„Hallo Leute, Euer Graf ist zurück“ – so benennt es Bela B. gleich in Dracula, dem Opener seines Albums Code B. „Um alles Unrecht zu beenden“, fügt er hinzu. Nun sei er da und mache alle Träume wahr. Soso, markige Worte, die Herr Felsenheimer da bereits im Opener zum Besten gibt. Allerdings: Wo soll noch die Hemmschwelle liegen, wenn man in einer Band spielt, die für sich den Anspruch hat, als „Beste Band der Welt zu gelten“? Eben. Man könnte es auch Narrenfreiheit nennen. Etwas, von dem man in Zusammenhang mit Die Ärzte und ihrer Mitglieder sowieso nur sprechen kann. Denn wer sollte diesen Herren noch etwas vorschreiben?

Folglich also nur konsequent, dass auch Bela sich auf seinem Solo-Album nichts vorschreiben lässt. Belegt man Die Ärzte mit dem Attribut „Spaß-Punk“ und hört sich dann einmal quer durch deren Oeuvre, merkt man: Offenbar ist das Attribut „Spaß-Punk“ ein sehr weites Feld. Und so könnte man es auch problemlos auf Code B übertragen, ohne dass das Album dadurch besser einzuordnen wird, als es vorher der Fall war. Also muss man genauer vorgehen. Man sollte sich hierbei anlehnen an die etwas rauer wirkenden Stücke der Alben von Die Ärzte und sich den Humor des Bela B. hinzudenken.

Moment, mag man sagen: Humor? Eigentlich geht es hier doch um ernste Themen. Natürlich – aber neben dem Inhalt steht ja immer auch die Verpackung. Und wenn dann ein Song zum Beispiel Altes Arschloch Liebe heißt, weiß man ja gleich: Hier werden Themen angesprochen, die jedem irgendwie bekannt sein sollten, dennoch aber ist es hier ein Umgang mit dem Thema, der ironisch daherkommt. „Bin ich mit niemandem zusammen, muss ich mich auch nie mehr trennen.“ ist da so eine Kernaussage – irgendwie logisch, aber doch in seiner Unmöglichkeit bekannt.

Das ist die große Kunst des Bela B. Felsenheimer: Die großen Themen des menschlichen Lebens greifbar und mit einem Augenzwinkern verpacken und so etwas schaffen, das lustig wirkt, aber beim zweiten Hinsehen gar nicht nur lustig ist. Aber dass man bei Mitgliedern der besten Band der Welt das Augenzwinkern nicht vergessen sollte, ist hinlänglich bekannt. Die Musik hat trotz aller Massentauglichkeit immer noch einen rauen Charme beibehalten und zeigt, dass da irgendwo im tiefsten Herzen eben doch noch ein Punk wohnt. Und der hat hier ein wirklich gutes Album hingezaubert!

Homepage: www.bela-b.de
MySpace: www.myspace.com/belabmyspace

Text: Marius Meyer