Rezensionen & Tonträger Tristan, 16.05.2010
Dark Orange – Clouds, Paperships and Fallen Angels
Dark Orange gehörten in den 90ern zu jenen Bands, die neben Chandeen oder Love is Colder than Death düster-melancholische Musik mit himmlisch-ätherischer Atmosphäre machten und damit ein ganzes Genre prägten. Um diese Bands war es sehr lange sehr ruhig, bis sich Chandeen vor zwei Jahren mit ihrem Album Teenage Poetry zurückmeldeten. Nun sind auch Dark Orange wieder zurück und veröffentlichen mit Clouds, Paperships and Fallen Angels auf Kalinkaland ihr erstes Werk nach über 15 Jahren. Und wenn es ein gutes Zeichen ist, dass sich dieses so nahtlos an die Vorgänger anschließt, als wäre die Band niemals weg gewesen, dann spricht das nur für Clouds, Paperships and Dallen Angels.
Von Stillstand, den man vermuten könnte, kann dennoch keine Rede sein, auch wenn man die lange Abwesenheit nicht bemerkt. Dark Orange klingen wie früher, allerdings ist die Produktion sauberer, die Musik währenddessen so frisch wie eh und je. Sowohl romantisch als auch mit bitterer Melancholie gekennzeichnet. So wie ein bewölkter Nachmittag im Wald, an welchem andauernd Sonnenstrahlen zum Vorschein kommen, sich aber nie komplett durchsetzen wollen.
Klingt fast so, als hätte man es hier mit einem schweren und getragenen Album zu tun, doch genau das Gegenteil ist der Fall: Die Musik ist ruhig, angenehm warm und organisch arrangiert und wirkt durch seine Strukturen sehr leicht. Sehr positiv fällt auch die zum Träumen einladenden Stimme von Katrin-Elna auf, die durchgehend über den sphärischen Melodien zu schweben scheint.
Clouds, Paperships and Fallen Angels gehört im Grunde zu den Alben, bei denen jedes Wort eigentlich überflüssig ist, können Worte dieses Album doch nur sehr eingeschränkt beschreiben. Freunde des Ethno/Etheral-Genres sollte zumindest klar geworden sein, dass man es hier einer Perle zu tun hat, wie man sie selten findet. Ein tolles Comeback-Album, das hoffentlich nicht das letzte von Dark Orange sein wird.
MySpace: www.myspace.com/darkorange

Text: Tristan Osterfeld