Dass es die sinnvoll wirkende Reihenfolge der Rezensionen umkehrt, ist gewollt und wird sich bei der Rezension zur Fettes dann aufklären. An dieser Stelle zunächst einmal die Rezension zu Brot, der zweiten von zwei Live-Veröffentlichungen von Fettes Brot. Zunächst einmal die Rahmendaten: In Fußballteam-Größe ging es gleich mal mit elf Mann auf Tour. Ausverkaufte Riesenhallen, kleine Zeltbühnen, große Hauptbühnen, Geheimkonzerte in Bahnhofswandelhallen – vor Fettes Brot war man nirgends sicher. Auf zwei CDs wurden nun 31 Songs dieser Tourabschnitte aus den verschiedensten Orten zusammengestellt, die in Form von Fettes und Brot erscheinen.

Auf Brot, der zweiten Konzerthälfte, finden sich vereinzelt Songs aus Strom und Drang, das Gros der CD aber machen ältere Songs, dabei auch so einige Hits, aus. Was dabei immer auffällt: Das Band-Feeling. Wer die Brote auf ihrer letzten Tour oder auf einem Festival des Jahres 2009 live gesehen hat, weiß, was das heißt, wer diese Gelegenheit nicht wahrnehmen konnte, wird es schnell merken: Fettes Brot setzen auf echte Instrumente und entziehen sich so immer weiter einer wirklichen Klassifizierung ihrer eigenen Musik, obgleich die Wurzel natürlich immer noch irgendwie zu finden ist. Im Vordergrund steht hier die Stimmung und das effektive Live-Arrangement. Hier kommt schließlich weitaus mehr Stimmung auf, als wenn drei MCs und ein DJ auf der Bühne stehen.

Songs wie Emanuela entwickeln hier einen nahezu unerörten Drive und führen zwangsläufig beim Zuhörer zu guter Laune. Mit den Live-Bläsern und dem druckvollen Schlagzeug wird hier mit einer ziemlichen Energie nach vorne gepeitscht. Etwas, das sie auf ganzer Länge auf Brot betreiben. Was noch positiv anzumerken ist: Neben der Live-Band begegnen hier auch Gäste. Bettina (Zieh dir bitte etwas an) wurde hier beispielsweise in Bettina Superpunk umbenannt – eben wegen besagter Band. Zudem – sozusagen als „Dauergast“ – ist Pascal Finkenauer Mitglied in der Band und beteiligt sich auch immer mal wieder am Gesang.

Abgerundet wird Brot (wie im Übrigen auch Fettes) zum einen durch ein schönes Booklet mit Tour-Bildern, zum anderen aber auch dadurch, dass die Ansagen der Band auf der Veröffentlichung nicht weggekürzt worden sind. Somit bekommt man dadurch einen weiteren integralen Bestandteil der Fettes Brot-Shows gleich gratis mitgeliefert. Ein auf jeden Fall sehr starkes Live-Album!

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Homepage: www.fettesbrot.de
MySpace: www.myspace.com/bettefrost

Text: Marius Meyer