Rezensionen & Tonträger Tristan, 15.08.2008
Corvus Corax – Cantus Buranus II
Cantus Buranus II ist der zweite Teil der Neu-Interpratation der Carmina Burana von Corvus Corax, jener berühmten mittelalterlichen Textsammlung aus dem Jahre 1230, deren erster Teil im Jahre 2005 erschien. Bereits im ersten Teil wurde ein Orchester miteinbezogen, um verbunden mit ihrem eigenen Stil die Carmina Burana abseits der wohl berühmtesten Interpretation von Carl Orff wiederaufleben zu lassen. Unterstützt wird die Band vom Babelsberger Filmorchester, welches von Barnard Fabuljan dirigiert wird, sowie von der Sopranistin Ingeborg Schöpf der Staatsoperette Dresden, wodurch wiederum eine Symbiose aus mittelalterlicher Musik und Klassik geschaffen wurde.
Was erstmal nach „mehr vom gleichen, wie Teil eins“ klingt, wird bereits nach kurzen Hinhören in dieses neue Meisterwerk widerlegt. Natürlich ist es irgendwo „mehr“: Vor allem mehr Bombast, denn noch pompöser als der erste Teil ist der zweite, wo immer wieder Trommelfeuer verbunden mit den Chören für Gänsehaut sorgen. So wirkt der zweite Teil aggressiver und ist außerdem weniger düster als der erste. Das Intrumentarium wurde ebenfalls merkbar erweitert, was für ein noch abwechslungsreicheres Hörerlebnis sorgt.
Ansonsten hat sich wenig geändert, außer dass die wenige potentiellen Verbesserungsmöglichkeiten des ersten Teils hier alle ausgeführt wurden. Hier stimmt einfach alles und sorgt sofort für eine fantastische Stimmung.
Wer den ersten Teil bereits mochte, wird den zweiten Teil also lieben. Besonders gespannt kann man auf die Live-Darbietungen sein. Eine der ersten fand bereits auf dem Wacken Open Air dieses Jahres statt und das konnte sich nicht nur sehen lassen, sondern sorgte für offene Münder und zog derart in den Bann, dass die Atmosphäre selbst nach dem Konzert nicht abklingen wollte. Das auch Tourneeanfragen auf Mexiko, Kroatien und sogar China vorliegen unterstreicht da zum Schluss noch einmal die Einzigartigkeit dieses Albums.
Homepage: www.corvuscorax.de
MySpace: www.myspace.com/spielleute

Text: Tristan Osterfeld