Wenn man auf MySpace von einem Label namens „Pussy Empire“ liest, so ist man zunächst verwirrt. Das ist aber eigentlich nur eine absolute Nebensache und ein Labelname, dessen Assoziationen zu diversen Musikern, die Worte wie diese häufiger verwenden, wohl eher unbeabsichtigt sind. Denn damit hat Catharina Boutari eigentlich gar nichts zu tun – sie macht einfach nur gelungene, beschwingte Musik, die zwar poppig, aber doch eigenständig wirkt, einen rockigen Touch hat und der Tanzschule im Titel alle Ehre macht, da sie ungemein beschwingend wirkt. Dazu auch noch intelligente und doch nicht aufgesetzte Texte. Herzlich Willkommen bei Catharina und ihren Jungs!

In dem Moment, in dem sich die Klappe des CD-Players schließt, öffnet die Tanzschule auch schon ganz individuell ihre Pforten: Ich fordere Euch auf singt sie. Wir sollen herauskommen aus unseren Löchern. Ein dezentes und doch betontes Schlagzeug spielt los, treffsicher gesetzte Gitarrenakkorde und ein groovender Bass legen die passende Untermalung für den fordernden und dabei mitreißenden Gesang von Frau Boutari, der genau die richtige Dichte erreicht, da er weder opulent noch zu dünn ausgefallen ist. Zwar schwingt eine gewisse Fragilität mit, diese aber fügt sich aber so optimal ins Gesamtbild, dass sie schlichtweg dazu gehört.

Trotz gerader Linie: Catharina Boutari möchte überraschen. Und sie kann es. Beispielsweise, indem sie Goethe auf Nina Hagen treffen lässt. Das passiert In einem Land wo die Zitronen blühen, einem sehr rockbetonten Stück, dessen Referenz an den Dichterfürsten ja bereits im Titel deutlich wird, während die punkigen Ausflüge der Gesangsstimme in extrem hohe Lagen stark an Nina Hagen erinnert. Aber auch sonst ist Catharina Boutari immer wieder für Überraschungen gut. Beispielsweise in Nimm mich nicht mit, wo das große Zwischenmenschliche mal aus anderer Perspektive beleuchtet wird. „Ein halbes Herz ist nicht genug“ – simpel, aber auf seine Weise groß.

Im Gegensatz zu dem, was Tanzschulen sonst für einen Kurs verlangen, ist dieses Album wirklich günstig. Und es ist hier wirklich gut angelegt. Zwar könnte man auch hier mit den knappen 36 Minuten wieder die Länge in Frage stellen, aber dazu ist diese CD einfach zu sympathisch. „Ich krieg euch alle“ singt Catharina Boutari in Metamädchen. Und auch wenn dies vielleicht nicht in Gänze gelingen wird, ist der unbeschwerte Charme dieses Albums einfach zu sympathisch, als dass der Freund intelligenten deutschen Pop-Rocks hier nicht zugreifen müsste. Und im Gegensatz zu gängigen Tanzschulen ist die Kurswiederholung am Ende des Albums ganz kostenlos möglich. Einfach noch mal Play drücken. Wenn doch alles so einfach wäre… Wer es noch nicht bemerkt haben sollte: Ein wirklich sehr gelungenes Album!

Homepage: www.catharinaboutari.de
MySpace: www.myspace.com/catharinaboutari

Text: Marius Meyer