In Zusammenarbeit mit dem renommierten Musikmagazin Rolling Stone präsentiert Arthaus derzeit eine Reihe von Musikfilmen, die das Prädikat „Kultstatus“ berechtigt mit sich führen. Neben Filmen über die Doors, Lou Reed, die (wen wundert’s?) Rolling Stones und die Sex Pistols darf natürlich eine Band dabei nicht fehlen, die die Musikszene maßgeblich geprägt hat: Joy Division. Unter der Regie von Anton Corbijn kam im Jahr 2008 der Film Control in die Kinos, der sich mit der Band Joy Division auseinandersetzte und bereits in dieser kurzen Zeit einen Kultstatus für sich beanspruchen konnte. International besetzt mit Sam Riley als einem starken Ian Curtis beweist der Film auch schnell, woher dieser Status kommt…

Komplett in schwarz-weiß gehalten zeichnet der Film die Geschichte der Band Joy Division nach, allen voran die von Sänger Ian Curtis. Der Film erzählt die Geschichte vom schnellen Aufstieg der Band Joy Division, wie die Band zu ihrem Plattenvertrag kam, wie die Auftritte größer wurden… Man bekommt somit einen guten Einblick in die damalige Zeit, die Musikszene und das ganze Drumherum. Inmitten dieser Szenerie entwickelt sich auch Ian Curtis, der mit seinem düsteren Charme schnell die Menschen für sich einnehmen kann und mit seiner Band Joy Division den Geheimtipp-Status schnell überwindet.

Genau an dieser Stelle setzt dann auch die eigentliche Tragik ein. Control will nicht glorifizieren. Eigentlich ist der Film weit entfernt davon. Vor allem erzählt er die Geschichte des Ian Curtis, der mit seinem schnellen Ruhm nicht zu Recht kommt. Schwere Depressionen, epileptische Anfälle und die tourbedingte Abwesenheit von seiner Ehefrau Deborah, die in einem Verhältnis mit der Journalistin Annik – gespielt von Alexandra Maria Lara – gipfelt, kennzeichnen die Tragik der Figur des Ian Curtis. Sam Riley spielt hier einen Ian Curtis, der sich immer weiter auf dem Weg zum Abgrund befindet, weder eine glückliche Ehe noch ein glückliches Verhältnis führen kann und für den es schlichtweg immer schwieriger wird.

Gerade die persönliche Geschichte des Ian Curtis und dessen gekonnte filmische Umsetzung sind es, die den Film so besonders machen. Ein simpler Film über die Band Joy Division mit glorifizierendem Unterton hätte niemals so gut werden können wie das, was Control am Ende geworden ist. Ein Film, der bewegt. Der die Schattenseiten des Ruhms thematisiert. Und ein Film, der dadurch auch denjenigen gut gefallen könnte, die ansonsten eigentlich gar keinen Draht zu Joy Division haben. So muss man resümieren: Für musikgeschichtlich Interessierte sowieso ein Muss, für alle anderen auf jeden Fall ein sehenswerter Film!

Trailer: www.arthaus.de/control-rolling_stone_music_movies_collection

Text: Marius Meyer
Bilder: Arthaus/Kinowelt Home Entertainment