Rezensionen & Tonträger André, 03.04.2008
Emil Bulls – The Black Path
Die Emil Bulls gehen mit ihrem mittlerweile fünften Studioalbum weiter ihren Pfad – ihren schwarzen Pfad. Dass die interessanten Wege nie nur geradeaus verlaufen, sondern auch immer einiges an Überraschungen bieten, stellten die fünf mit ihrem Schaffen ja auch schon mehrmals unter Beweis. So auch bei ihrem neuesten Werk, auf welchem Christoph von Freydorf (Vocals), Chrissy Schneider (Gitarre), Stephan Karl (Gitarre), James Richardson (Bass) und Fabian Füss (Schlagzeug) sowohl produktionstechnisch als auch musikalisch neue Wege beschreiten und 14 kraftvolle Songs vorlegen.
Dass man sich bei der Entstehung der Lieder von der Wechselhaftigkeit der Natur im Allgäu hat inspirieren lassen, dem Umschlagen von schönstem, sonnigem Bergwetter zu bedrohlich, dunklem Unwetter, spiegelt sich auch in The Black Path wider. Eine sehr gelungene Mischung aus melodischen und härteren Parts, welche auf der im April beginnenden Tour wohl ihre volle Wirkung entfalten wird. Denn die fünf bieten jede Menge Tempo, treibende Gitarren und energiegeladene Shouts und gönnen dem Hörer mit harmonischen Refrains nur kurz Zeit zum Verschnaufen. Der Sound des Silberlings strotzt ansonsten nur so vor Kraft, die darauf wartet, sich zu entladen und auf den Hörer zu übertragen. Dass man The Black Path zusammen mit dem Produzenten Benny Richter (Caliban, Krypteria) gegangen ist, erweist sich als sehr gute Entscheidung und lässt hoffen, dass er der Band auch auf weiteren Wegen erhalten bleibt und die Zusammenarbeit fortgesetzt wird. Natürlich wurde nicht sämtliches Gepäck auf der Reise zurückgelassen – so lassen sich auch Songs finden, die eher an Älteres der fünf erinnern. Wie zum Beispiel Close to the wind oder Glad to be with you, die insgesamt melodischer, poppiger sind, es aber dennoch schaffen, dass sie die Power des Gesamten nicht mindern. Womit es wohl zu schaffen sein dürfte, auch die Nostalgiker unter den Hörern zu versöhnen und ihnen den Einstieg zu erleichtern in dieses für einige vielleicht ungewöhnliche Album.
Die Emil Bulls haben es mit The Black Path wieder einmal geschafft, ihre Fans zu überraschen und zeigen, dass man auch als etablierte Band nicht immer den Weg des geringsten Widerstands gehen und jede Veröffentlichung identisch klingen lassen muss. Neue Pfade zu gehen zahlt sich aus, auch und vielleicht gerade, weil sie nicht jeder mitgehen mag. Man darf gespannt sein wie das ganze live wirken wird und auf welche weiteren Wege gegangen werden.
Homepage: www.emilbulls.de
MySpace: www.myspace.com/emilbulls

Text: André Zinke