Die Happy - No Nuts No Glory Nach inzwischen einigen Jahren, die Die Happy uns kontinuierlich mit Präsenz durch wiederkehrende Touren und regelmäßige Veröffentlichungen beehren, sind sie ihrer Sache alles andere als müde, sondern setzen ihren Weg konsequent fort. Nach der vor kurzem erschienenen Vorabsingle Wanna Be Your Girl erscheint nun mit No Nuts No Glory auch wieder ein neues Vollzeitalbum der umtriebigen Band. Nach einer leichten Kurskorrektur, die sich am ehesten mit „mehr Rock“ benennen lässt, präsentiert die Gruppe mit ihrem nunmehr fünften Album ein kompromissloses Stück Rockmusik.
Von einem für die Hörer deutlich vernehmbaren Neuanfang zu sprechen, wäre unter Umständen etwas weit hergeholt, die Kurskorrektur ist aber dennoch deutlich zu hören. Die Happy waren zwar schon immer eine Rockband im klassischen Sinne, dennoch ist der Sound der vergangenen Werke im Vergleich zu dem, was man auf No Nuts No Glory vernehmen kann, als verhältnismäßig weich zu bezeichnen. Eine Kompromisslosigkeit wie auf der neuesten Veröffentlichung suchte man bei Die Happy bisher eher vergebens. In klassischer Rock-Besetzung mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang legen Marta Jandová und ihre Mannen los.
Auch wenn dieser Anglizismus ausgelutscht erscheinen mag, lässt er sich in diesem Falle kaum vermeiden: Das neue Die Happy-Album ist straight und geht nach vorn. Der mit der Single eingeschlagene Weg wird auf dem Album konsequent fortgesetzt: Bereits der Opener Addictive lässt keinen Zweifel daran. Das Schlagzeug peitscht das Stück voran, ein eingängiger Basslauf untermauert das ganze, während die verzerrten Gitarren für die notwendige Härte sorgen und Sängerin Marta den Titel mit ihrer unverkennbaren Stimme abrundet. Das hier vorgelegte hohe Tempo findet sich auch in weiteren Stücken des Werks verdeutlicht, wie zum Beispiel in None Of Your Business, einem repräsentativen Stück für den neuen Kurs von Die Happy.
Dennoch bleibt auch das Gefühl auf der Scheibe nicht außen vor, was unter anderem ein Titel wie Cherry Girl aufweisen kann. Zwar ist es auch ein treibendes Stück Rockmusik in authentischer Die Happy-Manier, aber ein kleiner Hauch von Melancholie, bedingt durch Martas Gesang und die Gitarrenriffs, lässt sich hier nicht verleugnen.
„Alle Blockaden waren gelöst“, schwärmt Marta von der Atmosphäre im Proberaum. So kam es, dass auch aufs erste Hören abwegig wirkende Ideen auf dem Album übernommen wurden, womit sie auf den Titel Hello anspielt. Ein Titel, der inhaltlich einen Urlaubsflirt-Text bietet, wird hier dem Anlass entsprechend mit einer Strophe auf Französisch versehen.

Insgesamt hat man im Hause Die Happy darauf geachtet, den rauen Sound möglichst beizubehalten und nicht durch die Produktion künstlich zu glätten. So kam es, dass die Aufnahme entgegen der gängigen Studiohandhabung nicht Spur für Spur aufgenommen wurden, sondern live eingespielt wurden, wobei Schlagzeuger Jürgen Stiehle zufolge „spätestens der vierte Take immer gepasst“ hat. Auf diese Weise ist ein wirklich gelungenes neues Die Happy-Album entstanden, das die Band in alter Frische mit neuem Kurs zeigt und Vorfreude auf die im Dezember folgende Tour entstehen lässt.

Homepage: www.diehappy.de

Die Happy - No Nuts No Glory

Tourdaten:
06.12.06 D-FULDA Kreuz
07.12.06 D-ROSTOCK Mau Club
08.12.06 D-MAGDEBURG Factory
09.12.06 D-BERLIN ColumbiaClub
13.12.06 D-HANNOVER Musikzentrum
14.12.06 D-DRESDEN Alter Schlachthof
15.12.06 D-LEIPZIG Werk 2
16.12.06 D-KAISERSLAUTERN Kammgarn
17.12.06 D-NÜRNBRERG Hirsch
19.12.06 D-DARMSTADT Central Station
20.12.06 D-MÜNCHEN new backstage
21.12.06 D-ULM Roxy
22.12.06 D-STUTTGART LKA
23.12.06 D-LINDAU Club Vaudeville
26.12.06 D-LOSHEIM bei Trier alte Eisenbahnhalle
27.12.06 D-BOCHUM Zeche
28.12.06 D-KÖLN Live Music Hall
29.12.06 D-BREMEN Modernes
30.12.06 D-HAMBURG Grosse Freiheit

Text: Marius Meyer