Rezensionen & Tonträger Marius, 16.11.2005
Fields of the Nephilim – Mourning Sun
Die Fields of the Nephilim sind wieder da. Besser gesagt: Carl McCoy und eine Schar nicht weiter erwähnter Musiker um ihn herum. Dennoch: Carl McCoy personifiziert die Fields of the Nephilim und hat nun nach 15 Jahren tatsächlich ein neues Album fertig bekommen, das im Gegensatz zum unfreiwilligen, ohne Einverständnis McCoys von Jungle Records ungefragt veröffentlichten Album Fallen, das bloß rohe Demo-Versionen beinhaltete, zu denen sich das Label Songtitel ausdachte, von Carl McCoy abgesegnet ist und somit als legitimer Nachfolger der Elizium gelten kann. Der Unterschied zur Fallen wird auch schnell deutlich. Nicht nur an den wesentlich ausgefeilteren Arrangements, sondern auch an den reinen Songlängen, die gerne mal die sieben Minuten überschreiten.
Ein Blick auf die Tracklist zeigt erst einmal, dass das Werk bloß sieben Titel beinhaltet – ein Blick auf die Gesamtdauer zeigt allerdings 55 Minuten (ohne den Bonustrack In the year 2525, der sich auf der limited Edition findet) und somit deutlich mehr, als manch andere Band mit 12 oder mehr Stücken auf einem Album veröffentlicht.
Mit dem das Album eröffnenden Shroud (Exordium) liegt ein typischer Opener in bester Fields-Manier vor. Ruhig, irgendwie bedrohlich, atmosphärisch, mit düsteren Soundscapes. Spannung baut sich auf und wird im folgenden Straight to the Light belohnt. Explosionsartig beginnen stakkato-artig die Gitarrenriffs, atmosphärisch klingt es allemal und in den Strophen klingt Carl McCoy auch sehr eingängig – glücklicherweise ist man vom Gesangsstil, der auf der Fallen herrschte, wieder abgewichen: Weniger Metal, mehr Fields of the Nephilim.
Es folgt – mit einer Spieldauer von knapp acht Minuten – sicherlich eins der Songhighlights des Jahres 2005: New Gold Dawn. Von einem legitimen Nachfolger von Last Exit for the Lost zu sprechen, wäre eventuell ein wenig überzogen, aber wenn ein Stück das Zeug dazu hätte, dann dieses. Eingängig, extrem finster, dennoch beinah hymnisch, vereinigt es verschiedenartigste Elemente zu einem großartigen Stück Musik, wie es nur wenige zu schaffen vermögen. Das Stück Xiberia (Seasons in the Ice Cage) reiht sich da wunderbar ein. Ein weiteres großartiges Stück Gothic Rock, wie der Großteil der Fields-Anhängerschaft es sich vermutlich nicht mehr zu erwarten getraut hat. Sehr überzeugend!
Die drei bisher nicht erwähnten Stücke Requiem XIII 33 (Le Veilleur Silencieux), She und das Titelstück Mourning Sun bieten den ruhigeren Gegenpol. Ruhig und tragend, durch Carl McCoys Stimme einzigartig gemacht. Breite Gitarrenwände treffen wir auch durchaus hier an. Finster, melancholisch, Fields. In diesen ruhigeren Stücken offenbart sich aber auch ein wenig die Kehrseite des Albums. Sie sind zwar sehr schön, aber wirken teilweise doch etwas langatmig – rechnen wir dann noch das Intro dazu, bleiben drei absolute Highlights, ein Intro und drei tragendere Stücke, die zwar durchaus kostbares Klanggut darstellen, aber einen Großteil des Albums einnehmen. Ein Stück mehr im Stile von New Gold Dawn hätte dem Album sicherlich gut getan.
Dennoch liegt hier eines der überraschendsten Alben des Jahres 2005 vor. Ein Album, das eindeutig für sich steht, den alteingesessenen Fields-Hörer begeistern dürfte und dem sich auch neuere Hörer nicht verschließen sollten.
Erfreulich ist abschließend auch die Meldung auf der offiziellen Homepage: Im Jahre 2006 soll es eine ausgedehnte Tournee um die ganze Welt geben. Nach diesem Album sollte sich die Vorfreude schnell einstellen.
Homepage: www.fields-of-the-nephilim.com

Text: Marius Meyer
02 Dec 2005, 7:41 pm 1.andreas…
Ist das wirklich alles schon 15 Jahre her? Mein Gott, da war ich 16. Ich hab die leider nie live gesehen – war mehr bei den Sisters beheimatet.
Hört sich ja so an, als hätte der Sound sich in den letzten 15 Jahren dann auch nicht wirklich weiterentwickelt. Hmm. ;)
Aber die alten Songs knallen noch immer.
03 Dec 2005, 7:19 pm 2.Marius…
Doch doch, der Sound hat sich schon ein wenig weiterentwickelt. Allerdings nicht in eine Richtung, die sich dem heutigen – nennen wir es mal – Düstermainstream anpasst, sondern in eigener Fields-Manier. Authentisch und doch irgendwie zeitgemäß.
