Konzertberichte Marius, 19.03.2008
The BossHoss – 16.03.2008, Leipzig Haus Auensee
Um den Einstieg diesmal etwas persönlicher zu gestalten: Nachdem mein Kollege Tristan in den vergangenen Monaten häufig in sehr positiven Tönen von The BossHoss redete, wurde auch ich immer neugieriger auf dieses Septett. Die inzwischen einige Monate anhaltende Tour der unermüdlichen Country-Rocker führte dann letztendlich am 16. März auch ins Leipziger Haus Auensee – eine gute Gelegenheit also, dem Spektakel auch einmal beizuwohnen. Und Spektakel ist dabei auch ein wirklich passender Begriff dessen, was es geboten gab. Rund 1700 Leute wohnten diesem bei und bereits eine Stunde vor Konzertbeginn war die Warteschlange des Haus Auensee von Cowboy-Hüten dominiert.
Bevor es aber soweit sein sollte, betrat erst einmal der Support-Act in Gestalt von Benedicte Braenden überpünktlich um 19:50 Uhr die Bühne und wusste das Publikum überwiegend zu begeistern. Die junge, blonde Norwegerin bot rock-inspirierte Country-Musik und bewies, dass sie sich trotz ihrer bisher noch nicht wirklich gegebenen Bekanntheit in Deutschland durch die BossHoss-Tour bereits an die großen Bühnen gewöhnt hat und spielte sich somit schnell in die Herzen der Zuschauer. Titel wie das treibende Cold Hard Rain, das feinfühlig-melancholische Winter oder auch das „das gewisse Etwas“ besingende Hokus Pokus verfehlten ihre Wirkung nicht und sorgten unter der anwesenden Menge für Begeisterung. Benedicte Braenden trat endgültig den Beweis an: Country hat wenig mit dem Klischee der alten Männer mit Banjo zu tun, sondern kann richtig erfrischend sein. Am Ende ihres Auftrittes versäumte die junge Künstlerin es nicht, noch einmal auf ihr Solo-Konzert am Folgetag hinzuweisen, mit dem sie den Day Off überbrücken, den The BossHoss sich auf ihrer Tour nahmen. Ebenfalls in Leipzig, im beschaulichen „Noch besser leben“.
Setlist: Guilty As Sin, New Favourite, Freight Train, Hokus Pokus, Winter, Cold Hard Rain, My Uncle, Crashin’ and Burnin’
Gegen 21:00 Uhr sollte es dann soweit sein: Boss Burns, Hoss Power und ihre Mannen betraten die Bühne der inzwischen wirklich gut gefüllten Halle. Mit dem Titeltrack ihres aktuellen Albums Stallion Battalion als Opener legten sie gleich die Marschroute des Auftrittes fest: Party, gute Laune und Spielfreude auf der Bühne, die schnell auf das Publikum übergreifen sollte. Die „Wild West-Atmosphäre“ wurde mit einer gehörigen Portion Rock gut auf die Bühne gebracht und in Szene gesetzt und The BossHoss spielten sich ausführlich durch ihre bisherigen drei Alben. Gegenüber den Albumversionen wurde dabei auf der Bühne gut Spielraum gelassen: Ausufernde Improvisationen standen auf dem Programm und man sah den Musikern ihren Spaß auf der Bühne mehr als an. Stillstehen war hierbei nicht möglich. Oder eben still sitzen – denn das war ein Faszinosum dieses Abends: Selten sieht man, dass ein Mensch auf der Bühne – salopp gesagt – so abgeht, dabei aber trotzdem noch auf einem Barhocker sitzt. Boss Burns kann es und es verwunderte, dass er dabei nicht herunterfiel.
Aber er stand natürlich auch mal auf und animierte das Publikum weiter. Das Einbinden des Publikums ist dabei auch ein weiterer Aspekt. Dabei zeigten sie beispielsweise, dass sie das deutsche Wort „Ja“ beherrschen, nur um daraus zu folgern, dass auch das Publikum dieses zu singen in der Lage ist. Daraus resultierte dann die Outkast-Coverversion von Hey Ya unter deutlicher Beteiligung des Publikums. Die Steigerung für Fortgeschrittene folgte dann beim Titel Yeehaw, bei dem die Gruppe sich aus dem Publikum einen Mr. Yee und eine Mrs. Haw suchte, die auf der Bühne Schilder mit ihren Silben hochhalten sollten, damit das Publikum an den entsprechenden Stellen seinen Einsatz findet. Eine gelungene Aktion, die den Partyfaktor weiter zu steigern wusste.
Trotz Spaß und Partystimmung: Es war dennoch auch rau und wild und ließ dabei ein mehr als begeistertes Publikum zurück. Hier und da wurde es zwar mal etwas langatmig, aber auch der für 29 Euro recht hoch angesetzte Eintrittspreis wurde durch die Spieldauer von über zwei Stunden eindeutig gerechtfertigt. Ein für den Großteil des Publikums sicherlich sehr zufrieden stellender Abend und ein guter Ausklang der Woche, bevor am Montag wieder der Ernst des Alltags zuschlagen sollte. Alle Achtung, bei der Leistung zieht man gerne den Cowboyhut!
Setlist: Stallion Battalion, Omniscent Lover, On a high, Monkey Business, Hey Joe, Poke Salad Annie, Say a little prayer, High, Rodeo Radio, Jumpin’ around, Hey ya, Hot in here, Yeehaw, Ca plane pour moi, Shake & Shout
Zugabe 1: Mary/Goodbye Mary, Sabotage, Jesus built my hotrod
Zugabe 2: Early Morning Rain
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Links
Homepage von The BossHoss: www.thebosshoss.com
The BossHoss bei MySpace: www.myspace.com/thebosshoss
Homepage von Benedicte Braenden: www.benedictebraenden.com
Benedicte Braenden bei MySpace: www.myspace.com/benedictebraenden
Text: Marius Meyer
Bilder: Marius Meyer (The BossHoss), PR (Benedicte Braenden)
25 Mar 2008, 3:42 pm 1.MadMartin…
Hallo!
Ich war auch mit meinen Freundinnen auf diesem Konzert und war sehr begeistert. Ich war auch der Mister Yee auf der Bühne. Nebenbei.
Was ich eigentlich nur fragen will ist, hast du noch mehr Bilder vom Konzert gemacht, die du mir eventuell schicken könntest? Wäre wirklich sehr nett! Ich hab nämlich keine Kamera und konnte dementsprechend auch keine Photos machen. :(
Grüße
Martin