Da, wie üblich, wieder viel zu reichhaltig gegessen wurde an den Feiertagen, bedurfte es natürlich einer Möglichkeit, wieder auf den Vor-Weihnachtsstand zu gelangen. Erfahrungsgemäß geht das mit Musik am angenehmsten und so luden S.P.O.C.K, Absolute Body Control, Funker Vogt und Covenant ins Capitol in Hannover. Ein Line-Up, welches interessant zu werden versprach, dies aber nur in Teilen halten konnte, um es gleich mal vorweg zu nehmen.

Den Opener bildeten – zur Verwunderung nicht weniger – S.P.O.C.K. Ein recht undankbarer Platz für einen Stimmungsmacher wie S.P.O.C.K, vor allem wenn man den frühen Beginn der Veranstaltung in Betracht zieht. Das Publikum war entweder noch zu träge vom überstandenen Fest oder ist es in Hannover generell. Den meisten hätten wohl leider Sitzplätze gereicht. Und so kam nur vereinzelt richtig Stimmung auf und hier und da wurde getanzt. Android und Besatzung überzeugten dennoch in gewohnter und lieb gewonnener Bühnenmontur, mit guter Stimmung und dem notwendigen Humor ob des Startplatzes. Musikalisch überzeugten die drei auf jeden Fall mit ihren Texten und gelungenem Synthpop.

Weiter ging es dann mit Absolut Body Control. Diese machten es mir leicht, mich in das immer noch träge Publikum zu fügen. Der Funke sprang irgendwie nicht über, so dass ich mich bald im vorderen Barbereich und zwischendurch im Raucherbereich des Capitols wiederfand. Dieser muss hier mal positiv erwähnt werden: Mit Bar und Fensterfront ausgestattet fühlt man sich nicht ganz so ausgeschlossen wie oft in anderen Clubs. Man hat einen guten Blick auf Bühne und Publikum und die Versorgung ist auch gewährleistet. ABC waren dort zwar nur noch Begleitmusik bei Gesprächen, das jedoch sehr überzeugend.

Als nächstes waren Funker Vogt an der Reihe. Diese schafften dann endlich Bewegung in die Reihen. Auch wenn man sie nicht unbedingt mag, die treibenden Beats nötigten so manchen etwas Bewegung ab. So erging es mir ebenfalls, auch wenn ich sie ansonsten wenig überzeugend fand, da ich mich wie bei „Und täglich grüßt das Murmeltier“ fühlte, alles schon zu oft gesehen und gehört. Nach einigen Liedern nutzte ich also den mir empfohlenen Dönerladen auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Capitol, den ich ebenfalls nur weiter empfehlen kann. Der sehr gut gefüllte Vorraum verriet mir dann bei der Rückkehr, dass es wohl einigen ähnlich gegangen war mit Funker Vogt.

Mit Covenant traten danach die Headliner auf die Bühne, unterstützt wurden diese – wie schon öfter – von Daniel Myer. Zu Covenant braucht man eigentlich wenig zu sagen, sie sind live immer einen sichere Bank, so auch dieses Mal. So bildeten sie einen gelungenen Abschluss, das Publikum taute endlich ganz auf und die, denen nicht das gesamte Line-Up gefiel, wurden mit dem Abend versöhnt. Und so sah man auf der After-Show-Party auch recht zufriedene Gesichter, wenn man sich in die tanzende Menge begab.
Ein schöner Abend in einer interessanten Location, welche ich zum ersten Mal besuchte und viel Positives fand, auch wenn ich von der Akustik nicht wirklich überzeugt wurde. So bot doch die Vielzahl an Blickmöglichkeiten auf die Bühne entschädigende Abwechslung. Nächstes Jahr gerne wieder!

Links
S.P.O.C.K.: www.subspace.se/spock
Funker Vogt: www.funkervogt.de
Absolute Body Control: www.dirkivens.com
Covenant: www.covenant.se

Text: André Zinke
Bilder: Jana Böhme