Rezensionen & Tonträger Marius, 03.02.2010
Architect – Consume, Adapt, Create
Dass Daniel Myer ein umtriebiger Musiker ist, ist bekannt. Neben den zumindest auf dem Papier noch existenten Haujobb und Destroid gehört er schließlich auch inzwischen schon länger zum Live-LineUp von Covenant und legt immer wieder in den verschiedensten elektronischen Spielarten auf, ist hier und da noch in Projekte involviert und ganz nebenher betreibt er ja solo dann auch noch sein ganz eigenes Projekt Architect. Das sollte man nicht unter den Tisch kehren, denn das würde der Mühe und Detailverliebtheit dieses Projektes nicht gerecht. So wundert es auch nicht, dass mit consume, adapt, create nun bereits das fünfte Album erscheint.
Wer Architect mal live gesehen hat, wird wissen, dass da stets eine Menge Krach mit im Spiel ist. Aber diese plumpe Bezeichnung wäre eine Degradierung dessen, was hier noch alles mitschwingt. Verschachtelte elektronische Sounds sind es, die einhergehen mit ambient-artigen Flächen, zu denen sich aber immer wieder ein Beat gesellt, Groove, Samples (auch gerne verzerrt) und Einflüsse der verschiedenen elektronischen Spielarten. So begegnen oft gebrochene Beats – Breakbeat im wahrsten Sinne – und Einflüsse aus Drum’n’Bass, immer aber mit einer authentischen Daniel Myer-Handschrift. Soll heißen: An der Art der Sounds erkennt man immer wieder, wer hier am Werk war – manchmal erinnern die flächenartigen Klängen beispielsweise an die sphärischen Passagen aus dem letzten Haujobb-Werk Vertical Theory aus dem Jahr 2003. Dies ist aber nur im Sinne einer persönlichen Handschrift zu verstehen, denn Myer schafft es immer wieder, die Projekte so differenziert zu gestalten, dass man sie mühelos auseinanderhalten kann. Etwas, was bekanntliche viele Musiker mit mehreren Projekten eben nicht schaffen.
Mit consume, adapt, create begegnet ein Album, das gekonnt verschiedene Spielarten elektronischer Musik zu einem Ganzen verbindet und wie aus einem Guss klingt. Wenn man Referenzen anführen müsste, würde man unweigerlich bei Labels wie Warp und gerade Acts wie Autechre enden – dies sei für eine Einstufung der Musik an dieser Stelle angeführt. Dass Architect ein eigenständiges Projekt ist, sollte dabei aber natürlich ebenso wenig verschwiegen werden. Wer intelligent gemachte elektronische Musik mag, sollte diesem Album auf jeden Fall seine Aufmerksamkeit schenken!
Homepage: www.ant-zen.com/architect/
MySpace: www.myspace.com/architectmusic

Text: Marius Meyer
08 May 2011, 11:07 pm 1.Recoil in Tallinn 1 « Lach und Sachgeschichten aus der bunten Welt der Gastronomie…
[...] Das Rock Cafe , eine alte Fabrik, bot einen genialen Hintergrund fuer eine absolut TOP Performance von Alan Wilder und Paul Kendall mit ihrem RECOIL Project in dem sie geschickt elektronische Musik ( auch von und mit Depeche Mode und vielen anderen Gast Saengern) mit atemberaubenden Kurzfilmen zu einem tollen kurzweiligen Erlebnis zusammen bringen. Der Abend war toll was unter anderem auch an ARCHITECT mir seinem consume,adapt,create album lag der eine Menge guter alter 80er indie Music verwurstete und viel Spass in die Halle brachte. [...]