaß an der Freude mit einigen Freunden Musik gemacht und gesungen. Das hier ist die erste Band, bei der es so ernst ist. Die andern Jungs dagegen haben schon einige Vorerfahrungen gesammelt und haben deswegen einiges drauf. Ich bin echt froh, mit ihnen zusammenzuarbeiten.

Und in was für Genres wart ihr unterwegs? Waren das auch Hard Rock-Bands?

Wir mögen eigentlich alle ganz unterschiedliche Sachen: Ich höre privat eigentlich eher Charts, Daniel Flores mag Soundtracks und progressivere Sachen, Palmqvist mag Old School-Rock, Niemann hört viel Death Metal und Andreas Lindahl Klassik und Dance. Wir vermengen all diese Elemente in The Murder of my Sweet und ich denke, das ist auch der Grund, warum wir so vielen Leuten gefallen.

Okay, das war zwar nicht ganz meine Frage, aber führt mich zu einer anderen: Warum habt ihr dann eine Hard Rock-Band gegründet? Ihr hättet doch auch was anderes machen können…

Weißt du, eigentlich sollte das ja so ein Männerding werden, aber Daniel meinte, ein Mann könnte das nicht rüberbringen, als das ganze mehr Gestalt annahm. Warum eine weitere Hard Rock-Band gründen, die den gleichen Weg geht wie die unzähligen anderen, wenn es viel mehr Spaß macht, neue Wege zu gehen? Und unser Stil entwickelte sich während wir uns alle näher kennen gelernt haben. Es ist wie eine schöne Blume, die zu blühen beginnt: Und wir haben gerade erst nur die Saat gesäht und das ist auch der Grund, warum wir die Musik machen, die wir machen.

Was du da sagst, erinnert mich daran, dass das Hard Rock-Genre mittlerweile sehr vorhersehbar ist, weswegen ich sehr froh war, mal eine Band zu hören, die nicht einfach ausgelutschten Pfaden folgt. Wie siehst du denn das Hard Rock-Genre zurzeit?

Wenn ich ehrlich bin, finde ich das meiste ziemlich lahm. Ich sehe das ähnlich wie du: Viele Bands versuchen es noch nicht mal, ihren eigenen Klang zu finden. Deswegen bin ich auch sehr froh, in einer so starken Band mit so guten Musikern zu sein – deswegen können wir da auch Grenzen überschreiten, die andere Bands scheuen.

Bist du denn noch in anderen Projekten tätig?

Ich widme mich einzig und allein The Murder of my Sweet – und das Projekt verdient meine volle Aufmerksamkeit.

Da hast du natürlich Recht. Das merkt man auch, wenn man euer Album „Divanity“ hört. Mir hat es auf jeden Fall sehr gut gefallen. Wir wie waren eigentlich die sonstigen Feedbacks? Ich habe gehört, dass eure erste Single es direkt in die schwedischen Charts geschafft hat.

Ja, wir waren in der Top 20 – und das zu erreichen ist nicht leicht für eine Rockband. Die schwedischen Charts sind ansonsten voll mit normaler Musik – wir haben da schon eine Außenseiterposition. Ich bin also sehr gespannt, wie „Divanity“ angekommen wird wenn das Album am 29. Januar rauskommt. Und wir sind sehr froh, eine weitere Single diesen Frühling rauszubringen.

Wofür steht eigentlich „Divanity“? Klingt wie ein Wortspiel aus „Diva“, Vanity“, und „Divine“. Habe ich das richtig erkennt?

Das hast du absolut richtig erkannt. Wenn eine Band schon The Murder of my Sweet heißt, dann muss auch ein anständiger Albumtitel her. Und so ein Hybrid aus den drei Wörtern hätte da nicht besser sein können – außerdem klingt er gut und charakterisiert sehr genau das, was auf dem Album drauf ist.

Viele Lieder drehen sich ja um das Thema Liebe. Wie kommt das? Ihr deckt das Thema ja auch sehr flächendeckend ab – zum Beispiel bei „Bleed me dry“ oder „Tonight“.

Ich denke, das Thema Liebe ist ein Thema, das einfach nicht aus der Mode kommt und das jeder auf die eine oder andere Art erlebt. Das fasziniert mich hauptsächlich daran. Hat vielleicht auch mit dem „du kannst nicht mit ihr und kannst auch nicht ohne sie“-Problem zu tun und es ist zu leicht, sich zu verlieben. Haha - vielleicht bin ich auch einfach ein kleiner Liebesjunkie. (lacht)

Andererseits sind aber auch Lieder wie „No Evil“ auf dem Album, das unbegründete Ängste behandelt. Wie kommt man auf die Idee für so ein Lied? Und wie entstehen bei euch denn die Lieder? Macht das nur einer oder leisten alle in der Band da ihren Beitrag zu?

