Nomen est omen – das ist hinlänglich bekannt und oft auch sehr wahr. Vor allem im Falle des Titels des neuen Die Happy-Albums. Dieses heißt schlichtweg Six und ist logischerweise das sechste Album der Band. Das allein ist für die Band Anlass zur Freude genug. Zu Recht, sind doch viele Gruppen, mit denen die Band einst angefangen hat, inzwischen längst nicht mehr existent. Die Happy haben sich gehalten und zeigen sich in alter Stärke auf ihrem neuen Album. Was dabei auffällt: Die Happy sind nachdenklich geworden. Allerdings hält sie dies dennoch nicht davon ab, sich weiterhin eindeutig in bester Rock-Tradition zu präsentieren.

„Man wird immer älter, die Prioritäten verschieben sich. Man fragt sich: Macht das alles noch Sinn?“ äußert sich Gitarrist und Gründungsmitglied Thorsten Mewes im Interview auf dieser Seite selbstreflexiv. Eine Selbstreflexion, die man den Stücken zum Teil durchaus anhört. Bereits der Opener Around The World zeigt dies. Zwar ist es ein eindeutiges Rock-Stück, das harmonisch nach vorne geht, dennoch fällt einem viel Moll und ein nachdenklicher Charakter – auch deutlich im Gesang Martas manifestiert – auf. Still Love You zeigt dies auch deutlich. Was das Stück aber auch zeigt: Dieser Touch steht Die Happy durchaus gut, denn mit Still Love You haben sie eine ziemliche Hymne geschrieben, deren Chorus eine stark berührende Wirkung hat und den Song somit zu einem der Highlights des bisherigen Jahres macht.

Trotz aller Nachdenklichkeit: Das ist bei weitem nicht alles. Zwar hat Six sein nachdenklichen Momente, aber auf weiten Strecken zeigen Die Happy das, was sie schon immer ausgemacht hat: Starke Rocksongs mit viel Druck, die deutlich nach vorne gehen. Peaches, die Vorabsingle, zum Beispiel. Eines der schnellsten Stücke, die Die Happy je geschrieben haben. Nachdenklichkeit adé, hier geht es nach vorn! Eine aggressiv-eingängige Abrechnung mit den Leuten, die sich gerne in fremde Leben einmischen, ohne die Personen überhaupt richtig zu kennen. Ähnlich druckmachende Aggressionen offenbart auch Wannabe, das ebenfalls mit hohem Tempo nach vorne geht – mit einem Songnamen, der wohl für sich spricht…

Schlussendlich findet man auf Six zwei Pole vor, die sich prima ergänzen: Der markante, schnelle und treibende Rock, der für Die Happy so typisch ist, aber auch eine deutlich nachdenkliche Komponente, die sich sehr gut in das musikalische Gesamtbild einfügt und in einem gesunden Verhältnis zueinanderstehen. Ein typisches Die Happy-Album und dazu auch ein deutliches Signal gegen Stagnation. Die Happy können es nach wie vor, verkommen nicht zur Selbstkopie und machen weiterhin Lust auf mehr. Wie gut, dass die Tour nicht mehr weit ist…

Wer schon einmal in das Album reinhören möchte oder sich den aktuellen Stand der Aktion “Die Happy bewegt was” anschauen möchte, kann dies unter den folgenden Links tun:
Pre-Listening Six
“Die Happy bewegt was”

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Homepage: www.diehappy.de
MySpace: www.myspace.com/officialdiehappy

Text: Marius Meyer