Lang ist es her, dass man Kim Larsen und sein Projekt mal in Deutschland bewundern konnte. Beinah drei Jahre sind seit dem letzten Konzert hierzulande vergangen – damals am letzten Tag des 2003er Wave Gotik Treffens. Nachdem im vergangenen Jahr mit dem Album Sonnenheim eines der für 2005 besten Alben des Neofolk-Bereichs erschien, bestand Hoffnung, auch mal wieder eine Live-Darbietung erleben zu dürfen. Dass diese Hoffnung nicht umsonst war, zeigte sich nun also mit zwei Terminen im April 2006, wovon einer in Leipzig angesiedelt war.
Um 21:00 Uhr sollte es losgehen, wobei man in der Konzertankündigung auf entsprechende Pünktlichkeit bestand, da es Gründonnerstag war und am folgenden Karfreitag dementsprechende Veranstaltungen in Sachsen nicht gestattet sind – daher sollte durch pünktlichen Beginn ein Ende um Mitternacht gewährleistet sein. Tatsächlich war es auch so, dass um 21:00 Uhr die ersten Töne aus den Boxen erklangen. Es handelte sich jedoch um Orplid und deren aktuelles Album, das aus dem CD-Player kam. Der reguläre Beginn folgte dann um kurz nach halb zehn, als die Vorband Seelenthron die Bühne betrat. Zwar ist der Name noch relativ neu, auf der Bühne erschienen aber altbekannte Gesichter: Drei der vier Musiker waren vormals Mitglieder der Formation Dies Natalis und somit dem Auditorium durchaus bekannt. Dargeboten wurden Stücke ihres Debüt-Albums Heimkehr, die man als puristischen deutschsprachigen Neofolk mit viel Emotion bezeichnen kann. Die Gruppe wirkte zwar sichtlich nervös, war dafür aber umso bemühter und wurde vom Publikum mit dem verdienten Applaus bedacht.
Nach einer kurzen Umbaupause betraten gegen 22:30 Uhr :Of The Wand And The Moon: die Bühne, konnten allerdings noch nicht unmittelbar anfangen, da es hörbar noch einige Soundprobleme gab, was im Publikum zu einigen skeptischen Blicken auf die Uhr führte. Nachdem die Probleme überwunden waren, konnte es zehn Minuten später losgehen. Als Eröffnungsstück gab es Lion Serpent Sun, anschließend wurde schnell klar, dass im Folgenden das aktuelle Album im Mittelpunkt des Abends stehen sollte. So folgten erst einmal durchweg Stücke von Sonnenheim, wobei man auf eine ausgewogene Mischung zwischen ruhigeren und treibenderen Stücken setzte, wobei letztere verstärkt gegen Ende des Sets zur Geltung kamen. Immer wieder war das Set auch durchsetzt mit älteren Stücken, die vereinzelt mit Applaus bereits am Beginn bedacht wurden, woraus ersichtlich wird, dass die Gruppe sich in der Hörerschaft bereits einen ausgezeichneten Ruf erspielt hat. Dies war unter anderem bei I Crave For You der Fall.
Betrachtet man die ruhigeren Stücke, so zeigt sich vor allem hier, dass Kim Larsen eine beeindruckende Aura hat, die ihn auf der Bühne umgibt. So wirkten Stücke wie Nighttime In Sonnenheim live um einiges intensiver, als man es von CD gewohnt ist. Die Freunde der treibenderen Stücke, kamen bei Stücken wie Hail Hail Hail II auf ihre Kosten, das sehr durch seine Trommeln lebte.
Nach einer Stunde war erst einmal Schluss. Blick auf die Uhr: 23:40 Uhr, eine Zugabe ist also noch denkbar, das Publikum konnte die Band folglich zu einer Zugabe überreden, bei der die Gruppe zwei Stücke des Albums emptiness:emptiness:emptiness zum Besten gab: Lost In Emptiness und Gal Anda, das durch seinen improvisierten Schluss einen würdigen Abschluss des Abends gab. Negative Stimmen blieben aus, das recht gut besuchte Konzert war ein für alle Seiten gelungener Abend.

Eine Setlist des Auftritts findet sich am Ende dieser Seite!

Homepage: www.ofthewandandthemoon.dk

Setlist
Lion Serpent Sun
Hollow Upon Hollow
Nighttime In Sonnenheim
Summer Solstice
Here’s An Ode
Honour
I Shall Feast
I Crave For You
Raven Chant
Hail Hail Hail II
Ja Boga Ne Videu
My Black Faith
Like Wolves
Winter Solstice
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Lost In Emptiness
Gal Anda

Text: Marius Meyer
Bilder: PR