Nach sieben Jahren, sieben Alben und einigen personellen Umbesetzungen innerhalb der vergangenen Jahre sind die Spielleute von Saltatio Mortis immer noch erstaunlich aktiv. Dies bewiesen sie zuletzt auf ihrem aktuellen Werk Aus der Asche sowie auch auf ihrer Tour zum Album, bei der sie am 27.10.2007 auch dem Leipziger Publikum die Ehre erwiesen und einen Abend lang im Werk 2 das angereiste Publikum mit ihren Klängen bedachten. Bevor es allerdings zum Hauptact des Abends übergehen sollte, ging als Vorgruppe erst einmal die ebenfalls mittelalterliche Formation Feuerschwanz auf die Bühne.

Als „Des Teufels geiler Haufen“ stellte sich die Gruppe Feuerschwanz vor, als sie gegen 20:00 Uhr in ihren mittelalterlichen Gewandungen die Bühne betraten und schnell wurde klar: Diese Gruppe möchte dem Publikum vordergründig Spaß bereiten, was sich auch an der Bezeichnung „Mittelalter-Comedy“ auf dem Banner an ihrem Merchandise-Stand zeigte. Mit mittelalterlicher Instrumentierung und in mittelalterlicher Manier erzählten sie humorvoll Geschichten, die das Publikum dankend annahm. Dabei zeigten sie viel Spielfreude und konnten mit ihrem Humor auch tatsächlich überzeugen. Musikalisch betrachtet musste man zwar schon ein wirklicher Liebhaber der mittelalterlichen Klänge sein, da die mittelalterlichen Blasinstrumente teilweise doch schon etwas aufdringlich wirkten, ihr Humor und ihre Freude ließen den Auftritt dennoch zu einem soliden Support-Act werden. Allein das Motto „Met & Miezen“ verdient dabei alle Anerkennung, was auch das Publikum mit seinem Applaus schnell erkannte. Ein weiteres Highlight war außerdem eine von Gruppe angeleitete Polonaise durch das Publikum, die erstaunliche Länge annahm.

Wer Saltatio Mortis kennt, wird um die zwei Gesichter der Band wissen – im Werk 2 trat sozusagen „Das zweite Gesicht“ (in Anlehnung an die gleichnamige CD der Gruppe) auf und spielte einen Auftritt im Sinne von „Plugged“, also verstärkt, mit verzerrten Gitarren und allem, was zu einem Rockkonzert so dazugehört. So betraten sie gegen 21:10 Uhr die Bühne und zeigten gleich, wo es langgehen soll: Die Gitarren laut, das Schlagzeug treibend nach vorn und druckvoller Gesang von Alea brachten die Reihen vom ersten Moment an in Bewegung. Trotz der Achterbesetzung der Gruppe hatte man weder den Eindruck, dass hier ein Klangbrei entstünde, noch fühlte man sich in irgendeiner Weise überrannt von so vielen Menschen und Instrumenten auf der Bühne. Trotz allem Rock: Das mittelalterliche Moment der Musik kam selbstverständlich nicht zu kurz. Dudelsäcke, Flöten, Drehleiern – was das mittelalterliche Herz so begehrt, es war alles auf der Bühne zu finden. Die Auswahl der Stücke kombinierte dabei einiges Material vom neuen Album so wie eine reichhaltige Auswahl beliebter Stücke aus den vorigen Alben der Gruppe (vor allem natürlich derjenigen, die in der Kategorie „Plugged“ laufen). Altbekannte Stücke wie Tritt ein und Des Königs Henker wurden vom Publikum gefeiert, aber auch Stücke des neuen Albums wie Irgendwo in meinem Geiste und die Ballade Nichts bleibt mehr zündeten auch so kurz nach der Veröffentlichung von Aus der Asche bereits gut.
Etwa in der Mitte des Konzerts schob die Gruppe eine etwas mittelalterlichere Phase ein. Zu diesem Zweck verließ Lasterbalk der Lästerliche sein Schlagzeug und trat mit einer Trommel bewaffnet zu den anderen am Bühnenrand und einige deutlich akustischere Titel wurden dargeboten. Neben der musikalischen Abwechslung war es aber auch der Witz der Band, der den Abend gelungen machte. Nennenswert dabei vor allem die verbalen Schlagabtausche zwischen Alea dem Bescheidenen und Falk Irmenfried von Hasen-Mümmelstein, die sich um die Frauengeschichten des Herrn Mümmelstein drehten.
Nach all dem war es nur logisch, dass die Gruppe diverse Stücke als Zugabe zu spielen hatte, für die sie sich noch einige weiterer Höhepunkte ihrer Laufbahn aufgehoben hatte. Dessous le Ponte de Nantes beispielsweise wurde an dieser späten Position vom Publikum sehr dankbar aufgenommen, während es bei Licht und Schatten noch einmal im Werk 2 tobte.

Nach zwei Stunden war dann Schluss. Zwei Stunden, gut gefüllt mit einem abwechslungsreichen Programm, von einem dankbaren Publikum gut angenommen. Folglich gab es auch nach dem Konzert – als die Band sich in Rekordzeit noch unter das Publikum mischte – zahlreiche Autogrammwünsche und Fans, die sich gerne mit Mitgliedern ihrer Lieblingsband fotografieren lassen wollten. Eindeutig also: Ein überzeugender Abend!

Homepage Saltatio Mortis: www.saltatio-mortis.com
Saltatio Mortis bei MySpace: www.myspace.com/mittelalterpunk
Homepage Feuerschwanz: www.feuerschwanz.de
Feuerschwanz bei MySpace: www.myspace.com/feuerschwanz

Text und Bilder: Marius Meyer