Rezensionen & Tonträger Marius, 28.02.2008
Adam Green – Sixes & Sevens
Da ist er wieder. Zwei Jahre sind vergangen seit Jacket Full Of Danger. Zwei Jahre, in denen Adam Green alles andere als untätig war. Nein, für sein neues Album Sixes & Sevens entstanden in dieser Zeit eine Menge Stücke, von denen es nun 20 auf das fertige Album geschafft haben. Wer von der Vorabsingle Morning After Midnight bereits einen guten Eindruck hatte, der wird vom vollständigen Album ebenfalls begeistert sein. Adam Green bleibt sich hier drauf treu: Souliger Motown-Sound trifft auf Indie trifft auf Pop-Elemente trifft auf Entertainment trifft auf Singer-Songwriter. Klingt vielseitig? Ist es. Klingt durcheinander? Ist es nicht.
Alles wie immer also, könnte man meinen. Und das ist ja auch nicht verkehrt, wenn dabei nach wie vor immer neue Ideen und abwechslungsreiche neue Stücke entstehen, die sich von dem unterscheiden, was ein Künstler auf den vorangegangenen Werken gemacht hat. Genau das schafft Adam Green. Ein roter Faden ist schwer zu benennen, am ehesten ist dieser der Musiker selbst, denn Adam Green hat es seit jeher geschafft, einen authentischen eigenen Sound zu kreieren, dem er auch auf Sixes & Sevens treu bleibt. Ein Song im Stile von Tropical Island zeigt es: Beschwingte Klänge, die gleichermaßen gelassen und gut gelaunt klingen und dabei sprichwörtlich „den Groove haben“. Und wie man es auch gewohnt ist: Hinter der Fassade stecken oft andere Dinge als es der Klang vermuten lässt. Tropical Island beispielsweise behandelt die verwahrloste Seite des tropischen Kaliforniens.
Oder man nehme Broadcast Beach: Ohrenscheinlich gut gelaunte Klänge mit dem typischen Motown-Einfluss und souligem Touch, die nach vorne gehen und mit Adam Greens markanter Stimme für Eingängigkeit sorgen. Im Hintergrund: Subtiler Humor und implizite Kritik. Adam Green behauptet, in seinem Kabelanschluss sei ein Ort, wo er gerne chillen würde… Auch hier denkt man: Ideen, auf die erst einmal einer kommen muss. Und ebendiese Ideen findet man auch auf musikalischer Seite, wie beispielsweise bei You Get So Lucky: Selten hört man in Musik dieser Art, wie Adam Green sie macht, den Einsatz einer Panflöte. Und noch seltener wird diese dabei so gut eingesetzt.
Adam Green hat es also wieder geschafft: Ein rundum gelungenes Album, das sehr vielseitig erscheint und gleichermaßen in jeglicher Hinsicht zusammenpasst. Tiefgründigkeit wird mit Selbstironie kombiniert und rein musikalisch ist es erneut sehr ausgefeilt, was es hier zu hören gibt. Erfreulich auch: Die Länge der CD. War der Vorgänger Jacket Full of Danger mit rund dreißig Minuten doch recht knapp ausgefallen, so bringen die 20 Stücke es diesmal auf 48 Minuten guter musikalischer Unterhaltung. Und wer sich die limitierte Edition holt, bekommt glatt noch einmal weitere vier Stücke dazu. Eindeutig eine Empfehlung!
Weitere Artikel
Rezension zum Album Jacket Full Of Danger
Homepage: www.adamgreen.net
MySpace: www.myspace.com/adamgreen1

Tourdaten
13.04.2008 – Köln, Live Music Hall
21.04.2008 – Hamburg, Große Freiheit
22.04.2008 – Berlin, Huxleys
23.04.2008 – Frankfurt, Mousonturm
24.04.2008 – München, Elserhalle
Text: Marius Meyer