Konzertberichte Marius, 25.08.2007
Schandmaul – 24.08.2007, Leipzig Parkbühne
Man könnte diesen Abend auch mit „Ein Abend unter Freunden“ überschreiben, denn so war es allem Anschein nach. Schnell zeigte sich auf der Bühne, dass hier nicht einfach nur eine zweckmäßige Vorgruppe gesucht werden sollte, sondern zwei befreundete Bands nacheinander auf der Bühne standen. Im Publikum indes: Eine Menge Freunde der dargebotenen Musik, bei der sich bald die Annahme einstellte, dass die Freunde der einen Band auch die Freunde der anderen Band (und umgekehrt) sind. Schandmaul luden bei bestem Sommerwetter zum Tanz in der Leipziger Parkbühne ein und hatten außer 90 Minuten ihrer Musik auch die Freunde von der Letzten Instanz als Gast im Gepäck dabei.
Entgegen der Ankündigung des Veranstalters ging es nicht um 20:00 Uhr, sondern bereits um 19:45 Uhr los, wie es auch die Homepage der Letzten Instanz vor wenigen Tagen verlauten ließ. Dies schien sich rechtzeitig herumgesprochen zu haben, denn die Reihen waren bereits gut gefüllt, als die Letzte Instanz die Bühne betrat. Auch die Stimmung kochte bereits bei den ersten Stücken über: Das Publikum war sehr textsicher und gab bereits vom ersten Ton an alles. So wie auch die Band. Gute 45 Minuten spielte die Letzte Instanz ihre ureigene Mischung aus Mittelalterrock mit Einflüssen aus Folk und einem Hauch von Klassik. Im Mittelpunkt standen dabei vor allem Stücke vom Album Ins Licht. Großer Jubel entbrannte, als sie von ihrer Freundschaft zu Schandmaul sprachen.
So kennt man sich bereits seit 45 Jahren – und wenn man sich so lange kennt, könne man sich ja auch mal die Mädels ausborgen. Nach dieser Ansprache kamen Anna und Birgit von Schandmaul hinzu und begleiteten die Instanz auf zwei Stücken, was die Stimmung in Vorfreude auf den Hauptact noch steigerte. Diesem Gastauftritt folgte eine überraschende Einlage: Eine Coverversion von I Was Made For Loving You, lauthals mitgesungen vom Publikum. Logisch, hat man es doch denkbar einfach gemacht, und den Text sehr detailgenau auf großen Schildern hochgehalten, so dass ein jeder mitsingen konnte.
Was sich bei diesem Auftritt zeigte: Der Begriff Vorband wird dem Auftritt der Letzten Instanz nicht wirklich gerecht, dazu waren der Zuspruch des Publikums und auch die Textsicherheit viel zu groß. Die einzigen Unterschiede zum Hauptact des Abends bestanden eigentlich in Spieldauer und Tageslicht. Ansonsten kann man eher schon von einem Doppelheadliner sprechen.

Es folgte eine Umbaupause, die gegen 20:55 Uhr mit dem Beginn des Auftritts von Schandmaul beendet wurde. In gewohnter Sechserbesetzung begannen sie Ihr Programm und hatten ihr Publikum gut im Griff. Mit einem Programm, das aus einem Querschnitt aus ihrem gesamten bisherigen Schaffen bestand und einer Bühnenshow, die – im Gegensatz zu dem, was manche andere Band auf der Bühne bietet –
die Bezeichnung „Show“ auch verdient hat, zeigten sie eindrucksvoll, dass dieser enorme Zuspruch absolut verdient ist. Wie groß dieser Zuspruch ist, zeigte nicht nur die Masse der Besucher, sondern auch die Tatsache, dass dieses wirklich gut gemischt war. Menschen jeden Alters und dem Eindruck nach verschiedenster musikalischer Geschmäcker waren im Publikum auszumachen. Und alle zusammen feierten sie ein friedliches Fest, geleitet von den Geschichten, die Sänger Thomas Lindner und seine Band zum Besten gaben. Zum Beispiel Geschichten über die Herren der Winde, das Teufelsweib, den Narrenkönig und den Drachentöter, um nur einige der gefeierten Stücke zu nennen. Neben den Geschichten ihrer Stücke durfte das Publikum auch etwas vom Tourleben erfahren und wie die Letzte Instanz sie dabei zu ärgern wusste – so beispielsweise durch den mit Menschenkraft vom Parkplatz geschobenen Tourbus, den Schandmaul auf einmal vermissten. Was sich liebt, das neckt sich – die Stimmung auf der gemeinsamen Tour scheint wirklich gut zu sein, zumindest präsentierten sich die Musiker so.
Während andere Gruppen in diesem Genre gerne mit dem mittelalterlichen Instrumentarium die Stücke ertränken, spielen Schandmaul mit einer klaren Linie und dem richtigen Einsatz zur richtigen Zeit. Gekonnt, routiniert, aber nicht einfach nur abgespult, sondern mit Spaß. Spaß an der Musik, Spaß an sich und Spaß an den Zuschauern. Diese hatten sie sichtlich unter Kontrolle, wie sich vor dem Stück Vogelfrei zeigte,
vor dem das Publikum aufgefordert wurde, in die Hocke zu gehen, um anschließend hochzuspringen, was auch bis in die letzte Reihe geklappt hat. Aber auch der schönste Abend soll einmal ein Ende haben. Die Walpurgisnacht läutete den Schluss des regulären Sets ein. Natürlich nicht, ohne dass die Gruppe sich noch einmal auf die Bühne bitten ließ, um mit Dein Anblick das Publikum in einem Meer von Feuerzeugen nach Hause zu schicken.
Bevor sie endgültig gingen, kündigten Schandmaul an, im kommenden Jahr wieder in Leipzig zu sein. Passend zur Veröffentlichung des neuen Albums soll dann auch wieder ein Konzert in Leipzig auf dem Tourplan stehen. Wünschenswert wäre ein erneuter Auftritt auf der Parkbühne, denn das dortige Ambiente hat zur Besonderheit dieses Konzertabends deutlich beigetragen. Umgeben von Grün bei trockenem und nicht zu kühlem Wetter konnte sich eine ganz andere Atmosphäre entfalten als in einem verrauchten Club. Kurzum: Ein wirklich gelungener Abend! Gerne wieder – und gerne wieder mit der Letzten Instanz.

Links
Homepage von Schandmaul: www.schandmaul.de
Schandmaul bei MySpace: www.myspace.com/schandmaulmusic
Homepage der Letzten Instanz: www.letzte-instanz.de
Letzte Instanz bei MySpace: www.myspace.com/letzteinstanz
Text und Bilder: Marius Meyer
30 Aug 2007, 12:14 pm 1.Mikeleipzig…
Danke für die tollen bilder , war mit meiner kleenen auch beim Konzert , erte reihe , aber nur am rand , und promt wiedermal die kamere vergessen
05 Sep 2007, 2:56 pm 2.Apocalypsenreiterin…
War Hammer geil, stand ganz vorne und einwenig sieht man sogar von mir auf dem ersten Bild :-)
Wann ist nur das nächste…