Rezensionen & Tonträger Tristan, 06.09.2007
Apoptose – Schattenmädchen
Der Name Apoptose begegnete mir schon mehrmals, ohne dass ich mit diesem etwas anzufangen wusste. Nun schneite vor kurzem das neue Machwerk Schattenmädchen ins Haus. Da der Klang überaus spannend und interessant war beschloss ich, mich etwas mehr mit dem Album auseinander zu setzen. Es ist das dritte Vollzeitalbum des deutschen Ein-Mann-Projektes, welches den aus der Biologie stammenden Begriff für den „programmierten Zelltod“ als Namen trägt. Wie schon die Vorgänger nimmt sich auch dieses Album einer bestimmten Thematik an. Der Schauplatz ist diesmal die japanische Großstadt. Einige Lieder tauchten bereits auf anderen Kompilationen auf, wurden jedoch für Schattenmädchen zusammen mit dem japanischen Künstler Kenji Siratori bearbeitet.
Grob umschreiben lässt sich der Klang Apoptoses als Dark Ambient, wobei es sich hierbei tatsächlich um ein Werk abseits ausgetretener Pfade handelt: Tatsächlich bemerkt man Liebe zum Detail: Wo oft Klangteppiche und das Dröhnen langweilig werden, ist es auf diesem Album so gut wie nie der Fall: Die Lieder sind perfekt durchstrukturiert, sodass sich eine kalte und technische Atmosphäre aufbauen kann.
Durchbrochen wird das ganze von gelegentlich auftretendem Gesang auf Englisch und Deutsch, der ebenfalls immer ins Gesamtbild passt. Wunderbar kalt und düster klingt das Ganze. Irgendwo zwischen U-Bahn-Schächten und Industriemaschinen.
Apoptose ist mit dem dritten Album ein sehr schönes Stück Dark Ambient gelungen, welches die technisch-verstörende Atmosphäre der Großstädte sehr gut widerspiegelt und teilweise sogar an den Soundtrack für einen Film Noir erinnert. Sehr schön, dass es in dem Genre auch noch Projekte gibt, die zwar gewohntes machen, dies aber sehr interessant aufarbeiten.
Homepage: www.apoptose.net
MySpace: www.myspace.com/apoptose

Text: Tristan Osterfeld