Konzertberichte Marius, 19.08.2010
Element of Crime – 18.08.2010, Leipzig Parkbühne
Wenn es so etwas wie einen Wettergott gibt: Er hatte definitiv ein Einsehen. Am Vortag noch sintflutartige Regenfälle, auch am Veranstaltungstag noch Regengüsse bis in den Nachmittag, nebenher die Nachricht, dass man zum Highfield erst einen Tag später anreisen darf, weil das Gelände so schnell nicht zu trocknen sei. Gänzlich unbeeindruckt davon: Element of Crime. Nach dem letzten Regenguss am späten Nachmittag zeigte sich sogar die Sonne und man konnte sich in der idyllischen Parkbühne im Clara-Zetkin-Park bei zwar relativ kühlem, aber doch spätsommerlichen Wetter Element of Crime angucken.
Nachdem man im Frühjahr bereits im Haus Auensee gute Stimmung verbreitet hatte, dies allerdings in einer viel zu vollen Halle tat, war die Parkbühne ein idealer Ort: Mitten in der Natur, eine ansehnliche Menschenmenge, genug Platz für jeden. Fehlte nur noch eines: Element of Crime. Da bei dem Open Air-Abschnitt der Tour auf eine Vorband gänzlich verzichtet wurde, ließen diese nicht lange auf sich warten und betraten um 20:00 Uhr in der gewohnten und eingespielten Fünferbesetzung die Bühne. Das Programm orientierte sich dabei stark an dem, das auch auf der bisherigen Immer da wo du bist, bin ich nie-Tour gespielt wurde und schlug eine Brücke zwischen jungen und alten Stücken – etwas, was im Übrigens auch im Publikum ähnlich aussah, denn auch hier waren fast sämtliche Altersschichten anzutreffen.

Im Mittelpunkt standen dann aber vor allem die jüngeren Alben, wobei im Ambiente der Parkbühne auch ruhige Songs wie Wenn der Winter kommt (aus Mittelpunkt der Welt) gut funktionierten, was auch daran abzulesen war, dass der Platz weiter hinten gerne mal zum Walzer Tanzen verwendet wurde. Doch gerade die schnelleren Songs wurden gefeiert, wie beispielsweise der Titelsong des neuen Albums. Hinzukamen an diesem Abend gut gelaunte und teils ironische Ansagen von Sven Regener, die durch den trockenen Humor beim Publikum gut ankamen. Alles richtig gemacht, kann man also sagen. Dass nach dem Titelsong des aktuellen Albums Schluss sein sollte, wollte also auch keiner so recht glauben.
Auch die Band wollte das offenbar nicht glauben, kam wieder und merkte an, dass man sich auf diesen Fall vorbereitet hatte. Gute Entscheidung, denn Klassiker wie Weißes Papier und auch das trotz seines noch recht jungen Alters schon zum Evergreen gewordene Delmenhorst sollten natürlich nicht fehlen. Nach zwei Zugabenblöcken allerdings war dann wirklich Schluss. Etwa 1:45 Stunden Spielzeit, eine gut gelaunte Band, ein perfektes Ambiente – Zutaten für einen gelungenen Abend wie diesen, hier richtig zubereitet dargeboten. Sollte die Band sich im kommenden Sommer wieder für einen Open Air-Tournee entscheiden: Es gäbe da einen Ort, der sich sicher freuen würde, sie wieder zu sehen…
Weitere Artikel
Konzertbericht: Element of Crime – 28.01.2010, Leipzig Haus Auensee
Homepage: www.element-of-crime.de
MySpace: www.myspace.com/elementofcrime



Text und Bilder: Marius Meyer