Ein Dankeschön an alle treuen Wegbegleiter ist es gewissermaßen. Die Liste der Danksagungen im Booklet umfasst 140 Einträge. Und das kommt nicht von ungefähr: Ohne diese ganzen Helfer wäre dieses Album vermutlich gar nicht möglich gewesen. Im Jahr 2006 wurde Frontmann Greg Bertens zunächst in Columbia überfallen, nur um als Gipfel anschließend in Philadelphia um den gesamten Tourbus gebracht zu werden. Nun stand die Band also da – geblieben waren die Songs, die ja aber erst einmal umgesetzt werden wollten, was ohne Ausrüstung ausgesprochen schwer. Dazu personelle Querelen und Umbesetzungen. Hideout ist also eine Art Neuanfang. Musikalisch ist man sich in der Melange aus Shoegazer Pop und strukturiertem Spacerock aber treu geblieben.

Die Veröffentlichung klingt musikalisch durch und durch Indie und ist – wie bei Veröffentlichungen der Beggars Label-Gruppe erfreulicherweise so oft – im Klang sehr eigen und innovativ. Compare ist so ein Stück, wo sich die Qualitäten der Formation erstaunlich zeigen: Sphärische Gitarrenklänge, verdichtete Harmonien und Melodien und dazu ein leicht hypnotischer Gesang. Wer sich noch an alte Veröffentlichungen von Slowdive erinnern kann, wird gut verstehen können, was gemeint ist. Film School transponieren derlei Klänge ins Jetzt und offerieren ein leicht „galaktisches“ Klangbild, das neben seiner Atmosphärik auch durch die starken Rhythmen zu bestechen weiß.

Bei allem Shoegazing: Der Rock-Anteil ist nicht zu verachten auf Hideout. Sick Hipster Nursed By Suicide Girl beispielsweise ist so ein Titel, der mit aller Verträumtheit doch irgendwie klar nach vorne zu gehen versteht. Die Gitarren schnell und betont, aber dennoch nicht erschlagend, sondern der Grundatmosphäre angepasst und sich nahtlos einfügend. Shoegazing im Jetzt, Atmosphäre und Schönheit, dazu ein ordentlicher Schuss Rock. Mit diesen Begriffen lässt es sich zumindest versuchen, die Musik zu beschreiben. Man wundert sich gelegentlich, dass die Musik tatsächlich brandaktuell ist, bemerkt allerdings auch im selben Moment, dass sie keineswegs alt und angestaubt klingt. Sie macht gewissermaßen zeitlos Spaß.

Hideout ist sicherlich ein Album, das man im Jahre 2007 an anderen Stellen vergeblich sucht. Die Gruppe gibt sich ihrer ganz eigenen Vision hin, lässt sich nicht mit zeitgemäßen Trenderscheinungen ein und macht einfach das, was ihr gefällt. Eine gute Entscheidung! Und auch: Was für ein Glück, dass die Gruppe sich eines so großen Supporter-Kreises erfreuen kann, denn – wie einleitend schon erwähnt – ohne die 140 Leute, die mit Geld, Equipment, Zeit und anderen Formen der Hilfe beistanden, wäre diese Scheibe nicht möglich gewesen. Und das wäre wahrlich ein Verlust!

Homepage: www.filmschoolmusic.com
MySpace: www.myspace.com/filmschool

Text: Marius Meyer