Konzertberichte Marius, 21.12.2008
The BossHoss – 20.12.2008, Leipzig Haus Auensee
Woher nehmen die eigentlich die Energie? Bereits im letzten Bericht zu einem BossHoss-Konzert, der auf dieser Seite erschien, wurde auf das unermüdliche Touren der Country-Rocker von The BossHoss hingewiesen. Eigentlich würde das als Einstieg jetzt also ausscheiden. Aber wenn man mal auf das Jahr zurückblickt: Es wurde weiterhin eifrig getourt. Nachdem die Gruppe bereits Mitte März im Leipziger Haus Auensee spielte, sollte an selber Stelle nun auch das BossHoss-Jahr 2008 beendet werden. Die geeignete Kulisse war zumindest von Anfang an gegeben: Cowboy-Hüte, wohin das Auge sieht.
Zunächst aber betraten um Punkt 20:00 Uhr Smokestack Lightnin’ die Bühne, die einigen von manch vergangenem Konzert bereits als Support bekannt gewesen sein könnten (wie zum Beispiel dem Siegener Konzert im Februar, von dem wir an dieser Stelle berichteten). Eine Kombination, die sich offenbar bewährt hat: Unter musikalischen Gesichtspunkten passte die Gruppe perfekt in den Rahmen – Countrymusik mit deutlich hörbarer Rockkomponente. Der Sänger stand stilecht mit Cowboyhut und Kontrabass an der Bühne, die Gruppe zeigte durchaus Bewegung und das Publikum ging bereits gut mit. Smokestack Lightnin’ zeigten sich durchaus professionell, aber auch mit Spaß an der Sache. Highlight des Sets war sicherlich ihre Coverversion des Guns N’ Roses-Klassikers Paradise City, den sie gekonnt als Country-Stück präsentierten. Eine wirklich gute halbe Stunde, bei der man sich nicht wundern musste, dass bereits bei der Vorband die ersten Zugabenrufe laut wurden (obgleich sie nicht erhört wurden).

Nach einer halben Stunde Umbau mussten The BossHoss dann außer ihrem purem Erscheinen nichts mehr tun, um das Eis zu brechen – das war bereits von den ersten Tönen ihres Intros an komplett geschmolzen. Spätestens mit dem an zweiter Stelle platzierten Rodeo Radio war der Saal am Kochen. Das Septett um Boss Power und Hoss Burns feierte wie immer auf der Bühne Party und stand dabei zu keiner Sekunde still. Country-Rock, bei dem „Rock“ eigentlich in Großbuchstaben gehört, denn die Gitarren waren laut, das Tempo hoch und die Musik ging straight nach vorn, auch wenn mit Titeln wie Rodeo Queen durchaus auch ruhigere Momente dabei waren und es in der Mitte auch den obligatorischen Akustik-Teil gab – diesmal bestritten mit Lake Daniels und Sugarman.
Dabei spielten sie sich durch ein ausgewogenes Set, das nicht nur der Band, sondern auch dem Publikum sichtbaren Spaß machte. Sowohl in der Songauswahl und –anordnung als auch in der Präsentation wurde dabei auch darauf geachtet, nicht einfach nur ein zweites Konzert wie im März zu spielen. Yeehaw war einer der Momente, der dies verdeutlichte: Wurden im März noch ein „Mr. Yee“ und eine „Ms. Hee“ aus dem Publikum auserkoren, suchte sich die Band diesmal sieben Mädchen aus dem Publikum und platzierte sie gut sichtbar tanzend auf der Bühne. Sehr zur Freude des anwesenden männlichen Publikums natürlich. Aber auch das weibliche Publikum konnte sich freuen: Mit zunehmender Hitze trennte sich Boss Burns bald auch von seinem Achselhemd…

Mit der aktuellen Single Shake & Shout sollte dann Schluss sein. Denkste. Der erste Zugabenblock ließ nicht lange auf sich warten. Mit Stallion Battalion eröffnet, folgten zwei Coverversionen, dessen Originale unterschiedlicher kaum sein könnten: Jesus Built My Hotrod (den Gesang originalnah mit Megaphon dargeboten) und Hey Ya, bevor die Band erneut verschwinden wollte. Diesmal ließen sie sich auch etwas länger bitten, kamen dann aber doch wieder. Zunächst nur Hoss Power mit Akustik-Gitarre, der spärlich unterstützt Mary spielte, bevor die Band gemeinsam zu A Little Less Conversation den Abend nach zwei Stunden The BossHoss endgültig beendete. Und man muss sagen: Die Winterpause hat sich die Band jetzt redlich verdient, nach einem derart gelungenen Abend!
Setlist: Anarchy, Rodeo Radio, Remedy, Polk Salad Annie, Rodeo Queen, On a High, Hot in here, Lake Daniels (akustik), Sugarman (akustik), Sams Plams, Free Love, Yeehaw, Monkey Business, Jumpin’ Around, Shake & Shout
Zugabe 1: Stallion Battalion, Jesus Built My Hotrod, Hey Ya
Zugabe 2: Mary, A Little Less Conversation
Weitere Artikel
Vorbericht zur Shake & Shout-Tour
Konzertbericht: 16.03.2008 – Leipzig, Haus Auensee
Rezension: The BossHoss – Live in Cologne
Rezension: The BossHoss – Ca Plane Pour Moi (feat. Plastic Bertrand)
Rezension: Smokestack Lightnin’ – Modern Twang
Konzertbericht: 01.02.2008 – Siegen, Siegerlandhalle
Vorbericht zur Stallion Battalion-Tour
Rezension: The BossHoss – Stallion Battalion
Rezension: The BossHoss – Monkey Business



Links
Homepage von The BossHoss: www.thebosshoss.com
The BossHoss bei MySpace: www.myspace.com/thebosshoss
Homepage von Smokestack Lighnin’: www.smokestacklighnin.de
Smokestack Lightnin’ bei MySpace: www.myspace.com/smokestacklightninmusic
Text und Bilder: Marius Meyer