Rezensionen & Tonträger Karo, 07.12.2006
Damien Rice – 9
Wer sich noch an das Vorgängeralbum O erinnert, weiß, dass Damien Rice irische Musik auch für Leute macht, die mit irischer Musik eigentlich nichts anfangen können. Keine antiken Instrumente oder whiskyschwangeren Mitgröhler, eher das vertonte Innenleben einer leidenden Seele – alles von hauchfein bis gequält. Bei 9 bleibt all das erhalten; was das Zuhören und Öfterhören um Einiges schmerzfreier macht, ist die Mischung.Songs wie Elephant oder 9 Crimes bilden den gelungenen Anschluss an O, mit Lisa Hannigans Elfenstimme und der einen oder anderen Violine an genau der richtigen Stelle. Doch davon sollte man sich niemals täuschen lassen: Textlich ist dieses Album um einiges stärker, ja aggressiver. Accidental Babies schwebt irgendwo zwischen enttäuschtem Liebhaber und der unangenehm direkten kleinen Stimme im Hinterkopf – und gewinnt problemlos jeden “von 100 auf 0″-Stimmungswettbewerb. Es geht immer noch um gebrochene Herzen, hört jedoch nicht damit auf. Herr Rice rächt und trommelt, was sich textlich und musikalisch in Me, My Yoke and I und vor allem dem fantastischen und völlig untypischen Rootless Tree niederschlägt. Dazu gesellen sich im Laufe des Albums beinahe fröhliche Stücke wie Dogs oder Coconut Skin, und man stellt fest, dass der Herr eben doch ein irisches Album fabriziert hat. Dass es dennoch viel mehr ist, verdanken wir seiner grandiosen Stimme und Singer-Songwriter-Qualitäten, die er auf wundersame Weise noch einmal steigern konnte. Heraus kommt ein über dem Genrebrei schwebendes, jede Hoffnung bestätigendes zweites Album.
Homepage: www.damienrice.com

Text: Karoline Fritzsch
06 Feb 2007, 1:18 pm 1.Katrin…
hab ein paar lieder gehört. hätte nie gedacht, dass das wirklich damien rice ist. war schön, anders und ab und zu sogar laut. hat gut gefallen, lieder und rezension.