Nach der kleinen Club-Tour „Fornika für Dich” im Frühjahr folgte nun die Tour durch die großen Arenen, um auch einer größeren Zuschauerschar die Chance zu geben, Die Fantastischen Vier zweieinhalb Jahre nach der letzten großen Tour wieder live zu sehen. Schnell zeigte sich, dass in Leipzig viele darauf gewartet haben, nach dem 15.04.2005 endlich wieder die Chance zu haben, die Gruppe live zu sehen. So zogen die Fantas dieses Mal 10000 Besucher in die dichtgefüllte Arena, wo sie gemeinsam mit ihrer Live-Band die Zuschauer zu Begeisterungsstürmen verleiteten.

Nachdem im Vorprogramm Miss Platnum die Masse anheizte und dabei in diejenigen teilte, denen es augenscheinlich gut gefiel und diejenigen, die nach und nach lauter werdend skandierten, wegen wem sie eigentlich die Karte erworben haben, betraten Die Fantastischen Vier samt Live-Band gegen 20:45 Uhr die Bühne und eröffneten mit ihrer aktuellen Single Ichisichisichisich, um danach mit einer Mischung aus großen Hits und selbstgewählten Favoriten (wie beispielsweise Love Sucks) über zwei Stunden lang das Publikum zu unterhalten. Stücke wie Der Picknicker, Was geht? und Sie ist weg funktionieren nach wie vor super und versetzen das (übrigens durchweg friedliche) Publikum in Bewegung.
Eigentlich ist es erstaunlich, dass das alles noch so gut funktioniert. Viele der großen Hits haben inzwischen zweistellige Jahreszahlen auf dem Buckel und auch die Gruppe ist an sich inzwischen nicht mehr die jüngste. Aber sie beweisen: Ihre Musik funktioniert auch im Jahre 2007 einwandfrei und beherrschen auch die großen Posen nach wie vor. Man merkt ihnen an, dass sie Spaß daran haben, vor einer so großen Masse ihre Stücke zu präsentieren und aus ihren Posen und dem Bühnenauftreten spricht immer wieder eine erfrischende Selbstironie. Kein Wunder also, dass auch neuere Titel wie Ernten, was wir säen, die eigentlich gar nicht so sehr in Richtung HipHop gehen, in der Konstellation dieses Abends funktionieren.
Auch andere der neueren Titel der Vier werden vom Publikum dankbar aufgenommen. Stücke wie Geboren, Einfach Sein und Millionen Legionen fügen sich nahtlos in das Programm ein. Man sieht dabei: Die Fantastischen Vier sind längst ein generationenübergreifendes Phänomen geworden. Derjenige, der von Anfang an dabei ist steht dort neben denjenigen, die erst mit neuerem Material zur Gruppe gefunden hat. Daneben wiederum die ganz jungen Fans, die ihre Familie als Aufsichtspersonen gleich mitgebracht haben. Und alle feiern sie zusammen.

Zur Zugabe haben sich die Vier (beziehungsweise drei, And.Ypsilon blieb auf der großen Bühne) etwas Besonderes einfallen lassen, indem sie auf einmal auf einer Fläche mitten im Saal auf dem Gerüst des Mischpults weiter rappten. Von hier aus gaben sie mit Troy und MfG noch einmal zwei ihrer ganz großen Hits zum Besten, wobei vor allem bei letzterem die Masse noch einmal kochte. Zum Abschluss gab es dann als ruhigen Ausklang noch den Tag am Meer, bevor die 10000 Besucher überwiegend glücklich die Halle verließen und sich in die verstopften Straßenbahnen Richtung Hauptbahnhof drängelten. Insgesamt waren es zwei gelungene Stunden Konzert, die zeigten, dass And.Ypsilon, Hausmarke, Smudo und Thomas D. noch längst nicht zum alten Eisen gehören!

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Text: Marius Meyer
Bilder: PR/Tourmanagement