„This record is a homage to the time when British rock music was straight and fearless. In particular I dedicate this album to Joe Strummer and John Peel.” Ungewohnte Worte, wenn man bedenkt, dass hier Alec Empire hinter steht, der eher für elektronische Klänge bekannt ist. Noch mehr verwundern mag die Tatsache, dass er sich für das Album Nic Endo mit ins Boot geholt hat, die nun eher für reinen Noise steht. Somit haben wir hier 50% der alten Atari Teenage Riot (die indes weiter aus Eis liegen) vereint, die etwas tun, womit in der Form vermutlich nicht viele gerechnet haben.
Alec Empire meint es ernst: Mit den Worten „I’m talking about the death of Rock’n’Roll“ beginnt das Album, danach präsentiert er konsequent seine Vision von Rock. Die ist hart, es wird viel geshoutet und der Spirit dahinter ist mit dem Wort „Punk“ am besten zu beschreiben. Auf 12 Stücken wird konsequent Rockmusik der härteren Gangart präsentiert. Zwar ist Empire viel am Schreien, trotzdem weiß die Stimme ins Ohr zu gehen. Für seine Verhältnisse kann man trotz der ziemlichen Härte der Musik schon von einer relativen Melodiösität sprechen. Was Alec Empire hier definitiv tut: Er bietet etwas anderes. Im Booklet schreibt er: „Convention is submerging innovation“ – dies passt zu dem Album und zeigt erneut, dass auf Futurist eine ganz eigene Vision präsentiert werden soll.
Wer auf ein neues Atari Teenage Riot-Album gewartet hat, wird trotz der Besetzung hier wohl nicht unbedingt das finden, wonach er gesucht hat und sollte eventuell erst einmal probehören. Zuviel verkehrt machen dürfte man allerdings auch dann nicht: Schließlich ist Alecs Stimme immer noch die gleiche, Gitarren gab es auch bei Atari schon und auch, wenn es hier nicht soviel Noise gibt: Im gesamten ist das Album doch mit einem recht noisigen Unterton versehen.
Alec Empire zeigt mit diesem unerwarteten Output, dass er konsequent seinen Weg geht. Seine Vision von Rockmusik zeigt er eindrucksvoll und bietet damit mal wieder ein typisches Beispiel für die abgedroschene Rezensentenphrase, dass sich hier ein Musiker neu erfunden hat, ohne sich dabei selbst zu verleugnen.
Löblicherweise gibt es auch ein Booklet mit allen Texten dazu. Insgesamt eine runde Angelegenheit, die Lust auf die Tour macht.

Label-Homepage: www.digitalhardcore.com

Tourdaten:
06.10.2005 D Berlin Postbahnhof
07.10.2005 D Leipzig Conne Island
08.10.2005 NL Drachten Iduna
09.10.2005 NL Alkmaar Parkhof
11.10.2005 UK Leeds Joseph´s Well
12.10.2005 UK Exeter The Cavern
13.10.2005 UK London Islington Academy
14.10.2005 UK Leicester The Shed
15.10.2005 UK Glasgow Barfly
16.10.2005 UK Aberdeen Moshulu
18.10.2005 B Hasselt Muziek-O-Droom
19.10.2005 F Paris Batofar
20.10.2005 F Macon Cave à Musique
21.10.2005 CH Bulle Ebullition
22.10.2005 CH Genf Usine – Le Zoo
23.10.2005 CH Luzern Sedel
25.10.2005 A Vienna Arena
26.10.2005 CRO Zagreb Mochvara
27.10.2005 A Graz Arcadium
28.10.2005 D Augsburg Kantine
29.10.2005 D Schweinfurt Alter Stattbahnhof
30.10.2005 D Dresden Thrillbeats Club
01.11.2005 D Cologne Underground
02.11.2005 D Frankfurt Batschkapp
03.11.2005 D Bremen Schlachthof – Magazinkeller
04.11.2005 DK Kopenhagen Loppen
(wird fortgesetzt – siehe Labelhomepage)

Text: Marius Meyer