Niemals glauben, was draufsteht! Denn was drin ist, kann immer noch was anderes sein. Denn ruhige Elektronik erwartet man eigentlich vor allem nicht von einer Band, die ausgerechnet auf einen Namen wie Destroid hört. Bislang ist die Band auch an mir vorbeigegangen, allerdings wird man, wenn der Name Daniel Myer fällt, schnell hellhörig, hat sich dieser doch bislang mit diversen Projekten, neben Destroid vor allem Haujobb, einen Namen gemacht. Und wenn jemand, der bislang für sehr innovative Musik zuständig war, bei einer Band mitarbeitet, gibt es wohl kaum einen besseren Grund, dessen neuestem Werk sein Gehör zu schenken.

Wie zu erwarten war, wird man dann auch nicht enttäuscht, denn was die Band in den drei eigenen Liedern der EP zu hören gibt, sucht seinesgleichen: Sehr vielschichtige und organisch anmutende Songs, die zwar sehr langsam beginnen, aber dann mit einer immer größeren Tiefe aufwarten. Gerade der Titelsong ist sowohl tanzbar als auch zum Entspannen geeignet. So etwas hinzubekommen verdient alleine schon Anerkennung.

Zusätzlich findet sich noch eine Coverversion von Lucretia my Reflection von den Sisters of Mercy, die sehr gelungen ist. Danach folgen noch drei Remixe von anderen Bands, wobei mit Bird of Prey noch ein Song vom Loudspeaker-Album geremixt wurde, der sehr stark in Richtung SynthiePop geht. Allesamt sind sehr gelungen und warten mit höherem Tempo auf als die Originalversionen. Abgeschlossen wird die EP dann durch eine Live-Version von Let me Leave.

Alle Achtung! Destroid bieten erstaunlich intelligente und tiefgründige elektronische Musik, mit der man sich lange beschäftigen kann. Hat man von der Band vorher nichts gehört, ist diese EP ein willkommener Anlass, sie kennen zu lernen und sich auch mit den vorigen Veröffentlichungen zu beschäftigen. Lohnen tut sich das auf jeden Fall!

Homepage: www.destroid.de
MySpace: www.myspace.com/destroidmusic

Text: Tristan Osterfeld