Konzertberichte Marius, 03.09.2011
Telekom Extreme Playgrounds – 28.08.2011, Pinneberg
Bereits einige Tage vorher kam die Meldung: Ausverkauft! Mit 8500 Zuschauern war die Wasserskiarena in Pinneberg gut gefüllt für die Telekom Extreme Playgrounds, bei denen neben spannenden BMX- und Wakeboard-Wettbewerben vor allem auch die Musik im Vordergrund stand, waren doch mit Yellowcard, NOFX und Rise Against gleich drei musikalische Hochkaräter des Großbereichs Punk auf dem Programm. Aber auch, wenn der erste musikalische Act des Tages erst um 15:00 Uhr auf dem Programm stand, fanden sich bereits um 11:00 Uhr sehr viele Besucher ein.
Zwar kam anfänglich noch ein Schauer runter, insgesamt aber meinte es das Wetter zunächst mal gut und beschwerte teils sogar Sonne. Was dann auch gleich angenehm auffiel: Die Nähe zum Geschehen. Man verzichtete am Wasser komplett auf Absperrungen, sodass der Zuschauer sich direkt ans Wasser setzen konnte und den Wakeboard-Events beiwohnen. Viel Applaus, viel „Oh“ und „Ah“ und Sportler, die mit Bravour über den Wasserski-Parcour fegten. Das alles war schön anzusehen und zu bestaunen, wie die Sportler sich beispielsweise in der Luft samt Board drehten.

Um 15 Uhr war es dann soweit: Bühne frei für Yellowcard! Das seit 1997 aktive Quintett betrat im strömenden Regen die Bühne, was allerdings nichts daran änderte, dass vor der Bühne dichtes Gedränge herrschte. Nach dem zweiten Song wurde es dann auch wieder sonnig und trocken und die Kalifornier gingen mit Tempo und Druck nach vorne. Punk-Rock mit leicht poppigem Einschlag, der die Massen begeisterte, wurde hier geboten – die fünf wussten, wie man die Menge anheizt. Besonderes Merkmal der Band und im Genre recht einzigartig: Die konsequente Einbindung einer Violine in den Sound. Diese fügte sich harmonisch ein und passte auch gut ins Geschehen auf der Bühne, denn es herrschte stets viel Bewegung. Damit diese auch vor der Bühne stattfinden konnte, animierte die Band dann auch das Publikum dazu, einen Circle Pit zu starten. Eine starke Dreiviertelstunde!
Setlist: Lights and Sounds, Way Away, Light Up The Sky, Five Becomes Four, Rough Landing, Holly, With You Around, For You, And Your Denial, Breathing, Ocean Avenue


Direkt im Anschluss ging es dann auf der BMX-Ramp weiter. Nach der ersten Runde um 12 Uhr ging der Miniramp-Contest um 16:00 Uhr in die zweite Runde, bevor es noch den Best Trick-Contest gab, bei dem Stars wie Mark Webb mit waghalsigen Manövern begeisterten. Das war schon sehr beeindruckend anzusehen und sorgte für ein kurzweiliges Vergnügen. Ebenfalls nahezu beeindruckend wie die Schlange am Autogrammstunden-Stand. Rise Against zeigten sich nah am Fan und signierten, was das Zeug hält. Zwar war die Autogrammstunde erst um 17 Uhr, dennoch bildete sich bereits vorher eine ansehnliche Schlange, die kein Ende zu nehmen schien. Zumindest aber konnte man aus der Schlange aufs Wasser schauen, denn auch die Wakeboard-Action ging weiter.

Um 18:45 Uhr ging es auch auf der Bühne weiter. NOFX spielten auf. Und vermessen ist es nicht, hier von Dinosauriern zu sprechen, ist diese Band doch seit 1983 bereits aktiv. Folglich dann auch als Opener Dinosaurs. Man sah den Mitt-40ern an, dass sie das leben, was sie dort auf der Bühne präsentieren. Druckvoller Punk-Rock im knackigen Format. Kurze Songs direkt auf die 12, viel Bewegung vor der Bühne und immer wieder humorvolle Ansagen – wie man es von der Band liebt, natürlich auch gerne mal unter die Gürtellinie. Rund 20 Songs spielte die Band in der Stunde, die ihr zur Verfügung stand, natürlich mit dem obligatorischen Abschluss Kill all the white man. Schade, dass da keine Zugabe mehr drin war.
Setlist: Intro/Dinosaurs, Leave it alone, Murder/Franco, Mattersville, Eat meek, America, Triple rock, Herojuana, New herb, Creeping out sara?, Moron brothers, Radio Radio, Church and skate, Jesusland, Man I Killed, Punk rock elite, Bottles, Champs, FTK/Linolium, Kill all the white man


Bevor es musikalisch weiterging, gab es noch die Finalrunde der Wakeboards, die auch in der einbrechenden Dunkelheit nicht weniger beeindruckend aussah, bevor mit Rise Against ein waschechter Nummer-1-Act die Bühne betrat. Und das, obwohl die Band eigentlich nach wie vor das macht, was ihr gefällt. Der Melodic Hardcore hat nichts von seiner Kraft eingebüßt und ist nach wie vor keineswegs geschliffen. Brachiale Passagen wechselten sich mit melodisch-gefühlsvollen Momenten ab und es wurde wild gerockt. Als eingespieltes Team präsentierte sich die Band, die dennoch weit von Routine weg ist, sondern in dem aufging, was sie dort macht. Sänger Tim McIlrath zeigte dabei eine beeindruckende Bühnenpräsenz, denn er und das Publikum verstanden sich auch ohne Worte, soviel lag da in dem Blick, wenn er vorne auf der Bühnenbox stand. Ein wirklich würdiger Abschluss eines durchweg gelungenen Sonntags!
Setlist: Chamber the Cartridge, Satellite, The Good Left Undone, Re-Education (Through Labor), Survive, Make It Stop (September’s Children), The Dirt Whispered, Help Is on the Way, Prayer of the Refugee, Hero of War, Audience of One, Architects, Ready to Fall, Savior, Extended Bridge, Give It All


Text und Bilder: Marius Meyer