Die Hauptarbeit machen Daniel Flores und ich. Wir schreiben die Songs und mitunter holen wir die anderen Jungs dazu, um ihre Einflüsse noch mit einzubringen. Ich werde hauptsächlich von Filmen, meinen Mitmenschen und auch sehr viel vom Alltag beeinflusst. „No Evil“ war eigentlich als eine aufrüttelnde Botschaft gedacht, die ich aussenden wollte: Hört auf, euer Leben zu verschwenden und vor allem Angst zu haben! Fangt endlich an, euer Leben zu leben. Man bekommt so viele Ideen, wenn man nur seinem Herzen folgt – und das tu ich!

Ihr habt ja auch schon ein Video für eure Single „Bleed me dry“ aufgenommen, in dem man euch live spielen sieht. Sind eure Live-Shows auch in echt so wie in dem Video?

Eigentlich haben wir das Video 2008 nur als Promo-Video aufgenommen, als wir auf der Suche nach einem Label waren. Und ja, man sieht uns darin zwar live, aber ich kann dir versichern, dass deutlich mehr passiert, wenn wir wirklich live spielen, als was in dem Video zu sehen ist. Wenn wir wirklich live spielen, gibt es viel mehr Action. Uns live zu sehen ist etwas, das man so schnell nicht mehr vergisst – und auch nicht verpassen möchte. Ich würde eigentlich auch gerne mal ein richtig professionelles Musikvideo machen. Das ist schon länger mein Traum.

Ihr habt ja auch schon ein Unplugged-Konzert in Köln gespielt. Wie war das? Da ihr ja auch Keyboards verwendet, frage ich mich, wie ihr dann live klingt.

Wir wollten schon vorher auf einem Promotrip in Paris unplugged spielen, aber das ist dann zeitlich nicht mehr hingehauen. Dennoch kann ich sagen, dass die Lieder unplugged ebenfalls sehr schön sind und ich hoffe, dass wir das auch noch mal machen können.

Heißt das, dass man euch in naher Zukunft auch nochmal unplugged erleben kann?

Das weiß ich noch nicht, aber wir sind gerade dabei, einige Gigs in Deutschland vorzubereiten. Wir werden uns da auch mit einigen Leuten treffen und gucken, wie sich alles entwickelt. Wenn du unsere Myspace-Seite im Auge behältst, wirst du sehen, wann und wo wir live spielen werden und wirst auch die Chance haben, uns live zu sehen.

Wie haben denn eure Fans reagiert, als sie euch live gesehen haben? Habt ihr denn auch schon größere Shows gespielt?

Wir haben schon einige Shows hier in Schweden gespielt und das war einfach nur fantastisch! Die Leute sind total ausgeflippt und haben mitgesungen. Einfach unglaublich! Wir hatten eine tolle Zeit. Es ist zwar auch schön, im Studio zu sein und mit den Jungs an neuen Songs zu arbeiten, aber das ist nichts im Vergleich zu dem Gefühl, auf der Bühne zu stehen und mit den Fans zu interagieren.

Das macht Lust, euch auch mal live zu erleben. Du meintest ja schon, dass ihr einige Gigs vorbereitet. Geht ihr denn dann auch bald auf Tour?

Wir arbeiten derzeit mit einigen Promotern zusammen. Ich würde sehr gerne auf einigen Festivals nächsten Sommer spielen – und vor allen Dingen durch Europa und Deutschland touren. Ich habe gehört, ihr habt einige großartige Locations da drüben.

Damit sind wie fast am Ende angelangt. Noch eine Frage: Ich hoffe ja es wird mit The Murder of my Sweet weitergehen. Was habt ist noch vor mit der Band?

Also ich denke, ich spreche da für alle in der Band: Das ist das Beste, was uns allen passieren könnte und deswegen wäre es ziemlich dumm, jetzt alles wieder hinzuschmeißen. Ich meine: Warum soll ich einen normalen Durchschnitts-Job machen, wenn ich das hier haben kann? Wir arbeiten auch schon am nächsten Album und werden da mit Jester Strömblad von In Flames zusammenarbeiten. Diesen Monat werden wir auch mit der Booking-Agentur ITM zusammenarbeiten, die unter anderem mit Lordi und Primal Fear arbeitet. Wir freuen uns alle schon, mehr live zu spielen und größere Künstler zu supporten, damit wir unsere Shows rüberbringen können.

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, alle meine Fragen zu beantworten. Wie üblich gehören die letzten Worte dir…

Zunächst mal möchte ich mich bei allen bedanken, die dieses Interview gelesen haben! Wenn ihr unsere Musik mögt, geht los und kauft unser Album! Wir haben uns auch bei der Gestaltung viel Mühe gegeben, weil wir wollen, dass „Divanity“ zu einer besonderen Erfahrung wird: Sowohl für die Ohren als auch für die Augen. Aber am wichtigsten ist: ROCK ON AND HAVE FUN!

Homepage: www.themurderofmysweet.com
MySpace: www.myspace.com/themurderofmysweet

Interview: Tristan Osterfeld
Bilder: The Murder of my Sweet