Audiovisuell & Rezensionen Marius, 19.05.2006
Death In June – Live in New York
Bei dieser zweiten Death in June-DVD nach der Live in Italy handelt es sich um ein Konzert der besonderen Art. Im Gegensatz zu den gewöhnlichen Live-Konzerten handelt es sich bei diesem Konzertmitschnitt um ein Konzert aus der Akustik-Phase, das am 10. November 2002 in New York aufgenommen. Vom Datum her ist es ein kleines Jubiläum, da es 21 Jahre nach dem ersten Live-Auftritt des Projekts stattfand – damals als Opener für The Birthday Party. Das vorliegende Konzert wurde in spärlicher Zweierbesetzung aufgenommen: Douglas Pearce unterstützt von John Murphy. Diese minimalistische Besetzung untermauert dabei den intimen Charakter dieses besonderen Auftritts.
Bereits zu Beginn der Aufnahme, noch bevor das erste Stück beginnt, offenbart Douglas Pearce: „This night is gonna be a little different.“ Dieses Statement stellt er in den folgenden 29 eindrucksvoll unter Beweis stellt. Douglas Pearce an der Akustikgitarre, John Murphy an der Percussion, mehr nicht. Mehr ist auch gar nicht nötig, denn die Schönheit der Stücke kommt gerade auf diese Weise sehr zur Geltung. Die Songauswahl gibt dabei einen Querschnitt durch alle Schaffensphasen von Death in June. Vor allem die Stücke aus der Neofolk-Phase stehen im Vordergrund: Klassiker wie Little Black Angel und Fall Apart stehen dabei neben schnelleren Titeln wie Come Before Christ And Murder Love und She Said Destroy. Aber auch andere Schaffensphasen werden berücksichtigt: Überraschend klar und schön klingt auch ein Titel wie Smashed To Bits (In The Peace Of The Night), das im Original auf dem elektronisch geprägten Album Take Care and Control unter Mitwirkung von Albin Julius entstand. Vor der Zugabe gibt es dann den Klassiker der Frühphase: Heaven Street. Klar, dass das Publikum die beiden Musiker hier nicht einfach gehen lässt… (Eine Titelliste findet sich unter dem Bild!)
Im Gegensatz zu der durchgeplant wirkenden Live-Show der letzten DVD ist auf dieser DVD einiges anders: Douglas Pearce erzählt Geschichten – und das sehr ausführlich. So erfährt man unter anderem, welches Stück er schlafend auf dem Fußboden von David Tibets Bibliothek geschrieben hat und mit welchem Titel er einst die Rolling Stones aus den Charts verdrängte.
Interessant und besonders ist in diesem Kontext auch, wie Pearce auf Wünsche des Publikums eingeht, diese sogar einfordert. Spontan werden Stücke in das Set eingeschoben, wie das Publikum es fordert. Währenddessen lernt man den Herrn Pearce von einer sehr humorvollen Seite kennen.
Die sonst gewohnte Maske ist diesmal als Bühnendekoration auf der Bühne mitaufgestellt, dafür ist Douglas Pearce Gesicht diesmal anderweitig verdeckt. Bei der Zugabe zeigt er dem Publikum dann aber auch mal sein Gesicht…
Als Ganzes gesehen ist es eine wirklich schöne DVD geworden, die zum einen eine gute Werkschau zeigt und zum anderen mal eine ganz andere Facette an Douglas Pearce und seinem Schaffen zeigt. Wermutstropfen ist, dass man die technischen Möglichkeiten einer DVD leider gar nicht ausgereizt hat, womit auch die Anwahl einzelner Titel nicht möglich ist. Dem Konzert als Gesamten schadet dies aber nicht, es ist und bleibt ein schönes Dokument!
Homepage: www.deathinjune.net

Ku Ku Ku
He’s Disabled
Little Black Angel
We Said Destroy II
Rocking Horse Night
Disappear In Every Way
Torture By Roses
All Pigs Must Die
Hullo Angel
Omen Filled Season
She Said Destroy
Smashed To Bits (In The Peace Of The Night)
Come Before Christ And Murder Love
Tick Tock
Fall Apart
Leper Lord
To Drown A Rose
Hollows Of Devotion
Golden Wedding Of Sorrow
Death Of The West
Symbols Of The Sun
Runes And Men
Kameradschaft
The Honour Of Silence
Giddy Giddy Carousel
Luther’s Army
Fields Of Rape
Heaven Street
The Enemy Within
Text: Marius Meyer
15 Aug 2006, 9:36 am 1.ricardo…
MAGNIFIQUE!!!!!!
17 Nov 2008, 5:53 pm 2.Filosofem…
sehr schöne Rezensionen. Allerdings ist die Auswahl der einzelnen Titel im Menü möglich ! Was mich etwas an der DVD stört, ist die etwas leise Abmischung beim Ton, der zudem leider nur in Stereo vorliegt. Eine 5.1. Tonabmischung hätte die Club Atmosphäre sicher noch besser rübergebracht.