Rezensionen & Tonträger Marius, 04.02.2006
De/Vision – Subkutan
Nachdem einige Kostproben des neuen Werks schon durch verschiedene Beiträge auf den gängigen Zeitschriften-CDs und das Internet an die Öffentlichkeit gelangten ist die Subkutan nun auch komplett veröffentlicht. Etwa anderthalb Jahre sind seit dem letzten Album vergangen und es zeigt sich, dass De/Vision in ihrer seit der Two vorherrschenden Zweierbesetzung wieder Konsistenz gewonnen haben. Die Geschichte von der Band, die kurz vor dem Ende stand, ist ein alter Hut, das in den letzten Jahren öfter prophezeite Ende blieb aus und nach inzwischen guten 17 Jahren Karriere zeigen De/Vision als eines der übergebliebenen Urgesteine, dass sie durchaus noch Schritt halten können in ihrem Bereich.
subkutan verfolgt den eingeschlagenen Weg der Band und bietet schönen, eingängigen Synthiepop, der auch einige Experimente nicht scheut. Auf zwölf Stücken zelebrieren Steffen Keth und Thomas Adam elektronische Klanglandschaften mit Gefühl. Die Mischung der Stücke ist ausgewogen – so gibt es für die Tanzfläche Stücke wie the end, die bei treibendem Grundrhythmus dennoch eingängig bleiben und balladeske Stücke wie in dir, das neben der Tatsache, dass es eine wirklich schöne Ballade darstellt auch seit langem mal wieder ein deutsches Stück der Band ist. Stets sehr gefühlvoll intoniert. Mehr noch als die eingängigen Synthesizer-Flächen zeichnet sich die Stimme Steffen Keths für Eingängigkeit und Gefühl verantwortlich. Melancholie, Schwermut aber auch Optimismus lassen sich als Stichworte anführen. Als Anspieltipp ließe sich hier der Titel still unknown nennen, der gut die verschiedenen Aspekte des Albums vereint.
Die Handschrift der Formation bleibt zwar stets zu erkennen, dennoch wird auch ein wenig experimentiert. Der Einsatz der Elektronik fällt in Stücken wie subtronic und e-shock teils recht ungewohnt aus, was durchaus erfrischend wirkt. So könnte man e-shock irgendwo zwischen Kraftwerk und Future Pop ansiedeln. star-crossed lovers hingegen überrascht durch die im Chorus anzutreffende Gitarre, die den schwermütigen Charakter des Stücks gut untermauert.
Was im Gesamteindruck beim Album allerdings auffällt ist, dass man so etwas wie einen Hit oder ein potentielles Highlight relativ vergeblich sucht. Dafür hat das Album vor allem eines: Konstanz. Außerdem ist es grundsolide und kommt weitestgehend ohne Schwachstellen daher, was eine heutzutage nicht mehr selbstverständliche Insichgeschlossenheit bewirkt. Man merkt, dass De/Vision nach wie vor mit Spaß und Professionalität bei der Sache sind. Schön außerdem, dass es Labels wie Drakkar gibt, die Künstlern ihre Freiräume lassen – davon profitieren nicht nur De/Vision selbst, sondern vor allem auch das zu erreichende Publikum.
Homepage: www.devision-music.com

Text: Marius Meyer