So etwas wie eine „herkömmliche Rezension“ zu Die Sterne zu schreiben, gestaltet sich schwierig. Vor allem bei einer Veröffentlichung wie Für Anfänger. Offiziell gegründet 1992 (obgleich Frank Spilker auch vorher bereits den Namen Die Sterne für einige Singles nutzte), feiern sie in diesem Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum. Damit sind sie länger im Musikgeschäft aktiv als manch einer, der heutzutage frenetisch Kettcar, Tomte und wie sie alle heißen feiert und dabei im schlechtesten Fall mit dem Begriff „Hamburger Schule“ nicht im Entferntesten etwas anfangen kann. Mit Für Anfänger schwebt also die Frage im Raum: Nostalgie oder Neuentdeckung?

Sieben Songs sind es, die hier begegnen, die man allesamt kennt. Die Sterne haben fünf ihrer großen Klassiker neu aufgenommen und bieten dazu zwei Cover-Versionen. Die Neu-Einspielungen sind glücklicherweise nicht großartig verändert, sondern orientieren sich eher am Aufbau, den die Songs auch live haben. Big in Berlin hat immer noch seinen hinterfotzigen Charme, Inseln klingt optimistisch-beschwingt, aber besingt eigentlich eine absolute Hoffnungslosigkeit. Universal Tellerwäscher besticht mit Sprech-Gesang und Synthie-Flair und man hört ihm sein Alter kaum an. Und dann sind da noch die zwei Klassiker: Was hat dich bloß so ruiniert?, jüngst von Christian Ulmen als Titelsong für den Film Jonas ausgewählt und die Hymne der Band, dazu Fickt das System mit seiner eindrücklichen Botschaft, die ambivalent beleuchtet wird, sowie verzerrten Gitarrenriffs.

Und dann sind da noch die zwei Cover-Versionen… Ich weigere mich aufzugeben, im Original von Superpunk, bringt die frohe Botschaft, dass man sich weigert, aufzugeben, da man ja nur ein Leben hat. Mit Ska-artigen Bläsern gesegnet, erweisen Die Sterne den Superpunks die Ehre und machen das sehr gut. Ich halte es nicht aus wiederum covert einen alten Klassiker und ist eine Wiederentdeckung: Die Regierung spielte einst diesen Song, den auch Frank Spilker und seine Mannen hier gekonnt spielen. Mit einer ordentlichen Bass-Hookline, Piano und Gitarrenriffs muss sich auch hier der Original-Interpret nicht schämen für das, was Die Sterne daraus gemacht haben.

Ja, sieben Songs, fünfmal Die Sterne, einmal Superpunk, einmal Die Regierung, fertig ist das kleine Mini-Album. Ein Mini-Album, das unbestritten noch einmal die große Qualität der Gruppe um Frank Spilker zeigt. Grundlagenforschung für die einen, ein Ausflug in die Jugend für die anderen – für alle aber: Hochqualitative deutschsprachige Rockmusik mit zeitlosem Appeal! Und neben Nostalgie und Neuentdeckung ist es dann doch noch mehr: Ein Lebenszeichen! Freuen wir uns auf weitere 20 Jahre Die Sterne!

An den folgenden Terminen und Orten gibt es Die Sterne Anfang Februar 2012 live zu sehen:

02.02.2012 Hamburg, Uebel & Gefährlich
03.02.2012 Bochum, Bahnhof Langendreer
04.02.2012 Osnabrück, Kleine Freiheit

Wir wünschen viel Spaß mit dem Mini-Album und auf den Konzerten!

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Homepage: www.diesterne.de
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Text: Marius Meyer