Konzertberichte Lisa, 05.07.2010
Blackfield 2010 – 12./13.06.2010, Gelsenkirchen
Im Juni wurde Gelsenkirchen kurzfristig zu einem Versammlungszentrum der schwarzen Szene. Bereits zum dritten Mal fand am 12. und 13. Juni nämlich das Blackfield Festival im Amphitheater im Gelsenkirchener Nordsternpark statt und konnte tausende Szeneanhänger mitten in die Kulturhauptstadt 2010 locken. Geboten wurde den Fans ein erstklassiges Line-Up, das von Gothic Rock bis Aggrotech, von Electropop bis Mittelalterrock Einiges zu bieten hatte. Besonderheit des Festivals: Am Wochenende traten insgesamt nur 20 Bands auf einer einzigen Bühne auf, was das Wochenende sehr entspannt machte. Das Fingerspitzengefühl der Veranstalter bei der Bandauswahl sorgte außerdem für ein erstklassiges Line-Up.
Samstag
Diesmal etwas früher los als letztes Jahr, kamen wir früh genug vor dem Auftritt der ersten Band an und konnten sogar noch auf dem ersten ausgewiesenen Parkplatz parken, keine 5 Gehminuten vom Festivalgelände entfernt. Auch an Bändchenausgabe und Einlass verlief alles reibungslos.
Auf dem Gelände selbst war noch nicht viel los, und im Vergleich zum Blackfield Festival 2009 sollte das zumindest am Samstag auch so bleiben. Die Kulturhauptstadt 2010 zeigte sich nicht unbedingt von ihrer besten Seite – bis zum späten Nachmittag regnete es immer wieder und blieb verhältnismäßig kühl. Das übertrug sich leider auch auf die Stimmung: Das Amphitheater war zumindest am Samstag nicht so gut besucht wie noch letztes Jahr, und bis auf ein paar Hartgesottene erwies es sich für die Bands als schwierig, das Publikum zum Tanzen zu animieren.
Der Auftritt von Scream Silence konnte noch nicht besonders begeistern. Vielleicht lag das auch am wechselhaften Wetter, aber im Vergleich konnten erst Jesus on Extasy danach das unterkühlte Publikum wenigstens etwas auftauen. Der Auftritt der seit 2005 aktiven Bochumer rockte ordentlich und lockte die ersten Tänzer aus der Reserve. Trotzdem blieb der Platz direkt vor der Bühne noch verhältnismäßig leer, woran auch ein kurzer Ausflug Dorian Deveraux’ ins Publikum nichts ändern konnte.
Aesthtic Perfection waren mir bis zum Blackfield Festival – bis auf ein paar Songs, die hin und wieder im Internetradio spielen – kein großer Begriff. Vermutlich wird sich das in Zukunft ändern. Der Auftritt zeigte: Frontmann Daniel Graves hat keine Angst vor dem Publikum und kann einen soliden, mitreißenden Auftritt hinlegen. Ausgefeilte Melodien, eingängige Beats und ein starker Frontmann konnten das Publikum ordentlich aufheizen – und diese Grundstimmung blieb den restlichen Tag über bestehen.
Setlist: The Violence, The Great Depression, Schadenfreude, Pale, The Ones, The Siren, Living the Wasted Life, Spit it Out

Während der Auftritte von Girls Under Glass und Zeromancer ging es für uns über das Gelände. Auf dem recht kleinen Festivalgelände präsentierten sich unterschiedlichste Händler – auch die „üblichen Verdächtigen“ wie XtraX. Neben diesem bekannten Angebot konnten die Stände durch große Auswahl und verhältnismäßig moderate Preise punkten. Zwar ist die Händlermeile, was die reine Größe betrifft, nicht mit den größeren Festivals zu vergleichen. Allerdings haben die Veranstalter dies wettmachen können, indem sie auf die Auswahl unterschiedlicher, auch kleinerer, Händler geachtet haben. Zwischen XtraX und mittelalterlicher Kleidung, Tollkirsche und exklusivem, handgearbeitetem Schmuck war für Jeden etwas dabei.
Auch für das leibliche Wohl war ausreichend gesorgt, lediglich der im letzten Jahr viel gelobte Stand mit veganem indischen Essen war nirgends aufzutreiben. Ersetzt wurde er durch einen mit normalen asiatischen Gerichten, der immerhin auch fleischfreie Bratnudeln im Angebot hatte. Ein Metstand mit Sitzmöglichkeiten und einem weit gefächerten Angebot verschiedenster Honigweine rundete das Angebot ab.
