Es soll vorkommen, dass man schlichtweg immer dieselben Probleme hat, über die man sich beklagt. Das liegt einfach daran, dass es immer wieder neue Auslöser gibt. Wie oft beispielsweise wurde hier schon darüber gejammert, dass die Musik-Szene einfach so unüberschaubar ist, man gar nicht alles wahrnehmen kann und gute Sachen untergehen? Oder eben darüber, dass die Richtigen noch nicht drauf aufmerksam geworden sind? So ein Fall ist auch mal wieder Alex Amsterdam, auf dessen MySpace-Profil ein „Unsigned“ prankt. Dabei gibt es auf der EP the die is cast wirklich gelungenen, druckvollen Indie-Pop zu hören…

Da bloß vier Stücke auf der EP sind, bietet es sich an, einmal „track by track“ zu beleuchten… Eröffnet wird mit Emma, das mit harmonischer Gitarre und groovendem Bass positiv anmutende Indie-Musik nach spielt. Eine hohe Zugänglichkeit, im Hintergrund noch einige dezente Streicher, es entsteht gute Stimmung.
Ähnlich auch Face The Sun Again, wobei hier in den Strophen auch eine gewisse Nachdenklichkeit durchschimmert, bevor man im Chorus die Stimmung wieder deutlich positiver werden lässt. Klar, wenn man die Sonne wiedersieht, ist das ja auch etwas Erfreuliches. Dazu ein guter Drive – und erneut ein gelungenes Stück Musik.
An dritter Stelle begegnet Saviour, das im getragenen Tempo mit Streichern und Piano eröffnet. Hier wurde das Gefühl noch deutlicher in den Mittelpunkt gestellt. Wenn man so will der Ruhepol der vorliegenden EP. Ohne, dass Ruhepol negativ verstanden werden müsste. Schließlich muss ja nicht immer nur Friede, Freude, Eierkuchen sein – und dennoch schimmert auch hier Hoffnung durch.
Beim abschließenden Liar, Liar muss man beinah mit einem Unwort um sich werfen. Denn: Ein bisschen „retro“ klingt es schon, was Alex Amsterdam hier spielen. Aber vor allem klingt es sehr deutlich. Der bezeichnete Lügner wird offenbar klar angesprochen. Und ein Hauch von Oasis’ Don’t believe the truth ist hier auch mit am Start…

Insgesamt eine gelungene EP, die Lust auf mehr macht. Das sollten eventuell auch einige Labels erkennen – schließlich kann es ja auch kein Zufall sein, dass diese Band es auch ohne Label bereits zu Airplays in großen Radiostationen und Auftritte gemeinsam mit Gisbert zu Knyphausen, den Kilians und anderen gebracht hat… Aber ob nun mit oder ohne Label: Die Qualität stimmt!

Homepage: www.alex-amsterdam.de
MySpace: www.myspace.com/alexamsterdam

Text: Marius Meyer