Konzertberichte Marius, 20.10.2007
Dreadful Shadows – 13.10.2007, Leipzig Werk 2
Sieben Jahre nach der Abschiedstour nahmen sich die Dreadful Shadows der Tatsache an, dass die Nachfrage und das Interesse an ihrer Band immer noch immens groß ist. So kam es, dass nun im Jahr 2007 einige ausgewählte Tourdaten anstanden, um unter altem Namen noch einmal die Clubs zum Kochen zu bringen. Während der Leipzig-Auftritt der damaligen Abschiedstour in der Moritzbastei stattfand, entschied man sich bei dieser “nicht Re-Union”-Tour für das deutlich größere Werk 2, was angesichts der erschienenen Menge eine gute Wahl war. Bevor die Gruppe um Sven Friedrich aber die Bühne gegen 22:00 Uhr betrat, eröffneten um 21:00 Uhr erst einmal Eminence of Darkness den Abend.
Eminence of Darkness spielten in Dreierbesetzung eine gute halbe Stunde eine Mischung aus Gothic Rock und Elektro, wobei live mehr als auf CD der Rock-Anteil überwog, was sicherlich auch durch die Instrumente auf der Bühne bedingt war: Gitarre, Bass und Keyboard/Technik war die Besetzung, in der Eminence of Darkness als Anheizer des Abends bereits gute Stimmung verbreiteten. Stücke wie Unfaithful und Return verfehlten ihre Wirkung nicht und begeisterten viele der wartenden Dreadful Shadows-Fans. Die Abwechslung in der Musik war nicht nur durch die verschiedenen musikalischen Spielarten bedingt, sondern auch durch den Wechsel von männlichem und weiblichem Gesang. Die Stimme Juliane Richters sollte sich dabei im Laufe des Abends auch noch weiter ins Gedächtnis einbrennen, denn sie war nicht nur die weibliche Stimme bei Eminence of Darkness, sondern übernahm diesen Part auch im folgenden Auftritt der Dreadful Shadows. Zunächst wusste sie aber mit ihrer Band Eminence of Darkness zu überzeugen und bekam verdienten Applaus. Ein durchaus passend gewählter Support-Act, der facettenreich und stimmig den folgenden Auftritt vorbereiten konnte.

Gegen 22:00 Uhr war es dann soweit: Der Moment, der sehnsüchtig erwartet wurde. Nachdem von 20 bis null runtergezählt wurde, erklangen die ersten Töne und die Dreadful Shadows betraten die Bühne, um mit Futility, einem Stück ihres “aktuellen” Albums, zu eröffnen. Schnell wurde klar: Sie haben nach wie vor ihre alte Stärke und standen spielfreudig auf der Bühne. Die Gruppe hatte sichtlich Spaß und genoss das Schwelgen in alten Zeiten augenscheinlich genau so wie das Publikum. Beim dritten Titel Drowning Sun präsentierte die Gruppe neben Juliane Richter noch weitere Gäste auf der Bühne: Benni Cellini und M. Stolz, die in verschiedenen Stücken den Streicherpart übernehmen sollten. Beide integrierten sich gut in die Songs und trugen gut ihren Beitrag dazu bei, diesen Abend zu einem besonderen zu machen. Mit A Sea Of Tears erklang bald schon die vermutlich umjubelteste Ballade des Abends, anschließend spielten sie sich weiter durch ein reichhaltiges Programm aus den Jahren ihrer Existenz. Ein erster Siedepunkt war an elfter Stelle erreicht, als sie mit Chains einen ihrer Hits anstimmten und diesen darboten, als wären sie nie weggewesen.
Doch ein Ende war nach diesem ersten Siedepunkt noch nicht in Sicht, es folgte noch einiges. Mit Burning the shrouds folgte gleich der nächste Hit, zu Desolated Home wurden erneut die Streicher auf die Bühne geholt. Die Begeisterung hielt fortwährend an und äußerte sich bei Band und Publikum gleichermaßen. Kein Wunder, dass die als Abschluss-Stück angekündigte und sehr überzeugend dargebotene New Order-Coverversion True Faith nicht einfach so als Abschluss hingenommen werden wollte.
Ebenso kein Wunder: Die Band kam wieder. Mit dem Cyber Edit von Homeless und Fall bereiteten sie auf den nächsten Höhepunkt und ein erneutes angeblich letztes Stück vor, das wiederum eine Coverversion sein sollte. Twist in my sobriety, ein weiterer großer Hit der Gruppe, folgte. Und wieder: Das Ende war noch nicht in Sicht.
Eine weitere Coverversion und damit eine deutlich überraschendere als die vorangegangenen zwei, eröffnete die zweite Zugabe: Lullaby, den meisten wohl eher durch The Cure bekannt, wurde von den Dreadful Shadows in ein zu ihnen passendes Klanggewand gehüllt und war überzeugend genug, dass Robert Smith sich dieser Variante keineswegs schämen muss. Anschließend folgte Beyond the maze als erneuter Abschluss.
Viele dachten, nun sei wirklich Schluss gewesen, weshalb die Reihen sich schon lichteten. Für die große Anzahl der nach wie vor nach einer Zugabe verlangenden Zuschauer kam die Gruppe dann aber doch noch einmal wieder und beendete den Abend endgültig mit Funeral Procession.

26 Stücke, 2:15 Stunden Spielzeit. Eine beeindruckende Bilanz eines beeindruckenden Konzertes. Soviel bleibt festzuhalten: Es war ein sehr gelungener Auftritt, bei dem den Zuschauern und treuen Fans viel geboten wurde. Natürlich versiegen die Forderungen nach einer Re-Union nach einer solchen Show mit Sicherheit nicht. Dadurch, dass diese aber von vornherein ausgeschlossen wurde, konnte man mit dem guten Gefühl nach Hause gehen, hier etwas erlebt zu haben, das man in der Form so schnell nicht wieder erleben können wird. Sollte es wider Erwarten doch irgendwann eine Re-Union geben, so wäre zu hoffen, dass die Gruppe in dieser Stärke erhalten bleibt. Aber das ist Zukunftsmusik – die Gegenwart präsentierte uns einen sehr gelungenen Abend. Und das ist es, was vorerst zählt.
Setlist: Futility, New Day, Drowning Sun, Dead Can Wait, A Sea Of Tears, Dusk, Awakening, Vagrants in Space, A better end, The Vortex, Chains, Burning the shrouds, Desolated Home, Craving, Figures Of Disguise, Everlasting Words, Intransigence, Mortal Hope, Condemnation, True Faith
Zugabe 1: Homeless (Cyber Edit), Fall, Twist in my sobriety
Zugabe 2: Lullaby, Beyond the Maze
Zugabe 3: Funeral Procession

Links
Dreadful Shadows: www.dreadful-shadows.de
Eminence of Darkness: www.eminence-of-darkness.de
Text und Bilder: Marius Meyer
25 Oct 2007, 9:48 am 1.Sandy…
ja genau so war es und es nahm kein Ende,der schwarzen
Seele sei dank.Doch irgendwann leider doch und Wehmut machte sich breit und mir wurde kalt…Abschied.Danke für alles Dreadful Shadows
25 Oct 2007, 7:32 pm 2.Darksun…
Ach es war soooo schön…. und der Bericht liess mich alles nochmal durchleben.. zumal ich auch grade noch einmal A Sea of Tears höre…