Konzertberichte Marius, 23.11.2007
Frank Spilker Gruppe – 17.11.2007, Leipzig Ilses Erika
Spät sollte es losgehen bei Ilses Erika. Um die Kinovorführung ein Stockwerk höher nicht zu stören, waren es nach dem Einlassbeginn um 22:00 Uhr noch einmal zwei Stunden, bis das Konzert eröffnet werden sollte. Bis dahin füllte sich die beschauliche Location in Leipzig Connewitz mit ihrem ganz eigenen Wohnzimmercharme gut, bis mit etwas weiterer Verspätung um etwa 00:25 Uhr Frank Spilker mit seinen Mitmusikern Mathias Tex’ Strzoda (Schlagzeug) und Max Knoth (Bass) die Bühne betrat, wobei sich der Raum endgültig füllte, so dass auch die Türen in Vor- und Nebenraum inzwischen mit Besuchern gefüllt waren.
Mit Der Mond und ich eröffnete Frank Spilker den Abend (bzw. angesichts der Uhrzeit die Nacht) mit einem Titel, der bereits vor 20 Jahren geschrieben wurde, aber seiner Ansicht nach gut in das Konzept von FS.G passt. Außer diesem Titel und In einer Nacht wie dieser, einem bis heute unveröffentlichten Stück der Sterne präsentiert die Gruppe allerdings an diesem Abend ausschließlich frische Klänge. Oder auch „alles Leipzig-Premieren“, wie Frank Spilker gutgelaunt sagt. Und diese machen sich bei Ilses Erika gut. Man merkt Frank Spilker an, dass das Konzept seines Solo-Projektes aufzugehen scheint: Einfach mal befreit ans Werk gehen, ohne sich irgendeinem Erwartungsdruck hinzugeben.
Gut gelaunt, locker und gekonnt präsentiert er an diesem Abend weit über eine Stunde Stücke seiner kommenden CD, die beim Publikum gut angekommen und es in Bewegung setzen, obgleich wenige der Titel bisher bekannt sind.
Klar, durch die Stimme ist man immer und immer wieder an Die Sterne erinnert, aber musikalisch geht FS.G auch in andere Richtungen. Anklänge von Singer/Songwriter, lockere Atmosphäre, hier und da mal ein wenig Folk (hier im Sinne von Musikern wie Beck und den Flaming Lips) sowie natürlich auch die beiden bereits als (legaler!) Download veröffentlichten Titel Ex Lover’s Paintings, das mit seiner englischen Sprache zwar ungewohnt, aber hitverdächtig klingt, und Ich geh’ gebückt, das aufgrund der Körpergröße von Frank Spilker und der Deckenhöhe bei Ilses Erika eine Zusatzdimension im wahrsten Sinne des Wortes bekam, begeisterten das Publikum. Musik, die nach vorne treibt und schnell den Gehörgang erfreut. Bei allem Gelungenheitsgrad und guter Laune blieb der Wunsch nach einer Zugabe selbstverständlich nicht aus, so dass die Gruppe für drei weitere Stücke zurück auf die Bühne kam.
Nach etwa einer Stunde und zwanzig Minuten war dann Schluss, was an sich schon eine beachtliche Dauer ist, wenn man sieht, dass bisher bloß ein Album fertig ist, das noch nicht einmal veröffentlicht ist. Es war ein gelungener Abschluss einer – folgt man den Ausführungen Frank Spilkers – einer auch insgesamt gelungenen kurzen Tournee. Die Vorfreude auf das Album stellt sich nach diesem Abend als berechtigt heraus und man konnte guten Gewissens wahlweise auf den Nachtbus um zwei Uhr warten oder noch eine Runde bei Ilses Erika das Tanzbein schwingen.
Homepage: www.frankspilker.de
MySpace: www.myspace.com/frankspilkergruppe

Text und Bilder: Marius Meyer