Nur ein Kritikpunkt kann zum Angebot angesprochen werden: die Getränkepreise. 3,50 Euro plus 1,- Pfand für alkoholfreie Getränke wie auch Bier – rentieren würde sich die Bewirtung an diesem Wochenende wahrscheinlich auch mit etwas besucherfreundlicheren Preisen. Zu Gute zu halten ist den Veranstaltern allerdings, dass die Besucher Tetrapaks mit einem Volumen bis zu einem Liter mit auf das Gelände nehmen dürfen.
Erst zum Auftritt von Diorama am Nachmittag beruhigte sich der Himmel endgültig. Die Wolkendecke riss etwas auf, und ab jetzt blieb es für den Rest des Tages trocken. Endlich konnte man sich zurücklehnen, ohne Gefahr zu laufen, direkt wieder nass geregnet zu werden. Das bereits 1996 gegründete Quartett glänzte mit der ihm eigenen Kombination aus intelligenten Texten und einer kernigen Mischung aus Electropop und Rock. Aufgeheizt von den Auftritten der vorhergehenden Bands, ließ sich das Publikum widerstandslos auch hier wieder mitreißen – auch auf den Rängen ließen sich so langsam Bewegungen ausmachen.
Wie sich bereits während ihres ersten Songs herausstellen sollte, waren Vive La Fête der Exot des Wochenendes. Auf der Bühne noch als Elektropop-Band angekündigt, deren Songs auf den Laufstegen der Modewelt gespielt werden, wurde Vive La Fête eine hohe Erwartung entgegengebracht. Enttäuschen konnte das belgische Duo diese zwar nicht komplett, trotzdem wirkte die musikalische Darbietung fehl am Platz. Sängerin Els Pynoo zappelte unmotiviert am Mikrofon herum, ihre Stimme wirkte kratzig, traf nicht alle Töne. Die Songs konnten nicht mitreißen, sondern hinterließen den Eindruck, man habe Stücke wie diese schon hunderte Male von anderen Bands gehört. So war es kaum verwunderlich, dass nach Ende des Auftritts der eine oder andere hämische Kommentar auf den Rängen zu vernehmen war. Der auf Französisch vorgetragene, rotzig-freche Elektropop schaffte es einfach nicht, das zu diesem Zeitpunkt überwiegend aus Gothic Rockern und EBMlern bestehende Publikum zu begeistern.
Die Deathstars feuerten danach allerdings ein mehr als einstündiges Rock-Feuerwerk ab, das das Publikum für den vorhergehenden Auftritt entschädigte. Von der Langeweile, die einige Festivalgänger während des Auftritts von Vive La Fête ergriffen hatte, war nichts mehr zu spüren. Verantwortlich dafür dürfte auch die ungewöhnliche Stilmischung sein, für die die Deathstars stehen: sich selbst als „Death Glam“-Band bezeichnend, formierten die Schweden sich aus verschiedenen Black- und Death-Metal-Bands. Den Besuchern des Blackfield Festivals boten sie ein Feuerwerk aus verschiedensten Songs, von hartem Metal bis hin zu Stücken mit klarem Synthie-Einschag. Vor der Bühne feierte überwiegend die Headbanger-Fraktion, Anleihen aus elektronischeren Genres allerdings ließen auch die entsprechenden Fans hin und wieder mitwippen.
Als letzte Band vor dem Headliner Front 242 betraten Covenant die Bühne. An Erfahrung und Einflussnahme den EBM-Urgesteinen nahezu ebenbürtig, fingen sie das von den Deathstars aufgeheizte Publikum mühelos ein. Die Mischung aus schnellen und gefühlvollen Songs kam beim Publikum bestens an, auch auf den Rängen tanzten Viele oder sangen mit. Rund 21 Jahre Erfahrung mit Covenant und kein bisschen müde – das schwedische Trio zeigte eindrucksvoll, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Zwischen Klassikern wie Ritual Noise und Call The Ships To Port war für die Fans viel Zeit für Gefühl und selbstvergessenes Tanzen – und Stücke wie The Men sorgten für die ersten Gänsehautmomente des Festivals. Der Auftritt der drei bühnenerfahrenen Schweden gehörte ohne Frage zu den besten des Tages.