Mein Tipp (oder doch eher die Hoffnung?), was die Konzerte betrifft (ganz ohne irgendwelche Informationen zu haben): Ein Auftritt beim nächsten Wave Gotik Treffen – wo das ganze 2001 platzte, ist es ja mal an der Zeit…
03 Jan 2006, 9:30 am 3.stecornized…
Es ist wirklich wahr: die Götter des Gothic Rocks sind wiedererwacht.
Darauf habe ich wirklich seit 9 Jahren gewartet. ;)
Und es ist wirklich unglaublich, daß, “Mourning Sun” alle meine Erwartungen , die wieder sehr sehr hoch waren, bei Weitem übertroffen hat. ;)
Ich hätte nicht im Traum daran gedacht, obwohl ich davon geträumt habem daß ich dermaßen intensive Soundscapes (der deutsche Begriff paßt hier einfach nicht) 15 Jahre nach dem göttlichen Elizium jemals wieder hören würde.
15 Jahre sind eine verdammt lange Zeit, und es einfach absolut unglaublich, dass meine Erwartungen mit Gothic Rock für die Zukunft absolut übertroffen wurden.
Meiner Meinung nach ist “Mourning Sun” das Album der letzten 10 Jahre.
15 May 2006, 1:25 am 4.Zille…
Eine Band, die sich im Laufe ihrer Musikgeschichte weiterentwickelt hat. Für meinen Geschmack haben hat sich FotN eher in Richtung Rock als Goth entwickelt. Mir gefielen die Alben The Nephilim und Elyizium im Instrumentalenbereich besser und der Gesang war feiner drauf abgestimmt, sehr düstere Stimmung.Morning Sun ist mit den älteren Alben nicht zu vergleichen und steht für eine neue musikalische Leistung der Band.
10 Jun 2006, 10:27 pm 5.serafina…
“Mourning Sun” ist ein grandioses FotN-Album. Klar, klingen die nicht mehr ganz so, wie Ende der 80er. Das “The Nephilim” Album bleibt für mich immer noch unerreicht, da die unglaublich düstere Sphäre so hypnotisch rüberkommt, wie in keinem Anderem. Bin trotzdem wirklich glücklich und dankbar, daß die nochmal etwas veröffentlicht haben. Habe Carl Mc Coy zwei mal live gesehen, was mich jedesmal total in Extase versetzt hat. Ich kann wirklich jedem Gothicrock-Fan nur empfehlen, sich die Chance diesen charismatischen Musiker live in concert zu erleben, nicht entgehen zu lassen. Hoffe, ich schaffe das diese Jahr auch nochmal.
13 Jul 2006, 12:17 pm 6.Lavender…
Auch ich war eher sisterslastig. Heute muß ich fast sagen, daß Andrew ein Abklatsch von Carl war, Carl ist viel authentischer…Ich bitte euch, WIE läuft der Eldritch denn auf Konzerten herum? Das ist ja hochnotpeinlich. Gut, ich habe den Anspruch, daß man sich entwickeln darf und es auch soll, aber ich frag mich wirklich, ob Sisters damals “verkleidet” waren.
However, FotN treten am 28.10.06 in Gent (Belgien) auf. Habe mich dort mal erkundigt, das Management hat den Gig bestätigt. Da ich die Fields auch noch nie live gesehen habe, werde ich dort natürlich aufschlagen und mir das Ganze mal anschauen. Mourning Sun ist eine legitime Weiterentwicklung der Fields, ich höre die CD sogar beim täglichen Joggen und bekomme davon tatsächlich gute Laune für den Tag.
In diesem Sinne…see you!
14 Aug 2006, 7:05 pm 7.Mmsk…
fields hin fields her,…klar waren die fields eine der besten aus dieser szene, doch sollte man auch objetiv bleiben. der sound von “Mourning Sun” ist mehr als fraglich. ich war sehr enttäuscht von diesem album oder besser gesagt von seinem sound.
mc.coy macht ja nun nicht erst seit ein paar tagen musik. und um so unverständlicher, dass er so einen soundmatsch veröffentlicht.
es ist schade um die arbeit der anderen musiker. die drums sind dermaßen schlecht gemixt dass es einem schaudert. warum hat mc.coy überhaubt einen drummer einspielen lassen?
der arme verausgabt sich und wir hören nichts davon.
das gleiche gilt für die gitarren. härte?? wo? in welchem song? alle elemente die für die härte eines sounds(drums u. gitarren) wichtig sind wurden zu 10% berücksichtigt. musikalisch gesehen ein grober fehler.
es ist schade…mir hat das hören keinen genuß bereitet. beim intro dachte ich, ok das soll so klingen, doch das ganze album durch macht diese übertriebene synthfläche alles kaputt.
also ich glaube das wars mit carlchen coy. wieviele touren wollte er schon machen? ja genau…viele. doch alle abgesagt. wie nun auch die aktuelle.
carl mc coy ist kein ernstzunehmender musiker mehr. ich denke er sitzt in einem tiefen loch aus dem er nicht mehr raus kann bzw. will. wie sich so ein loch anhört hat er uns mit “Mourning Sun” deutlich gemacht.
in diesem sinne….gute besserung
23 Aug 2006, 1:33 pm 8.Lavender…
MMSK, nun vielleicht hast Du Recht. Mir gefällt die MS zwar wirklich gut, aber die alten Stücke sind natürlich zweifellos besser.
