Empyrium - A Retrospective Vier Jahre nach Weiland und der damit verbundenen Auflösung von Empyrium erscheint nun im Hause Prophecy Productions eine Retrospektive über das Œuvre Empyriums. Aus zeitlicher Distanz betrachtet lässt man die acht Jahre Bandgeschichte und die damit verbundenen vier Alben noch einmal Revue passieren. Zur Abrundung dieses Abschlusses des Kapitels Empyrium ging Ulf Theodor Schwadorf für eine Neuaufnahme des Titels The Franconian Woods In Winter’s Silence noch einmal ins Studio und steuert mit Der Weiher und Am Wolkenstieg zusätzlich zwei unveröffentlichte Neukompositionen bei. Da die Stücke aus dem gesamten Kapitel Empyrium ausgewählt sind, gibt es auf dieser Retrospektive sowohl metallastige Klänge als auch folkdominierte Stücke.
Empyrium arbeiteten stets mit einer ausgeprägten Filigranität, wie auch diese Werkschau zeigt. Sei es in den folkbetonten Stücken oder auch in den metalorientierten Titeln aus dem 1997er-Werk Songs Of Moors & Misty Fields – Empyrium waren stets darum bemüht, nicht nur gängige Pfade zu beschreiten, sondern diese zu verlassen und dabei ein hohes Maß an Eigenständigkeit zu erreichen. Zwar liest sich ein Satz wie der letzte so wie typische von Plattenfirmen herausgegebene Produktbeschreibungen, wer aber die Retrospektive von Empyrium hört, dürfte durchaus verstehen, was damit gemeint ist. Nehmen wir als Beispiel einen Titel wie Mourners vom bereits genannten Album aus dem Jahre 1997: Eine Komposition von über neun Minuten Länge, die zwar vor allem durch den Gesangsstil und die verzerrten Gitarren im düsteren Metalbereich aufgehoben ist, dabei gleichzeitig aber gleich am Anfang durch die harmonisch das Stück einleitenden Flöten selbst diese musikalische Grenze aufhebt. Die folkigen Anleihen finden sich auch im Verlauf des Stückes immer wieder.
Die Stücke der anderen Werke sind wie bereits erwähnt unter dem Nenner des Folk zu subsumieren, wobei man es weiter differenziert als Dark Folk bezeichnen kann. All das in der bereits erwähnten Eigenständigkeit und fernab von dem, was gemeinhin als Neofolk gilt. Naturverbundenheit wird groß geschrieben und durch gezupfte Gitarren und ruhige Atmosphären angemessen musikalisch dargestellt. Ein Titel wie Waldpoesie begibt sich dabei sehr in die Nähe klassischer Gefilde, bei Die Schwäne im Schilf hingegen findet sich durch den Gesang am Ende eine Reminiszenz an die alten Metal-Zeiten, die gekonnt Dramatik erzeugt. Durch diese Querverweise fällt auf A Retrospective ein sehr geschlossener Eindruck im Gesamtwerk Empyriums auf. Die beiden bisher unveröffentlichten Stücke fügen sich in dieses Gesamtbild ebenfalls gut mit ein.
Abgerundet wird dieses Werk durch eine sehr aufwendige Gestaltung, die das Sammlerherz höherschlagen lässt: Eine als Buch gebundene Verpackung mit Goldprägung, versehen mit einem 60seitigen Booklet, in dem ausführlich die Geschichte der Band mit all ihren musikalischen und inhaltlichen Einflüssen nachzulesen ist.

Wer die Gruppe kennt und mag, weiß vermutlich selbst, dass er an dieser Veröffentlichung schwer vorbeikommt. Wer sie noch nicht kennt, aber mit Folk und/oder Metal etwas anzufangen weiß, hat hier eine gute Zusammenstellung dessen, was er zwischen 1994 und 2002 verpasst hat.

Homepage: www.empyrium.de

Empyrium - A Retrospective

Text: Marius Meyer