Zu Front 242 muss man eigentlich nicht mehr viel sagen. Bereits 1982 gegründet, ist die Band fast allein für die Geburt des EBM verantwortlich. Lebende Fossilien? Bei Weitem nicht, wie Front 242 seit Jahren immer wieder, und 2010 auch auf dem Blackfield Festival, mit Liveauftritten unter Beweis stellen. Der kalte Synthesizer-Sound, die rauen Shouts und die unbarmherzig hämmernden Beats, in Verbindung mit einer ausgefeilten Videoshow, funktionieren noch immer und konnten auch das jüngere Publikum begeistern. Besonders der Klassiker Headhunter, vermutlich Jedem bekannt, der regelmäßig auf schwarze Partys geht, fand großen Anklang – aber ein definitives Highlight in der Performance auszumachen, ist unmöglich. Die Performance selbst war das Highlight, mindestens des Samstags.

Sonntag
Hatte der Ruhrpott sich am Samstag noch recht ungastlich präsentiert, versuchte er am Sonntag wohl, das wett zu machen. Gemeldet waren knapp unter 20 Grad und Wolken – das Amphitheater im Nordsternpark bekam einen wolkenlosen Himmel, unbarmherzig brennende Sonne und (gefühlt) weit über als 20 Grad. Das wirkte sich rein subjektiv auch auf die Besucherzahlen aus; das Amphitheater füllte sich weniger schleppend und wirkte voller als am Samstag. Auch wenn wir das Vertrauen auf den Wetterbericht mit einem ansehnlichen Sonnenbrand bezahlten: Sonnig, warm und gute Bands – das sind drei Grundvoraussetzungen für ein gutes Festival, und am Sonntag konnte das Blackfield Festival dann auch alle drei erfüllen.
Der Auftritt von Sava musste kurzfristig ausfallen. Als Ersatz konnten die Veranstalter die Wittener Band Traumtänzer gewinnen, die sich einem gut gelaunten Publikum gegenüber sahen. Das Quintett überzeugte mit seinem Gothic Rock, interessanten Duetten und einer gelungenen Performance. Trotz verhältnismäßig früher Stunde war der Platz vor der Bühne bereits gut gefüllt. Von das Treiben auf der Bühne interessiert beobachtenden, über so früh am Tage bereits hochmotivierte Tänzer bis hin zu einzelnen Künstlern, die zur Musik ihre Poi schwingen ließen, lockten Traumtänzer ein bunt gemischtes Publikum vor die Bühne, das musikalisch nicht enttäuscht wurde. Eine Band, die man im Auge behalten sollte.
Setlist: Die Maschine, Schattenspiel, Stigmata, Für die Nacht, Krieger, Die Wahrheit
Auftritte von Tyske Ludder sind selten. Entsprechend viele Fans sammelten sich nach dem Auftritt von Traumtänzer vor der Bühne, um den Auftritt des deutschen Trios hautnah mitzuerleben. Sie wurden nicht enttäuscht. Albert-X und seine Mannen zogen Tempo und Härte im Amphitheater ordentlich an und begeisterten einmal mehr mit ihren kritischen, provokanten Texten. Dabei waren sie sich auch nicht für ein klares Statement zu schade: Mit Guy-Fawkes-Maske ausgestattet betrat der Frontmann die Bühne – solche Masken kamen in den medial viel beachteten 2008er Protesten gegen Scientology zum Einsatz. Die Themen der sehr direkten Texte erschöpfen sich aber keineswegs in Referenzen an „Project Chanology“ und die umgebende Kultur. Kein Blatt vor den Mund nehmend, drehen sich die Texte vor allem um Krieg und Macht in verschiedensten Ausprägungen, immer mit einem starken kritischen Unterton. In Verbindung mit dem harten Sound und dem provokanten Auftreten der Band – auch dem Publikum gegenüber – entwickelte sich eine explosive Mischung, die den Zuschauern keine andere Wahl ließ, als mitzutanzen. Der extrem durchdringend abgemischte Bass, der vor allem vor der Bühne gut zu spüren war, trug sein Übriges dazu bei.