Ich bin auch schwer angesäuert, daß die Tour wieder einmal abgesagt wurde und denke mittlerweile, da steckt System hinter. Was fürchtet der gute Mann??? Vielleicht was MMSK sagt, daß sein Nimbus als ernstzunehmender Musiker den Bach ‘runter geht???? Werden wir’s je erfahren???…..ich habe jedenfalls Rennerei mit dem Umtausch meiner Karten für Krefeld und das nehme ich Mr. Coy sehr übel.
Cheerio
23 Aug 2006, 3:39 pm 9.Marius…
Interessant, dass es unter diesem von mir am 16.11.2005 von mir online gestellten Text ein Dreivierteljahr später auf einmal die Kommentare kommen… Da will ich mich auch mal einschalten.
Auch ich habe mich sehr aufgeregt, als der Herr McCoy mal wieder die Tour abgesagt hat. Hab Freudentränen in den Augen gehabt, als die Daten raus waren. Die Rennerei mit den Tickets hatte ich auch – zumindest hab ich das Ticket gegen ein anderes Ticket eintauschen können, das ich mir sonst nicht mehr hätte leisten können diesen Monat, was allerdings ein schwacher bis gar kein Trost für die abgesagte Fields of the Nephilim-Tournee ist.
Vielleicht hat Carl McCoy bemerkt, dass er die Hörerschaft zu lange hingehalten hat? Seit Jahren das gleiche und der Hörerkreis ist ja doch ziemlich geschrumpft. Vielleicht hat er bemerkt, dass die doch relativ kleinen Konzerthallen, die für die Tour angesetzt waren, nicht so das sind, was er sich unter einer großen Welttournee vorstellt?
Die Mourning Sun ist und bleibt in meinen Augen ein sehr starkes Album! Nur bekommt sie derzeit einen leichten Beigeschmack. Man teilte mir beim Ticketumtausch übrigens mit, dass die Tour ersatzlos gestrichen sei… Man darf also gespannt sein, wann und ob es überhaupt mal wieder neue Tourdaten geben wird.
24 Aug 2006, 4:53 pm 10.Lavender…
Jetzt haltet mich nicht für blond, aber muß eine Band nicht ziemlich Pönale zahlen, wenn Touren abgesagt werden??? Geht das denn so einfach???
Nicht, daß wir alle für Herrn McCoy die Kollekte kreisen lassen müssen, bei dieser Menge von Absagen!
Marius, ich finde Konzerte in kleinen Hallen viel viel besser, im Oktober war ich in Bochum bei The Mission und Elusive (sehr zu empfehlen!) in der Matrix und es war geradezu familiär. Die Leute waren sehr nett zueinander, ließen durch, machten Platz, und man hatte freie Sicht auf den Protgonisten, der wieder sehr charming zu den Fans war. Mir gefällt das. Und die Fields haben doch auch noch nie in großen Hallen gespielt.
Also bis demnächst, halten wir uns alle mal auf dem Laufenden.
cheerio
03 Jun 2007, 11:46 am 11.Susanne…
hallo
mir gefällt diese Scheibe auch besonders gut, war sehr überrascht, da ich die fields ziemlich lange kenne, damals war ich 16 und Klosterschülerin, und hatte ein Poster von Carl in meinem Schulzimmer, damals…..ich mochte am liebsten Power, the tower und zum chillen die Elizium, ok folks, bin eben nicht Gothic oder ähnliches, singe in einer psychodelic trance formation…
Auf jeden Fall hat der gute Carl das gewisse etwas, heute irgendwie gereift, ich liebe das Stück Requiem ( und auch Mourning Sun ), ich hoffe, dass er uns die Ehre gibt und ein wenig on tour sein wird… den will ich sehen
ps: ich verstehe überhaupt nicht, dass einige fields und the sisters of mercy in einen Topf werfen, seit meiner Jugend liebe ich auch die Sisters of Mercy, Andrew ist sexcy and cool, ich liebe besonders we are the same Suzanne, und summer, ( habe ich diesen Winter in Thailand oft gehört)
so, that`s all, folks, take care
Susanne
12 Jul 2007, 10:29 am 12.Lavender…
Nun: es ist schon nicht verkehrt, Sisters und Nephs in einen Topf zu werfen, so auch Mission, das ist schon alles sehr ähnlich, jeder zwar auf seine Art aber ursprünglich schon one root!
Und der Eldritch….letztens wieder gesehen, zum Heulen. Was war der Mann klasse. Was hat der bloß geraucht???
Tja, dann harren wir mal der Dinge, die da kommen, in Form einer Neph-Tour….hab es leider nicht nach London geschafft, aber alle meine Freunde waren begeistert!
Keep our fingers crossed.
Liv