Rezensionen & Tonträger Karo, 09.09.2010
Blonde Redhead – Penny Sparkle
Wer sich schon immer gefragt hat, woher die sphärische Musik in gewissen Filmen und Fernsehserien kommt, die jedes Mal genau den Nerv des Zuschauers trifft und nicht unwesentlich zum Zauber des Films beiträgt, der wird am neuen Album von Blonde Redhead seine Freude haben. Dem Trio aus New York, das mit Penny Sparkle bereits seinen achten Longplayer vorlegt, merkt man seine Begeisterung für Pier Paolo Pasolini (zwei Bandmitglieder sind denn auch italienischer Herkunft) und Filmmusiken deutlich an. Nachdem die Band Anfang des Jahres den Soundtrack zu The Dungeon Masters veröffentlichte, wird jetzt wieder rein aus Spaß an der Musik komponiert, wobei die Ergebnisse wohl ziemlich ähnlich klingen.
Here Sometimes stellt die Linie des Albums vor: Kazu Makino singt, begleitet von Elektro-Beats, Synthesizern und einer unterschwellig dramatischen Stimmung mit sanfter und gleichzeitig mysteriöser Stimme. Es braucht in der Tat so vieler Adjektive, um den ersten Eindruck von Penny Sparkle angemessen beschreiben zu wollen. Not Getting There, das als Singleauskopplung erschienen ist, kommt ein wenig kraftvoller und einprägsamer daher, hinterlässt aber denselben Eindruck von Drama und musikalischen Bildern. Im Laufe des Albums ändert sich die Grundstimmung nicht wesentlich, doch die ersten Eindrücke reichen locker für mehrere Songs. Während die Instrumentierung fast schon altmodisch erscheint (wir denken zurück bis in die 80er Jahre!), sorgt Makinos Stimme für genau jene Art Gänsehautstimmung und Beklemmung, die Filme wie Hard Candy oder die besseren, weil realistischeren Teile von Skins noch ein Stück besser machen.
Die Gefahr für Blonde Redhead besteht darin, dass ihre Musik stets als eine Art Filmmusik betrachtet werden wird, dessen Interpret eigentlich niemanden so recht interessiert. Erfolgreich sind sie trotzdem, und die geplante Europa-Tour wird ihnen einen Zuwachs an Fans bescheren. Penny Sparkle ist ein in sich so geschlossenes Album, dass der geneigte Zuhörer problemlos eine Dreiviertelstunde lang sein eigenes Kopfkino laufen lassen kann, ohne aus seinen Gedanken gerissen zu werden. Und manchmal ist das ein nicht zu unterschätzendes Glück.
Homepage: www.blonde-redhead.com
MySpace: www.myspace.com/blonderedhead

Text: Karoline Fritzsch