Mit Shokkz, Panzer und Bastard wurden drei Kracher vom aktuellen Album Anonymous gespielt, und auch Fans der älteren Songs von Tyske Ludder kamen auf ihre Kosten. Was musikalisches Niveau und Publikumsansprache betrifft, war der Auftritt mehr als gelungen.
Setlist: Thetanen, Panzer, EUGENIX, Canossa, Shokkz, Manipulation, Bastard

S.P.O.C.K dürften einem breiteren Publikum zumindest durch den Song Never Trust A Klingon ein Begriff sein. Nicht nur musikalisch wurde dem Publikum Einiges geboten, sondern auch für beste Stimmung gesorgt – das Ende des Auftritts wurde von einigen „Zugabe!“-Rufen begleitet. Wir hörten den Auftritt mehr, als dass wir ihn sahen, der Jubel des Publikums und die gute Klangqualität auch noch auf der Händlermeile sprachen allerdings für sich.
Das Konzert Saltatio Mortis verpassten wir fast. Eigentlich wollten wir den angekündigten Auftritt von Sono nutzen, um Einkäufe zum Auto zu bringen. Sono allerdings standen im Stau und mussten ihren Auftritt absagen, wodurch die übrigen Bands etwas vorgezogen wurden. Pünktlich zum wahrscheinlich intensivsten Moment des Wochenendes waren wir allerdings wieder an der Bühne. Obwohl mittelalterliche Musik eher ein Nischenphänomen ist, das längst nicht jeder Szeneangehörige mag, hatten die Spielmänner es geschafft, das gesamte Amphitheater von den Sitzen zu holen. Der Bereich vor der Bühne war voll wie sonst nur zum Auftritt der Headliner, und gewandetes Publikum klar in der Unterzahl. EBMler, Cybergoths, „schlicht“ schwarz Gekleidete – egal, wegen welcher Musik sie eigentlich gekommen waren, zu Saltatio Mortis feierten sie. Entsprechend intensiv fiel auch die Performance des Spielmansschwurs aus. Nicht nur musikalisch allerdings war der Auftritt ein Erlebnis. Zu Falsche Freunde übte sich der energiegeladene Alea im Crowdsurfing – Publikumsnähe in Reinform. Man merkte den Spielleuten an, dass sie mit ganzem Herzen hinter ihrer Musik stehen, und dieser ehrliche Spaß an der Sache übertrug sich mühelos auf die Zuschauer. Laute und anhaltende Forderungen nach einer Zugabe begleiteten Saltatio Mortis dann auch nach ihrem Auftritt in den Backstagebereich. An dieser Stelle sei Saltatio Mortis noch einmal zu diesem einmaligen Auftritt gratuliert.
Setlist: Rastlos, Tritt ein, Uns gehört die Welt, Worte, Salome, Wir säen den Wind, Prometheus, Falsche Freunde, Spielmannsschwur
Zugabe: Spielmannsschwur, Tod und Teufel

Sono schafften es wegen einer Vollsperrung gar nicht mehr zum Blackfield, haben dafür allerdings bereits für 2011 zugesagt.
Auch wenn sie sich Mühe gaben, [:SITD:] konnten diese Stimmung anfangs nicht hundertprozentig aufrecht erhalten: Das Publikum auf den Rängen setzte sich relativ schnell wieder. Trotzdem blieb der Platz vor der Bühne relativ gut gefüllt – diesmal konnte man allerdings wieder klare Grenzen zwischen Fans verschiedener Genres ausmachen; besonders die Cybergoth-Fraktion feierte selbstvergessen. Das Heimspiel für die aus dem Ruhrgebiet stammende Band war insgesamt absolut gelungen. Mit einer angehmen Mischung aus Songs vom neuen Album Rot und älteren Klassikern konnten sie besonders das jüngere, elektrobegeisterte Publikum für sich gewinnen und zum tanzen animieren. Und spätestens zu Snuff Machinery war dann doch wieder der Großteil der Festivalbesucher auf den Beinen.
Setlist: Memphisto, Rot, Rose-Coloured Skies, Pharmakon, Kreuzgang, Redemption, Frontal, Laughingstock, Wegweiser, Richtfest, Snuff Machinery
Bereits 1989 gegründet, können OOMPH! auf eine bewegte Karriere zurückblicken – und konnte mit ihrer Wandelbarkeit bereits mehrfach überraschen. Aus dem EBM-Umfeld kommend, vollzogen sie eine stilistische Wende hin zur Neuen Deutschen Härte, mit Augen Auf! wurden sie 2004 schließlich auch einem breiteren Publikum in Deutschland bekannt.
