Rezensionen & Tonträger Marius, 30.09.2009
Conscience – Gravity Has Gone
Man gewinnt den Eindruck, dass in letzter Zeit immer mehr Künstler im düsteren elektronischen Bereich mit ihrem Schaffen an die Oberfläche drücken. Selten war es eine so große Bandbreite, die in den verschiedenen düsteren Stilen vorzufinden war und mit Neuerscheinungen den Markt ersuchte. Im poppigeren Bereich kommt nun auch die Gruppe Conscience mit einem neuen Album um die Ecke, das auf dem Album Gravity Has Gone elf Stücke und zwei Remixe Elektro-Pops eingängigerer Prägung bietet, der aber auch vor Nutzung der Gitarre nicht zurückschreckt. Neben der Gesangsstimme von Rüdiger Ilg gibt es auch so einige Gaststimmen auf dem Album.
Wenn nun von Gitarren gesprochen wird, hört man unter Umständen schon wieder die Saitenallergiker-Fraktion klagen – allerdings kann man auf diesem Album die Gitarre nur in dem Fall nicht mögen, wenn man sie pauschal abwertet, denn sie fügt sich gut in das elektronische Klangbild ein. Schon der bereits als kostenloser Download verfügbar gewesene Opener Theatre Of Deception beweist, dass es so ist. Im Gesamten ist es hier ein treibendes Stück Synthie-Pop typischer Prägung mit Harmonie und Eingängigkeit, das weit weg davon ist, eine Gitarre einfließen zu lassen, weil es vielleicht gerade irgendwie „en vogue“ wäre. Stattdessen ergänzt sie mit dezent eingestreuten Läufen das Stück hier und tut dies auch bei den anderen Songs. Denn das Gesamtbild des Albums ist bereits mit Theatre Of Deception gut beschrieben. Immer ist es der eingängige Elektro-Pop, hier und da ergänzt um dezente Gitarreneinsprengsel. Abwechslungsreichtum wird dabei nicht nur durch die unterschiedlichen Arrangements, sondern auch durch die verschiedenen Gaststimmen, bei denen auch weibliche dabei sind (unter anderem Mel von Future Trail und Katarina Burges von Portash).
Ein Album, das für Freunde des ruhigeren, gesetzteren Elektro-Pop sicherlich eine Freude darstellen wird. Um mit Szenegrößen zu sprechen: Dieses Album geht wohl eher in Richtung De/Vision als in Richtung And One, wenn man es mit dem Grad des Gesetztseins messen möchte. Einziges Manko ist, dass die Klänge hier und da etwas zu steril klingen, um den Funken wirklich überspringen zu lassen. Aber auf Albumlänge betrachtet, lassen sich kleinere Durststrecken problemlos überwinden.
Homepage: www.conscience-music.de
MySpace: www.myspace.com/science2

Text: Marius Meyer