Schrammeln bis das Ordnungsamt kommt… Kommt der deutsche Rock-Nachwuchs aus Halle an der Saale? Möglich wär’s, denn was da in der Kleinen Ulrichstraße zu hören war klang mehr als viel versprechend. Einmal Parasol, bitte.
Stadtfest in Halle und auf einer kleinen Bühne rockt Halle wie es nur geht. Vier junge Herren spielen sich zusammengerechnet zwei Stunden Herz und Lunge aus dem Hals. Dabei schrammeln die Gitarren, werden eben jene hinterm Kopf gespielt oder mit dem Mikroständer malträtiert. Das macht nichts, hört sich immer noch gut an. Die Musik rollt sich in die Ohren und lässt Köpfe und Beine der Mitt-Zehner und der Mitt-Vierziger wippen. Soll auch so sein, O-Ton: „Wir spielen auch für Muttis und Vatis“. Recht so.
Die Einflüsse auf Parasol sind zu hören, von Beatsteaks bis Vines, alles vorhanden. Und doch ist es selbstständige Musik, die einem da in die Ohren dringt und nicht so schnell verlässt. Da machen ein paar nicht so getroffene Töne oder technische Verbesserungen während des Sets nichts kaputt. Authentizität ist immer noch am besten. Und dann noch diese Spielfreude, als wenn alle nur darauf gewartet hätten, gerade jetzt und gerade für uns zu spielen. Rock für alle und zwar melodisch und laut, damit man es nicht vergisst.
So laut, oder auch nur so spät, bis das Ordnungsamt der Meinung war, es wäre zu laut ist und man solle doch besser leiser werden. Was immer gewünscht ist. Um Parasol wird es in Zukunft hoffentlich noch um etliches lauter werden.

CD demnächst, Infos unter http://www.myspace.com/musicparasol

Text: Katrin Gruhl