Also auch über die Grenzen der Schwarzen Szene bekannt wie bunte Hunde, lockten OOMPH! viele Fans vor die Bühne, die ihre Helden gebührend feierten. Der überwiegend rockig gehaltene Auftritt heizte die Stimmung vor den Auftritten von Subway to Sally und Unheilig noch einmal gebührend auf. Die Fans konnten jeden einzelnen Song mitsingen, und auch Dero gab sich alle Mühe, stimmlich zu begeistern. Besonders die Akustikversion von Sex hat keine Macht sei in dieser Hinsicht hervorzuheben.
Setlist: Beim ersten Mal, Unsere Rettung, Fieber, Wer schön sein will muss, Sex, Mitten ins Herz, Sex hat keine Macht (Akustik), Auf Jurs (Akustik), Revolution, Niemand, Gekreuzigt, Labyrinth, Gott ist ein Popstar, Augen Auf!, Sandmann

Saltatio Mortis hatten vorgelegt, nun mussten Subway To Sally zeigen, was sie drauf haben. Von Vielen noch immer als Mittelalter-Rock-Band betrachtet, betrat das Septett mit entsprechenden Instrumenten ausgestattet die Bühne – und rockte das Amphitheater. An diversen anderen Bands ist oft zu beobachten, wie schwierig es sein kann, das rhythmische und harmonische Zusammenspiel mehrerer Musiker zu koordinieren, aber hier war kein Fehler auszumachen. Die Fans feierten „ihre Helden“ gebührend. Gedankt wurde ihnen das seitens der Band mit einem mitreißenden Auftritt, bei dem von Kleid aus Rosen über Sieben bis hin zu Räuber kein Klassiker fehlte. Für sich genommen war der Auftritt bereits phänomenal, als Vorbereitung für den Headliner des Abends allerdings konnte man sich nichts Besseres wünschen.
Setlist: Henkersbraut, Kleid aus Rosen, Feuerland, Puppenspieler, Unentdecktes Land, Judaskuss, Kruzifix, Besser Du rennst, Falscher Heiland, Veitstanz; Zugaben: Sieben, Räuber
Sieht man sich die Line-Ups von Festivals der vergangenen Jahre an, wird klar: Unheilig sind aus der Festivallandschaft nicht mehr wegzudenken. Im letzten Jahr traten sie auf dem Amphi Festival auf, in diesem Jahr stehen unter anderem Auftritte auf dem Gothic Festival in Waregem, dem M’era Luna und dem Highfield Festival auf dem Programm. Eine Überraschung ist das nicht, steht die Band doch mit der aktuellen Single Geboren um zu leben seit Wochen auf den oberen Rängen der Charts. Zwar werden Auftreten und texterisches Talent des Grafen nicht erst seit dem Nummer-Eins-Erfolg kontrovers in der Szene diskutiert, nicht von der Hand zu weisen ist allerdings: Unheilig haben sich zu einem Live-Act gemausert, um den man nicht herumkommt – und sie haben eine große Anhängerschaft. So überraschte es nicht, dass es zum Abschluss des Festivals noch einmal richtig voll vor der Bühne wurde. Der Graf konnte das Publikum bereits in den ersten Minuten des Auftritts komplett für sich gewinnen; der Rest war kür. Auszusetzen ist an diesem letzten Auftritt des Blackfield Festival 2010 rein gar nichts – mit viel Gefühl und einem guten Draht zum Publikum konnten Unheilig einmal mehr beweisen, dass sie mit Recht zu den großen Musikern der Szene gehören.
Eine angenehme Location, gutes Wetter und erstklassige Bands – auch im dritten Jahr konnte das Blackfield Festvial mitten im Ruhrpott überzeugen. Die noch im letzten Jahr irritierende Organisation lief dieses Jahr angenehm flüssig, Tonabmischung und Rahmenprogramm konnten gleichermaßen überzeugen. Nächstes Jahr wird es wieder ein Blackfield Festival geben – und wir freuen uns bereits auf Runde vier!
Homepage: www.blackfield-festival.de
MySpace: www.myspace.com/blackfieldfestival

Text: Lisa Kleinberger
Bilder: Martin Dresbach