Rezensionen & Tonträger Marius, 30.09.2007
Bob Dylan – Dylan
Steckt man den Rahmen etwas weiter, so ist dies bereits die zweite Best Of von Bob Dylan, die in diesem Jahr erscheint. Allerdings die erste, die auch wirklich von Bob Dylan ist. Nachdem Bryan Ferry im Frühjahr mit Dylanesque seine ganz eigene Interpretation von Bob Dylan veröffentlichte, erscheint nun eine Werkschau von 1962 bis 2006 mit allen wichtigen Hits von Bob Dylan. 40 Alben seit 1962, mehr als 100 Millionen verkaufte CDs weltweit, ein preisgekrönter Dokumentarfilm über ihn und nun auch noch eine Verfilmung von Bob Dylans Musikleben, die ab Oktober in den Kinos zu sehen ist, sprechen eine klare Sprache über die Bedeutung dieses Mannes. Grund genug, einmal die schlicht mit seinem Nachnamen betitelte Best Of zu betrachten.
Eigentlich muss man über die Musik von Bob Dylan an sich nicht viel sagen, kennt sie doch ein jeder, der auch nur ansatzweise mit Musik zu tun hat. Diese Sammlung vereint all die Gassenhauer, für die Bob Dylan bekannt ist. Titel wie Blowin’ In The Wind, Mr. Tambourine Man, Like A Rolling Stone, Knockin’ On Heaven’s Door und nicht zuletzt auch Subterranean Homesick Blues, das heute als das erste Lied gilt, zu dem es ein Musikvideo gab, finden sich selbstverständlich auf dieser randvollen CD. Erstmals wurden die Stücke dabei in herausragender remasterter Qualität zur Verfügung gestellt, um das Hörvergnügen merklich zu verbessern.
Ein echtes Novum bietet die Bonus-CD, die der limitierten Erstauflage von Dylan beiliegt: Zum allerersten Mal wurde einem HipHop-/Dance-Produzenten erlaubt, einen Song von Bob Dylan zu bearbeiten. Der britische Remix-Star Mark Ronson bearbeitet hier den 1966 auf dem Album Blonde On Blonde erschienenen Titel Most Likely You Go Your Way (And I’ll Go Mine). Und das kann sich durchaus hören lassen. Ein beschwingtes Stück Bob Dylan in einer tanzbaren Art und Weise. Eine Bearbeitung, für die Bob Dylan sich nicht schämen muss und die durchaus Hitpotenzial hat.
Wem Bob Dylans Werkschau auf einer CD nicht vielseitig genug ist und wer lieber einen umfassenderen Blick über das Gesamtwerk hat, sich aber nicht die gesamte Diskographie auf einmal zulegen kann oder möchte, hat außerdem die Gelegenheit, sich die parallel erscheinende Drei-CD-Variante zuzulegen, die einmal als Drei-CD-DigiPak und einmal als Deluxe-Edition in einer Box mit erweitertem Booklet, zehn Postkarten und aufwändiger Gestaltung herauskommt. Egal in welcher Art und Weise man sich für die Zusammenstellung entscheidet: Lohnen tut sie auf jeden Fall. Schließlich haben wir es hier mit Musikgeschichte in hochwertiger Qualität zu tun.
Homepage: www.dylan07.com

Text: Marius Meyer