24. März: Reiseziel Frankfurt. Der Grund: Manowar sind auf Tour (und haben obendrein Rhapsody und Holy Hell mit im Gepäck). Und nachdem ich sie 2002 leider nicht sehen konnte, wollte ich sie mir fünf Jahre später nicht entgehen lassen. So fuhr ich dann mit drei Freunden nach Frankfurt, um mir das Spektakel anzusehen. Dort angekommen, wurde erst mal ein Parkplatz und Eingang gesucht. Letzterer war leider genau auf der Rückseite der Festhalle Frankfurt, weswegen sich das Stück bis dorthin doch etwas zog. Dort angekommen, mussten erstmal die Sicherheitsschleusen passiert werden. Der Aufwand wunderte doch etwas – von Festivals war man solche Sicherheitsmaßnahmen ja gewöhnt, aber von einem Konzert? Wie dem auch sei: Letzten Endes waren wir dann gegen kurz nach 19 Uhr in der Konzerthalle, wo erst mal die Merchandisestände abgeklappert wurden, der Versuchung der sehr edlen, aber auch sehr teuren (30 Euro) T-Shirts zu widerstehen. Was wir und ein großer Teil der Gäste nicht merkten war, dass Holy Hell schon seit einiger Zeit spielten, da diese sehr früh angefangen hatten und erst für halb acht angekündigt waren. So sahen wir nur die letzten zwei Lieder, die aber schon alleine sehr beeindruckend und überzeugend waren.

Nach einer erstaunlich kurzen Umbauphase kamen Rhapsody auf die Bühne. Diese machten bereits eine Show, als wären sie der Hauptact: Zwei Torbögen schmückten die Bühne und die Show wurde von diversen Lichtspielereien und Pyroeffekten unterstützt. Obwohl ich den CDs der Gruppe bislang wenig abgewinnen konnte, überzeugten sie doch live und sorgten für eine gute Stimmung. Zwischendurch kamen dann mehrmals noch ein Flötenspieler und einmal eine Tamburinspielerin auf die Bühne. Leider hat man beim Flötenspieler klar gemerkt, dass es Playback war und das Tamburin hörte man nicht ein einziges Mal – dennoch eine nette Showeinlage, die das Mittelalter-/Fantasyflair unterstützte..

Nach einer Stunde guter Unterhaltung sollte dann der Star des Abends auftreten: Manowar… Das geschah dann auch. Nach einer Lärmwarnung, dass der Veranstalter wegen hoher Lautstärken nicht für gesundheitliche Schäden aufkomme (Manowar halt), ging es dann los. Die Show ließ sich in zwei Teile unterteilen: Im ersten wurden viele bekannte Klassiker gespielt, bei denen man auch merkte, dass Manowar Spaß auf der Bühne hatten und wohl bester Laune waren. Die Lichtshow gehörte dabei zu den besten, die ich bislang gesehen hatte: Für jedes Lied gab es eine speziell abgestimmte Lichtshow: Bei ruhigen Titeln in unterkühlten Blautönen, bei Up-Tempostücken war die Bühne ganz in gelben Nebel eingehüllt, der von roten Lasern durchbrochen wurde – die Lichtbühne selber war auch permanent in Bewegung. Sehr schön! Gegen Ende des ersten Teils gab es dann noch Lob von Joey de Maio an die Fans, die von überall angereist waren (für Fans, die aus dem Ausland angereist waren, gab es gegen vorgezeigten Pass ein gratis T-Shirt): Aus den USA, Kanada, Holland und sogar aus Israel waren Leute gekommen. Danach durften noch 3 “heiß geile Mädels” auf die Bühne und ein junger Mann, der fähig war, Gitarre zu spielen. Dieser durfte dann erst mal mit Joey, der behauptete eine “rheinische Frohnatur” zu sein, ein Becks (!) trinken. Danach durfte der auf die Bühne gebetene noch seine Künste zusammen mit Manowar beweisen.

Zwei Lieder später verließen dann Manowar nach einer Stunde Spielzeit die Bühne, mit dem Versprechen “to be right back”. Beim Wiederauftauchen war die Bühne mit einem Drachenschiff geschmückt, auf dem vier Krieger mit Schwertern standen und “Sons of Odin” mit Vorspann erklang. Während des Liedes machten diese dann Schaukämpfe. Nach “Sons of Odin” folgten dann die auch nachfolgenden Lieder vom aktuellen Album inklusive der neuen Version des “Warriors Prayer”. Währenddessen liefen weiterhin die Schaukämpfe und eine Videoinstallation zeigte weitere Schlachtaufnahmen, die zwar nur auf “ZDF-Dokuniveau” waren, aber dennoch für gute Stimmung sorgte. Vor der Tour kündigten Manowar an, sie wollten mit ihrer Show den Begriff Entertainment neu definieren. Das war zwar wie zu erwarten (und wie gewohnt) gnadenlose Selbstüberschätzung, dennoch waren die Schaukämpfer und die Drachenschiffinstallation eine schöne Idee, die den gelungenen ersten Teil der Show noch einmal locker übertroffen hat. Nach zwei Stunden endete das Konzert würdevoll mit “Odin”.

Das einzige, was mir fehlte, waren ein paar Lieder: Es hätte mich gefreut, wenn noch “Hail and Kill”, “Herz auf Stahl” und ein paar andere gespielt worden wären, aber darüber kann ich doch hinwegsehen. Selbst der hohe Eintrittspreis von 53 Euro war mehr als gerechtfertigt! Ein Abend, der zumindest mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Manowar: www.manowar.com
Rhapsody: www.rhapsodyoffire.com
Holy Hell: www.holyhell.com

Text: Tristan Osterfeld
Bilder: Robert Linden (weitere Bilder vom Abend gibt es unter diesem Link)